Fußball-Bundesliga : Bremen nähert sich den Europa-League-Plätzen
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Eintracht Frankfurt – SpVgg Greuther Fürth

Der Fürther Edgar Prib (rechts) verliert den Zweikampf gegen Frankfurts Leistungsträger Sebastian Rode. © Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Eintracht Frankfurt– SpVgg Greuther Fürth 1:1 (1:0)

Auch ein Turbostart nach 24 Sekunden hat Eintracht Frankfurt nichts genutzt: Der Tabellendritte kam im Aufsteigerduell mit der SpVgg Greuther Fürth nicht über ein 1:1 hinaus und ist damit zum ersten Mal in dieser bislang so erfolgreichen Saison ein wenig ins Straucheln geraten. Alexander Meier erzielte mit dem schnellsten Tor dieser Bundesliga-Saison die frühe Eintracht-Führung. Zoltan Stieber (53. Minute) besorgte mit einem schönen Lupfer das dritte Unentschieden nacheinander für die Fürther, die zumindest für eine Nacht am FC Augsburg vorbei auf den 17. Platz kletterten.

"Wir hatten die Chance zu mehr, schlimmer kann ein Spiel nicht beginnen. Aber wie die Mannschaft danach aufgetreten ist, davor ziehe ich den Hut", sagte Fürths Trainer Mike Büskens. "Ich denke, dass uns der Punkt weiterhilft", meinte Frankfurts Stürmer Meier. "Die ersten 15 Minuten waren gut, dann hat Fürth besser gespielt und verdient den Punkt mitgenommen." Trotz der schwierigen Situation bei nur einem Sieg aus den vergangenen vier Spielen war sein Trainer Armin Veh mit dem Punkt zufrieden: "Wir waren immer einen Meter hintendran. Wir werden jetzt zwei Tage freimachen, das tut ihnen mal ganz gut."

Aus einer kompakten Defensive wollte Büskens das Spiel beginnen – der Plan scheiterte schon nach wenigen Augenblicken. Einen Schuss des rechtzeitig fit gewordenen Sebastian Rode klatschte Gäste-Torwart Max Grün nach vorne ab, per Drehschuss erzielte Meier aus 13 Metern sein siebtes Saisontor. Die Bestmarke für den schnellsten Treffer hielt in dieser Spielzeit bislang der Stuttgarter Vedad Ibisevic mit ebenfalls 24 Sekunden.

Trotz des jähen Rückschlags zeigte sich Fürth keinesfalls geschockt. Mit dem Selbstvertrauen aus dem ersten Heimzähler beim 1:1 gegen Werder Bremen störten die Franken früh, setzten das Heimteam aggressiv unter Druck und hätten beinahe von eklatanten Aussetzern der Eintracht profitiert. Nach einem Fehlpass von Sebastian Jung war Gerald Asamoah allerdings im Laufduell mit Frankfurts Keeper Kevin Trapp zunächst einen Schritt zu langsam (23.). Vier Minuten später legte Takashi Inui den Ball in den Lauf von Asamoah, doch erneut blieb Trapp nervenstark und parierte den Versuch des früheren Nationalstürmers. "Wenn ich abgebrühter vor dem Tor bin, gewinnen wir das Spiel", bemängelte Asamoah.

Im spielerisch schwächsten Auftritt dieser Saison unterliefen den Frankfurtern zahlreiche Fehlpässe, zunächst spielten sie aber zumindest noch die besseren Chancen heraus. Erst warf sich Fürths Verteidiger Thomas Kleine in höchster Not in einen Schuss von Meier (35.), anschließend zielte Olivier Occean ein wenig zu hoch. Der Stürmer zeigte gegen seine früheren Kollegen eine ganz schwache Leistung und wurde sogar von den eigenen Fans ausgepfiffen. "Wir sind sehr, sehr gut ins Spiel gekommen. Aber wir kriegen keinen Zugriff", analysierte Eintrachts Sportdirektor Bruno Hübner in der Halbzeit.

Auch nach der Pause blieben die Franken das gefährlichere Team – und nutzten die erste Konterchance eiskalt. Edgar Prib schickte Stieber mit einem Steilpass, der völlig alleingelassene Ungar überwand Trapp mit einem tollen Lupfer von der Strafraumgrenze.

