Fußball-BundesligaDie Bayern schießen sich zum Rekord-Herbstmeister

Die Münchener gewinnen in Freiburg und sind der früheste Herbstmeister aller Zeiten. Auch Gladbach, Stuttgart, Nürnberg und Leverkusen siegen. Die Spielberichte von dpa

Bayern-Spieler Dante (links) im Luftkampf mit dem Freiburger Daniel Caligiuri

Bayern-Spieler Dante (links) im Luftkampf mit dem Freiburger Daniel Caligiuri  |  ©Patrick Seeger/dpa

SC Freiburg – Bayern München 0:2 (0:1)

Auch die Höhenflieger des SC Freiburg haben den FC Bayern München auf dem Weg zur 18. Herbstmeisterschaft nicht aufhalten können. Drei Tage vor dem Gipfeltreffen gegen Borussia Dortmund erzielten Thomas Müller per Handelfmeter und Anatoli Timoschtschuk die Tore zum Sieg für die Münchner, die sich schon am 14. Spieltag und damit so früh wie noch kein anderes Team in 50 Jahren Bundesliga zum Halbzeit-Champion kürten.

Die Breisgauer hielten zwar couragiert dagegen, wurden aber durch die Rote Karte für Fallou Diagne (18.) wegen einer Notbremse entscheidend geschwächt. Bei Dauerregen genügte den Bayern eine glanzlose Vorstellung, um das Dutzend an Siegen vollzumachen und den Vorsprung auf den neuen Zweiten Leverkusen auf zehn Punkte auszubauen.

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Mario Gomez fehlte in seinem ersten Saisonspiel von Beginn an noch häufig die Bindung. Nach knapp einer Stunde macht Gomez für Claudio Pizarro Platz. Den mit vier Gelben Karten vorbelasteten Bastian Schweinsteiger hatte Jupp Heynckes gar nicht erst in seinen Kader berufen. "Er ist der Spieler, der bei uns die größte Laufleistung bringt. Ich denke, solch eine Pause tut ihm gut", sagte Heynckes.

Die zuletzt vier Mal ungeschlagenen Freiburger zeigten auch vor den Bayern-Stars keinerlei Respekt und suchten zunächst mutig den Weg nach vorne. Julian Schuster besaß nach Zuspiel von Jan Rosenthal die erste Chance des Spiels, schoss aber Manuel Neuer den Ball in die Arme (8.). Wenig später wurde Oliver Sorg zum Pechvogel, als er Franck Ribérys Schuss im Strafraum mit dem Oberarm abblockte. Müller verwandelte den fälligen Elfmeter zu seinem achten Saisontor, obwohl der Torhüter Oliver Baumann die richtige Ecke geahnt hatte.

Nach nur 18 Minuten mussten die Breisgauer den nächsten Schock verkraften. Als Diagne seinen Gegenspieler Xherdan Shaqiri kurz vor dem 16-Meter-Raum zu Boden drückte, sah der Senegalese die Rote Karte des Schiedsrichters Florian Meyer. Den folgenden Freistoß von Ribéry parierte Baumann mit etwas Glück. Heftige Proteste der Freiburger Fans gab es in der 38. Minute, als Javi Martinez der Ball im Münchner Strafraum an die Hand sprang, diesmal der Elfmeterpfiff aber ausblieb. Vom Spitzenreiter war bis auf einen Dante-Kopfball an die Latte vor der Pause nicht mehr viel zu sehen.

Der FC Bayern dominierte die Partie auch nach dem Seitenwechsel, ließ aber im Abschluss die Konsequenz vermissen. Ribéry vergab in der 51. Minute die Möglichkeit, den Vorsprung auszubauen. Danach schaltete die Heynckes-Elf mit Blick auf den nächsten Gegner immer mehr in den Energiespar-Modus um. Dies hätte sich beinahe gerächt, denn der Sport-Club witterte plötzlich noch einmal Morgenluft. Mit einer tollen Parade gegen Max Kruse (63.) verhinderte Neuer den drohenden Ausgleich. Als Freiburg drängte, sorgte Timoschtschuk nach Zuspiel von Philipp Lahm für die endgültige Entscheidung.

SC Freiburg: Baumann - Sorg, Flum, Diagné, Hedenstad - Jo. Schmid, J. Schuster, Makiadi (82. Lais), D. Caligiuri - Rosenthal (89. Freis), M. Kruse
Bayern München: Neuer - Lahm, Dante, Badstuber, Alaba - Javi Martinez, T. Kroos (75. Rafinha) - T. Müller, Shaqiri (64. Tymoschtschuk), Ribery - M. Gomez (58. C. Pizarro)
Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf)
Zuschauer: 24.000
Tore: 0:1 T. Müller (12./Handelfmeter), 0:2 Tymoschtschuk (79.)
Gelbe Karten: D. Caligiuri - Neuer
Rote Karte: Diagné/Freiburg (18.)

