Bundesliga-RückschauAllofs bejaht dementierend seinen Wechsel

Bremens Manager fällt es schwer zu leugnen. Thomas Tuchel wird vom Vierten Schiri verfolgt. Und Theo Zwanziger bekommt einen Shitstorm ab. Die Bundesliga-Rückschau von 

Klaus Allofs steht vor einem Wechsel von Bremen nach Wolfsburg.

Klaus Allofs steht vor einem Wechsel von Bremen nach Wolfsburg.  |  © Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images

Wer spielte wie gegen wen?

FSV Mainz 05 – 1. FC Nürnberg 2:1
Bayern München – Eintracht Frankfurt 2:0
FC Augsburg – Borussia Dortmund 1:3
Fortuna Düsseldorf – TSG Hoffenheim 1:1
SC Freiburg – Hamburger SV 0:0
FC Schalke 04 – Werder Bremen 2:1
VfL Wolfsburg – Bayer Leverkusen 3:1
SpVgg. Greuther Fürth – Borussia Mönchengladbach 2:4
VfB Stuttgart – Hannover 96 2:4

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Stuttgart gegen Hannover . Der VfB-Trainer Bruno Labbadia hatte sich vorgenommen, mit einem Sieg an die Europapokalränge ranzurücken. Doch das ging schief. 2:0 führten die Schwaben zwar zur Halbzeit, dominierten Partie und Gegner. Doch Hannover nutzte die Pause zu einer Umstellung, mit der der VfB nicht klar kam. Mirko Slomka, der Coach, ließ mit zwei statt einem Stürmer angreifen, brachte Jan Schlaudraff als hängende Spitze. Risiko, alles oder nichts! Das ging auf. Die Hannoveraner, zuvor noch stets zu langsam, rannten den Stuttgartern nun wie auf wilden Rossen davon. Folge: vier Tore in fünfzehn Minuten. Das gelang einem Auswärtsteam der Bundesliga zuletzt vor mehr als zwölf Jahren . "Wir müssen uns heute in den Hintern beißen", sagte Labbadia nach dem Spiel. Noch eine Ankündigung, die er nicht umgesetzt hat.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Mainz gegen Nürnberg. Was man nicht den Mannschaften ankreiden darf, denn das Match zählte aufgrund des Tempos und des Kampfs zu den besseren. Wer die Angelegenheit so ärgerlich machte, war Martin Petersen, der Vierte Schiedsrichter. Eigentlich soll dieser den Schiedsrichter bei Verwaltungsaufgaben unterstützen, im Konfliktfall mäßigend auf die Trainer und Ersatzbänke einwirken und prüfen, ob die Bälle aufgepumpt sind. Petersen jedoch weitete seine Befugnisse eigenmächtig aus, schurigelte den Mainzer Trainer Thomas Tuchel von Beginn an, begleitete ihn wie früher der Manndecker Karl-Heinz Förster seine Gegenspieler. Tuchel gab zwar zu, dass er generell nicht einfach zu handhaben sei. Doch diesmal sei er grundlos bei der Ausübung seines Berufs gestört worden. Außerdem sei Petersen ihm gegenüber persönlich ausfällig geworden. Nach dem Sieg zeigte ihm Tuchel die Faust, als wäre Petersen sein Gegner und nicht die Nürnberger. Nun kündigte Tuchel an, einen Beschwerdebrief über Petersen an den DFB zu erwägen: "Wenn ich mich ihm gegenüber so verhalten hätte wie er sich mir gegenüber, dann hätte ich was im Spielbericht stehen." Der Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer, Petersens Vorgesetzter an diesem Tag, sagte zum Übereifer des 27-jährigen Tugendtölpels: "Wir lernen alle hinzu."

Anzeige

Wer stand im Blickpunkt?

Diego. Von 2006 bis 2009, bei Werder Bremen , war der Brasilianer ein Star der Bundesliga. Doch in Wolfsburg wurde er nie glücklich, nicht in seinem ersten Anlauf in der Vorvorsaison, nicht in seinem zweiten, in der aktuellen Spielzeit. Der Spielmacher wirkte in Wolfsburg wie ein Kanarienvogel in der Kohlenmine. Bis gestern, als er beim überzeugenden 3:1 gegen Leverkusen der entscheidende Akteur war. Er schoss die ersten beiden Tore, das dritte sowie fast alle Wolfsburger Angriffe leitete er ein. Einhellige Meinung der Wolfsburger Journalisten: So gut hat Diego in Wolfsburg noch nie gespielt. Dass er vor anderthalb Jahren im entscheidenden Spiel gegen den Abstieg desertierte, haben sie ihm in Wolfsburg noch nicht gänzlich verziehen. Diego sucht daher den Kontakt zu den Fans. Seinem Trainer Lorenz-Günther Köstner, dem Nachfolger Felix Magaths, lief er beim Führungstor in die Arme. "Diego hat Wärme gesucht, jetzt hat er sie gefunden", sagte Köstner auf der Pressekonferenz. Noch lange nach Abpfiff gab Diego Interviews mit seinem Baby auf dem Arm. Der Kanarienvogel singt wieder:

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

    Service