Nach dem verdienten Ausgleich drängte Fürth sogar auf den zweiten Auswärtssieg. Zunächst scheiterte Asamoah wieder an Trapp (58.). In der 75. Minute rettete der beste Frankfurter zumindest einen Punkt mit einer Glanzparade gegen den Flachschuss von Stephan Fürstner. In der ersten schwächeren Phase der Saison muss das Veh-Team nun kommende Woche zum FC Bayern München.

Eintracht Frankfurt: Trapp - Jung, Anderson, Demidov, Oczipka - Schwegler, Rode (84. Celozzi) - Aigner (76. Köhler), Meier, Inui (57. Matmour) - Occean

SpVgg Greuther Fürth: Grün - Nehrig, Kleine, Mavraj, Schmidtgal - Sararer (90.+2 Mikkelsen), Pekovic, Fürstner, Stieber - Prib - Asamoah (89. Edu)

Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart)

Zuschauer: 47.400

Tore: 1:0 Meier (1.), 1:1 Stieber (53.)

Gelbe Karten: Jung (2), Schwegler (4) / Asamoah (1), Fürstner (4)

Beste Spieler: Trapp, Rode / Mavraj, Stieber

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Kommentare

17 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Der Tribut dreier Wettbewerbe

Europa-League/Champions-League, DFB-Pokal. Wer auf allen drei Hochzeiten längerfristig tanzen will, braucht einen Kader, der

a) Verletzte annähernd gleichwertig ersetzen kann
b) über internationale Erfahrung verfügt
c) dem Dauerdruck "englischer Wochen" gewachsen ist.

Bislang war der FC Bayern das einzige BL-Team, das diese Anforderungen erfüllen konnte, weil der Verein langfristig finanziell auf gesicherten Füßen steht und hervorragend gemanagt wird.

Dortmund könnte folgen. Jedoch haben sie es - genau wie der FCB in den Vorjahren - versäumt, sich den neuen Anforderungen entsprechend zu verstärken, daher der aktuelle Leistungsabfall in der Buli.

Leistungsabfall?

Sie haben heute 2mal Alu getroffen. Wenn der Kopfball von Lewandowski reingeht, dann spricht keiner mehr von Leistungsabfall. Sie stehen auf Platz vier, haben sich spielerisch stabilisiert (nach der durch die Länderspiele sehr zerstückelte Vorbereitung). Was will man also mehr (ausser vielleicht vor Schalke zu stehen)?
Und was die Bayern betrifft. Da haben Sie recht. Bei der Finanzkraft werden Sie immer oben dran sein und ab und an auch die Liga dominieren, so wie aktuell. Ein Blick auf die Tordifferenz spricht da die deutlichste Sprache (mehr noch als die Punkte).

wenn das Wörtchen wenn nicht wär......

hätten die Bayern letztes Jahr die CL gewonnen!
hätte der BVB Kagawa nicht verkauft!
wäre der BVB nicht so ungeschickt an die Börse gegangen!
würde der FCB nicht so gut haushalten!

aber aus Fehlern wird man klug und der BVB wieder realistischer!
noch ein *wenn* gefällig?
wenn heute Leverkusen und Mainz gewinnen, steht der BVB auf Platz 6 und hat eine gössere Punktedifferenz zu Platz 1 als auf die Abstiegsränge :-)

trotz alledem, der BVB wird eine gute Saison spielen und sich dauerhaft mit den Bayern auch international durchsetzen!
Ich freu mich auf die direkten Duelle!
Und das absolut grösste wäre ein gemeinsames CL Finale!

Genau zur Zeit ist nur Bayern konstant genug

insbesondere in der BL.

Sowohl Schalke als auch Dortmund müssen der dreifach Belastung Tribut zollen und verlieren insbesondere wichtige Punkte in der BL.

Sie haben aber beide zur Zeit auch noch nicht die Mittel, sich einen so komfortablen und hochwertigen Kader wie Bayern leisten zu können in dem jede Schlüsselposition meist doppelt stark besetzt ist.

Das macht zur Zeit den Unterschied insbesondere in der BL aus.

Ob Bayern nach dem dreifachen Vizetitel in der letzten Saison allerdings diesmal das Titel Triple schafft bleibt abzuwarten...

Bayern gegen Dortmund?