 

Leserkommentare
  1. Im Punktestand kann ja immer auch viel Glück stecken (Stichwort Duselbayern)
    aber in Kombination mit dem Torverhältnis 40:5 in 14 Spielen zeigt sich die fast schon brutale Konstanz der Bayern!
    Spiele wie gegen Nürnberg und starke Freiburger wären letztes Jahr verloren gegangen
    und Leverkusen brauchte nicht nur Klasse, sondern auch Glück im Abschluss um gegen den FCB gewinnen zu können!
    Weder Bayern noch der BVB überzeugten in den letzten BL Partien und so warten wir also mit Spannung auf den direkten Schlagabtausch, in dem viel Brisanz und Weichenstellung steckt.
    Offene Rechnungen, der Punkteabstand des BVB nicht nur auf die Bayern, auch Leverkusen könnte davon ziehen wenn Dortmund dieses Spiel verliert!
    Und die Bayern müssen zeigen, was die derzeitige Dominanz in wichtigen 1:1 Situationen gegen starke Gegner wert ist!
    Ich freu mich auf Samstag!

  2. Fifa/Uefa sollten sich dringend Gedanken zum Thema "Handspiel" machen. Zurzeit ist es eine pure Lotterie, ob gepfiffen wird, wenn der Ball die Hand berührt.
    Dass unterschiedliche Schiedsrichter die Regel unterschiedlich auslegen ist wohl nicht zu vermeiden. Dass jedoch einundderselbe Schiedsrichter in einundderselben Partie identische "Handspiele" unterschiedlich bewertet wird geht einfach nicht. Dann kann man die Ergebnisse gleich auswürfeln.

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    "Fifa/Uefa sollten sich dringend Gedanken zum Thema "Handspiel" machen. Zurzeit ist es eine pure Lotterie, ob gepfiffen wird, wenn der Ball die Hand berührt."

    Es gab in der Tat in letzter Zeit einige merkwürdige Entscheidungen. Aber wie soll man das Problem denn bitte durch Regeländerung lösen? Ganz erlauben kann man das Handspiel sicher nicht, und jeden Ballkontakt am Arm mit Freistoß belegen geht auch nicht. Also muss irgendwo dazwischen die Grenze gezogen werden, und damit bleibt die Entscheidung immer am SchiRi hängen ...

    Da Sie aber sicher auf das gestrige Bayernspiel abzielen: beim FE für FCB ist der Fall recht klar; wer mit weit von sich gestreckten Armen in den Zweikampf geht, und dann mit dem Arm den Ball abwehrt und so eine klare Torchance verhindert, braucht sich nicht wundern, wenn gepfiffen wird.
    Bei Dante ist die Sache grenzwertig; ähnliche Szenen wurden zwar schon gepfiffen (BVB in Manchester), aber im Sinne der Regel war das eine "natürliche" Armhaltung, und der Ball springt von der Hüfte an den Arm - den Kontakt hätte er nur mit hochgereckten oder amputierten Armen vermeiden können.

    Zumindest ist es nicht korrekt, dass "identische" Handspiele unterschiedlich bewertet worden wären.

  3. "Die Münchener gewinnen in Freiburg und sind der früheste Herbstmeister aller Zeiten"

    Woher wollen Sie denn wissen, was in den zukünftigen Zeiten noch passiert? In "alle Zeiten" sind diese enthalten, und naturgemäß nicht abschätzbar.

    Natürlich klingt "frühester Herbstmeister bisher" nicht so interessant wie "frühester Herbstmeister bisher". Aber falsch ist es trotzdem.

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    es muss natürlich heißen:

    "Natürlich klingt 'frühester Herbstmeister bisher' nicht so interessant wie 'frühester Herbstmeister aller Zeiten.' Aber falsch ist es trotzdem."

  4. es muss natürlich heißen:

    "Natürlich klingt 'frühester Herbstmeister bisher' nicht so interessant wie 'frühester Herbstmeister aller Zeiten.' Aber falsch ist es trotzdem."

    Antwort auf ""aller Zeiten""
  5. aber langweilig, was den Inhalt angeht.

  6. "Fifa/Uefa sollten sich dringend Gedanken zum Thema "Handspiel" machen. Zurzeit ist es eine pure Lotterie, ob gepfiffen wird, wenn der Ball die Hand berührt."

