Klaus Allofs steht vor einem Wechsel von Bremen nach Wolfsburg. © Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images

Wer spielte wie gegen wen?

FSV Mainz 05 – 1. FC Nürnberg 2:1
Bayern München – Eintracht Frankfurt 2:0
FC Augsburg – Borussia Dortmund 1:3
Fortuna Düsseldorf – TSG Hoffenheim 1:1
SC Freiburg – Hamburger SV 0:0
FC Schalke 04 – Werder Bremen 2:1
VfL Wolfsburg – Bayer Leverkusen 3:1
SpVgg. Greuther Fürth – Borussia Mönchengladbach 2:4
VfB Stuttgart – Hannover 96 2:4

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Stuttgart gegen Hannover . Der VfB-Trainer Bruno Labbadia hatte sich vorgenommen, mit einem Sieg an die Europapokalränge ranzurücken. Doch das ging schief. 2:0 führten die Schwaben zwar zur Halbzeit, dominierten Partie und Gegner. Doch Hannover nutzte die Pause zu einer Umstellung, mit der der VfB nicht klar kam. Mirko Slomka, der Coach, ließ mit zwei statt einem Stürmer angreifen, brachte Jan Schlaudraff als hängende Spitze. Risiko, alles oder nichts! Das ging auf. Die Hannoveraner, zuvor noch stets zu langsam, rannten den Stuttgartern nun wie auf wilden Rossen davon. Folge: vier Tore in fünfzehn Minuten. Das gelang einem Auswärtsteam der Bundesliga zuletzt vor mehr als zwölf Jahren . "Wir müssen uns heute in den Hintern beißen", sagte Labbadia nach dem Spiel. Noch eine Ankündigung, die er nicht umgesetzt hat.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Mainz gegen Nürnberg. Was man nicht den Mannschaften ankreiden darf, denn das Match zählte aufgrund des Tempos und des Kampfs zu den besseren. Wer die Angelegenheit so ärgerlich machte, war Martin Petersen, der Vierte Schiedsrichter. Eigentlich soll dieser den Schiedsrichter bei Verwaltungsaufgaben unterstützen, im Konfliktfall mäßigend auf die Trainer und Ersatzbänke einwirken und prüfen, ob die Bälle aufgepumpt sind. Petersen jedoch weitete seine Befugnisse eigenmächtig aus, schurigelte den Mainzer Trainer Thomas Tuchel von Beginn an, begleitete ihn wie früher der Manndecker Karl-Heinz Förster seine Gegenspieler. Tuchel gab zwar zu, dass er generell nicht einfach zu handhaben sei. Doch diesmal sei er grundlos bei der Ausübung seines Berufs gestört worden. Außerdem sei Petersen ihm gegenüber persönlich ausfällig geworden. Nach dem Sieg zeigte ihm Tuchel die Faust, als wäre Petersen sein Gegner und nicht die Nürnberger. Nun kündigte Tuchel an, einen Beschwerdebrief über Petersen an den DFB zu erwägen: "Wenn ich mich ihm gegenüber so verhalten hätte wie er sich mir gegenüber, dann hätte ich was im Spielbericht stehen." Der Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer, Petersens Vorgesetzter an diesem Tag, sagte zum Übereifer des 27-jährigen Tugendtölpels: "Wir lernen alle hinzu."

Wer stand im Blickpunkt?

Diego. Von 2006 bis 2009, bei Werder Bremen , war der Brasilianer ein Star der Bundesliga. Doch in Wolfsburg wurde er nie glücklich, nicht in seinem ersten Anlauf in der Vorvorsaison, nicht in seinem zweiten, in der aktuellen Spielzeit. Der Spielmacher wirkte in Wolfsburg wie ein Kanarienvogel in der Kohlenmine. Bis gestern, als er beim überzeugenden 3:1 gegen Leverkusen der entscheidende Akteur war. Er schoss die ersten beiden Tore, das dritte sowie fast alle Wolfsburger Angriffe leitete er ein. Einhellige Meinung der Wolfsburger Journalisten: So gut hat Diego in Wolfsburg noch nie gespielt. Dass er vor anderthalb Jahren im entscheidenden Spiel gegen den Abstieg desertierte, haben sie ihm in Wolfsburg noch nicht gänzlich verziehen. Diego sucht daher den Kontakt zu den Fans. Seinem Trainer Lorenz-Günther Köstner, dem Nachfolger Felix Magaths, lief er beim Führungstor in die Arme. "Diego hat Wärme gesucht, jetzt hat er sie gefunden", sagte Köstner auf der Pressekonferenz. Noch lange nach Abpfiff gab Diego Interviews mit seinem Baby auf dem Arm. Der Kanarienvogel singt wieder:

ZEIT ONLINE bekommt ne Dauerkarte für die Wolfsburger Nordkurve spendiert.