Das nenn' ich Optimismus:
Nur weil sie in den ersten drei Spielen der CL-Vorrunde keine solchen Prügel bezogen haben wie vor einem Jahr, die Dortmunder Truppe schon jetzt international erfolgreich zu sehen und sie ins Endspiel gegen Bayern zu phantasieren, ist schon recht abenteuerlich.
Mit solchem Optimismus könnte man sogar von Jogi Löws Schönspielertruppe einen Endspielsieg 2014 in Brasilien erwarten.

konstant?

auch als bayern sympathisant find ich es abwägig bei den dortmundern von schwäche oder fehlender konstanz zu sprechen.

es fehlt zur zeit das bissel glück, das in solchen spielen entscheidend ist, auch bei den bayern.

stuttgarts holzhauser hätte rot sehen müssen (was im übrigen für jedes foul dieser art zählen sollte).

wieviele spiele haben die bayern nach einem rückstand in den letzten 3 jahren gewinnen können? diese saison 2mal (leverkusen / BARTE)rückstand, 2 mal verloren.

die saison ist noch lange nicht gelaufen und spätestens wenn dortmund zu gast in münchen ist, wird sich wirklich zeigen, wohin die reise geht.

Diese bilden jedoch

einen gemeinsamen großen Block in der NM. Mal kurz Zusammengefasst: Lahm, Schweinsteiger, Kroos, Gomez (ja verletzt), Neuer, Müller, Boateng, Badstuber. Allein hier haben wir 7 Spieler, die bei Bayern momentan gesetzt sind + einen Ribery in Topform.
Bei Dortmund: Hummels, Schmelzer, Gündoğan, Götze und Reus, von denen einige jedoch verletzt waren.
Und wenn einige Spieler ausfallen + 4fach Belastung (Pokal, Liga, CL, NM) dann wird es nunmal eng und umso schöner ist es, dass das Team dennoch weiter "sein" Spiel spielt.
Manchmal muss man im Übrigen vielleicht auch einfach den Verantwortlichen zuhören und glauben, wenn diese sagen, dass die direkte CL-Quali das Ziel ist und es egal ist, was Bayern macht. Sollen sie doch Meister werden, aber Fußball ist mehr als nur Titel.

Nicht verzweifeln;-))

Ich finde, es wird sowieso alles viel zu heiß geredet. Wie oft ist es noch in der deutschen Fußballgeschichte (über 100 Jahre) geschehen, dass ein Verein 3mal hintereinander Meister wurde?
Richtig, gerade mal 2mal, Bayern und Gladbach in den 70ern.

Der BVB hat mit Reus einen Superfang gemacht, der auch noch wirklich zum Verein passt und sich da für viele Jahre wohlfühlen könnte.
Dann reicht es eben nicht ganz für die Top-Breite so wie bei Bayern.

Es wäre m.E. völlig in Ordnung, wenn der BVB diesmal irgendwo zwischen Platz 3 und 6 ankommt. Hey, warum nicht mal Europa League? Da wäre man unter den (Top-)Favoriten, könnte sich viel Selbstvertrauen holen und würde sich nicht so auspumpen wie in der CL gleich dauernd mit Clubs wie Real und ManCity. 2013 in der BL etwas "verschnaufen" und dann gehts 2014 wieder richtig los.

Grüße
kein BVB-Fan, aber freundlichst gesonnen;-)

Wahrehmung

Die Bayern hatten letztes Jahr eine nicht bessere Bank als Dortmund dieses Jahr, einen lange und wiederholt verletzten und dann außer Form spielenden Mannschaftskopf (Schweinsteiger) und haben es trotzdem geschafft, sich gegen ManCity und starke Neapolitaner in der Gruppe und gegen Real Madrid im Halbfinale durchzusetzen.
In der medialen Wahrnehmung schwächelt Dortmund dieses Jahr verständlicherweise, weil man der 4-fach Belastung und den Verletzungen Tribut zollt, während die Bayern totale Vize-Versager sind und einfach keinen Druck können. Ein CL-Halbfinal-Rückspiel in Madrid nach 2:0 Rückstand im Elfmeterschießen noch für sich zu entscheiden, das ist ja kein Druck, das eine Art besseres Trainingsspiel.

Der Wahrnehmungs-Bias nervt manchmal.