    Es gab in der Tat in letzter Zeit einige merkwürdige Entscheidungen. Aber wie soll man das Problem denn bitte durch Regeländerung lösen? Ganz erlauben kann man das Handspiel sicher nicht, und jeden Ballkontakt am Arm mit Freistoß belegen geht auch nicht. Also muss irgendwo dazwischen die Grenze gezogen werden, und damit bleibt die Entscheidung immer am SchiRi hängen ...

    Da Sie aber sicher auf das gestrige Bayernspiel abzielen: beim FE für FCB ist der Fall recht klar; wer mit weit von sich gestreckten Armen in den Zweikampf geht, und dann mit dem Arm den Ball abwehrt und so eine klare Torchance verhindert, braucht sich nicht wundern, wenn gepfiffen wird.
    Bei Dante ist die Sache grenzwertig; ähnliche Szenen wurden zwar schon gepfiffen (BVB in Manchester), aber im Sinne der Regel war das eine "natürliche" Armhaltung, und der Ball springt von der Hüfte an den Arm - den Kontakt hätte er nur mit hochgereckten oder amputierten Armen vermeiden können.

    Zumindest ist es nicht korrekt, dass "identische" Handspiele unterschiedlich bewertet worden wären.

    Antwort auf "Handspiel"
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    Meiner Meinung nach sollte man in diesem Fall beide nicht pfeiffen.

    "und dann mit dem Arm den Ball abwehrt und so eine klare Torchance verhindert"
    Sah gar nicht so nach Torschuss aus, was Ribery da gemacht hat. Evtl. kommt er vorbei, evtl. köpft der Freiburger den Ball auch weg. Aber vielleicht fliegt der Ball von Martinez auch nem Freiburger vor die Füße der in Volley reinhaut. Wer weiß das schon... ;)

    Da bin ich ganz bei Ihnen. Nachdem ein Elfer ja oft spielentscheidend ist, tun die Schiris gut daran, im Zweifelsfall lieber nicht zu pfeifen, sondern nur dann, wenn ein Spieler erkennbar aktiv die Hand (den Arm) zum Ball bewegt. Ansonsten kommen die Stürmer bald auf die Idee, in wenig aussichtsreichen Positionen lieber auf den Arm des Abwehrspielers zu zielen anstatt aufs Tor ...

  7. 7. Hand.

    Meiner Meinung nach sollte man in diesem Fall beide nicht pfeiffen.

    "und dann mit dem Arm den Ball abwehrt und so eine klare Torchance verhindert"
    Sah gar nicht so nach Torschuss aus, was Ribery da gemacht hat. Evtl. kommt er vorbei, evtl. köpft der Freiburger den Ball auch weg. Aber vielleicht fliegt der Ball von Martinez auch nem Freiburger vor die Füße der in Volley reinhaut. Wer weiß das schon... ;)

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    Da bewegen Sie sich ja zumindest schon mal in die richtige Richtung, nachdem Sie die beiden Handspiele ursprünglich als identisch bezeichnet haben. ;-)

    Für mich wurden beide Entscheidungen völlig richtig getroffen. Beim Freiburger geht der Arm, nachdem er zuerst beide Arme wie bei einem Volleyballblock hochgerissen hatte, deutlich zum Ball. Bei Martinez hingegen springt der Ball vom Knie unglücklich an den Unterarm, der Ball geht also zur Hand und nicht umgekehrt. Glückwunsch an Florian Meyer.

    Übrigens wurde letzte Saison gegen David Alaba ein Handelfmeter gegeben, weil ihm der Ball an die Hand geschossen wurde, mit der er sich gerade am Boden aufgestützt hatte, nachdem er weggerutscht war (und gleichzeitig eine gelbe Karte verhängt, wodurch er für das CL-Finale gesperrt war)...

  8. Da bewegen Sie sich ja zumindest schon mal in die richtige Richtung, nachdem Sie die beiden Handspiele ursprünglich als identisch bezeichnet haben. ;-)

    Für mich wurden beide Entscheidungen völlig richtig getroffen. Beim Freiburger geht der Arm, nachdem er zuerst beide Arme wie bei einem Volleyballblock hochgerissen hatte, deutlich zum Ball. Bei Martinez hingegen springt der Ball vom Knie unglücklich an den Unterarm, der Ball geht also zur Hand und nicht umgekehrt. Glückwunsch an Florian Meyer.

    Übrigens wurde letzte Saison gegen David Alaba ein Handelfmeter gegeben, weil ihm der Ball an die Hand geschossen wurde, mit der er sich gerade am Boden aufgestützt hatte, nachdem er weggerutscht war (und gleichzeitig eine gelbe Karte verhängt, wodurch er für das CL-Finale gesperrt war)...

    Antwort auf "Hand."

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