Was machten die Frauen?

Im Spitzenspiel besiegte der VfL Wolfsburg den Spitzenreiter 1. FFC Frankfurt 4:2 und bleibt ohne Niederlage. Mit einem Sieg im Nachholspiel könnte er sogar auf Rang 1 klettern. Beste Spielerin war die ungarische Stürmerin Zsanett Jakabfi, die das 2:1 schoss.

Wie verlief das Topspiel?

ZEIT ONLINE twittert ein Spiel jedes Spieltags live. Diesmal waren wir im Wolfsburger Fan-Block in der Nordkurve. Hier eine Auswahl an Tweets. Alle Beiträge können Siehiernachlesen.

zeitonlinesport Wo geht's zum Stadion? Einfach den Massen nach! -- Das ist nicht in Wolfsburg, hier muss man den Weg kennen. pic.twitter.com/SwHZeHQJ
zeitonlinesport Die Wolfsburger müssen immer übertreiben. #fanatisch pic.twitter.com/LR5v8nfg
zeitonlinesport Vorsicht, bissig! pic.twitter.com/NG0UJPBt
zeitonlinesport Endstand Wolfsburg-Leverkusen 3:1. Ich gelte schon als Glücksbringer, ZEIT ONLINE bekommt ne Dauerkarte für die Nordkurve spendiert.

Worüber reden nach dem Spieltag alle?

Die Zwanziger Jahre. So heißt das Buch von Theo Zwanziger, dem ehemaligen DFB-Präsidenten. Darin nimmt er sich einige Weggefährten zur Brust. Seinem Nachfolger Wolfgang Niersbach hält er fehlendes politisches Engagement vor, der Besuch der DFB-Delegation in Auschwitz sei eine "Pflichtübung" gewesen. Uli Hoeneß bezeichnet er als "respektlosen Macho", der "seine Philosophie des Provozierens mit ins Präsidentenamt genommen" habe, prophezeit ihm ein Zerwürfnis mit Matthias Sammer. Die Bayern werfen Zwanziger nun Stillosigkeit vor. Hoeneß, jüngst erst von Louis van Gaal öffentlich angegriffen, schleuderte Zwanziger einen Speer entgegen: "Dazu gibt es zwei Dinge zu sagen. Erstens wusste ich schon lange, dass Zwanziger kein guter Präsident ist. Zweitens wird ihn dieses Buch nach seinem mehr als peinlichen Rücktritt endgültig in die Isolation treiben." Niersbach ergänzte vielsagend: "Ich würde Hoeneß nicht widersprechen." Was soll man von Zwanzigers Schrifttum halten? Hat Karl-Heinz Rummenigge Recht, der sagte, man solle seine Indiskretionen für sich behalten? Den Kapitän der Nationalelf Phillip Lahm hatte Zwanziger, damals noch im Amt, für seine Buchkritik übrigens gerügt. Eins lehrt die Debatte erneut: Um die Sache geht es im Fußball selten, denn inhaltlich widersprochen hat Zwanziger niemand. Dabei wäre es spannend zu erfahren, warum Zwanziger ausgerechnet Sepp Blatter, den Verantwortlichen für die Korruption in der Fifa, gegen seine Kritiker verteidigt.

Was war sonst noch wichtig?

Auch Olli Pocher erntete einen Shitstorm. Auf Facebook hielt er den Ultras, deren Selbsteinschätzung als Hüter der Fußballkultur er offenbar nicht teilt, ein Stöckchen hin: "Ultras = verstehen keinen Humor, fühlen sich nur in der Gruppe stark, können nicht mit Feuer umgehen, lassen keine andere Meinung zu und können gerne ihr einstudiertes Sprüchlein posten, um sich dann hier zu verabschieden." Und die Ultras sprangen drüber, drohten dem Sky -Experten und nannten ihn "Opfer" und "Eventie". Kindereien. Ernst hingegen wurde es für die Fans von Eintracht Frankfurt. Einige von ihnen wurden in München für Ganzkörperkontrollen in ein Zelt abgeführt. Zwar mussten sie angeblich nur die Jacken ausziehen, wie der FC Bayern mitteilte. Doch das war schon mal ein Vorgeschmack auf das, was kommen könnte, sollten sich die Hardliner in der Sicherheitsdebatte durchsetzen. Fan-Anwälte haben protestiert.

Was war das Zitat des Spieltags?

"Fakt ist, dass ich einen Vertrag bis 2015 habe. Mein Aufsichtsrat kann mir aber auch nicht sagen, dass ich bis 2015 bleibe."

Klaus Allofs, mit dem Gerücht eines Wechsels nach Wolfsburg konfrontiert, mag ein guter Manager sein, beherrscht aber nicht den Geheimcode des Leugnens .