Bundesliga-VorschauUli Hoeneß schreit kein Schwein tot

Nach der Herbstmeisterschaft knöpft sich Bayerns Präsident alle Vegetarier vor. Babbel belächelt die Regeln der Branche und Veh wird karikiert. Die Bundesliga-Vorschau von  und

Uli Hoeneß

Uli Hoeneß  |  © G. Schiffmann/AFP/Getty Images

Wer spielt wann gegen wen?

Fortuna Düsseldorf – Eintracht Frankfurt (Fr. 20:30 Uhr)
FC Schalke 04 – Borussia M'gladbach
Bayer Leverkusen – 1. FC Nürnberg
1. FSV Mainz 05 – Hannover 96
FC Augsburg – SC Freiburg
SpVgg Greuther Fürth – VfB Stuttgart (alle Sa. 15:30 Uhr)
Bayern München – Borussia Dortmund (Sa. 18:30 Uhr)
Hoffenheim – Werder Bremen (So. 15:30 Uhr)
VfL Wolfsburg – Hamburger SV (So. 17:30 Uhr)

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Düsseldorf gegen Frankfurt, das Duell der Aufsteiger. Die Fortuna hat einen unterhaltsamen Protagonisten: Wolf Werner, ein Klaas Klever der Bundesliga. Klaas Klever ist der cholerische Gegenspieler von Dagobert Duck , der am Ende stets vor Zorn seinen Hut frisst. Der Düsseldorfer Manager ist ein ähnlicher Wutgickel. Der ehemalige Lehrer verlor kürzlich einen Prozess, bei dem er mehr Staatsrente einklagen wollte. Den Justizbehörden warf er " Larifari " vor und sagte, dass er schon vorher gewusst habe, dass er verlieren werde. Doch Werner reagiert auch bei Siegen gereizt. Beim Relegationsspiel gegen Hertha im Mai rannten Düsseldorf-Fans zu früh auf das Feld, das Spiel hätte durchaus verloren gewertet werden können. Das Sportgericht gab der Fortuna Recht , die stieg auf. Dennoch ging Werner in die Luft: "Die Aufstiegsfreude ist uns mit ständigen Nackenschlägen aus der Hauptstadt auf übelste Weise geklaut worden." Am Dienstag holte die Fortuna ein Remis beim Meister. Freude bei Werner? Iwo. Er zog seinen verdutzten Spieler Andreas Lambertz, der gerade mit einem Reporter sprach, vom Mikrofon weg – obwohl Sky vertraglich ein Recht auf Interviews hat und der Liga Summen zahlt, von denen Werner sein Rentenloch vermutlich schließen könnte. Der Dünnhäutige empfand aber seine Mannschaft im TV herabgewürdigt, weil der Moderator im Spiel gesagt hatte: "Das Taubheitsgefühl in Fortunas Offensive lässt nach." Am Freitag kommt die Eintracht mit Armin Veh , der der Fortuna in der Vorsaison mehrfach öffentlich vorwarf, Elfmeter und Freistöße zu schinden. Das wird ein Spaß, seien wir gespannt, ob Wolf Werner wieder einen Hut frisst und ob Armin Veh auf dieses Video reagiert:
 

 
Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Bayern gegen Dortmund . Ja, Sie lesen richtig. Mut zur Lücke. Das ist unsere Empfehlung zur Vorweihnachtszeit. Am Sonntag wird ja das erste Lichtlein angezündet, Ruhe kehrt ein, alle Menschen rücken zusammen und trinken Weihnachtstee. Verzichten Sie deshalb mindestens auf den ganzen Rummel rund um das Spitzenspiel. Auch wenn es schwer zu glauben ist, aber auch am Samstag um 18:30 Uhr spielen lediglich elf Männer mit einem Ball gegen elf andere. Es geht um drei Punkte. Das ist alles. Nehmen Sie sich den Rest nicht zu Herzen: Auch wenn es zufälligerweise genau vor diesem Spiel hier und da geschrieben steht: Mario Götze wird nicht zum FC Bayern wechseln. Jürgen Klopp wird nicht im Sommer Nationaltrainer, auch wenn er allein durch die Kraft seiner Ausstrahlung Opel zu neuen Beliebtheitsrekorden gelächelt hat. Und selbst falls der FC Bayern gewinnt, Griechenland ist noch nicht gerettet. Vergessen Sie das alles, kommen Sie mal runter, verfolgen sie unsere besinnlichen Tweets aus dem Stadion und basteln Sie Ihren Adventskranz mit Liebe.

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Wer steht im Blickpunkt?

Markus Babbel , wenn Hoffenheim gegen Bremen verlieren sollte. Die TSG liegt auf Rang 16, hat die vergangenen drei Spiele verloren. Im Kraichgau wird seit einiger Zeit über Babbels Entlassung spekuliert. Er verteidigt sich, indem er die Gepflogenheiten der Branche belächelt, Trainer nur am Ergebnis zu messen. Er meint, dass es sich die Kritiker leicht machen. Dabei macht er es sich mindestens genauso leicht. Er übersieht, dass sich die Debatte keineswegs nur um Punkte und Tore dreht, sondern auch um seine Mannschaftsführung. Das letzte Beispiel, das Zweifel an Babbel aufwarf: Nach der Niederlage gegen Leverkusen sagte er im TV aus heiterem Himmel, dass er Tim Wiese im Tor ersetzen wollte. Die Verletzung Wieses habe ihm "leider" die Entscheidung abgenommen. Zuvor hatte er Wiese für viel Geld holen lassen, ihn zum Kapitän gemacht und dauerhaft beschützt. Und jetzt dieser Affront gegen den Keeper ohne Not. Das sollte wohl ein Zeichen sein. Babbel setzt gerne Zeichen, vor der Saison gab er die Qualifikation zum Europapokal als Ziel aus. Dietmar Hopp ist übrigens bis Mitte Dezember in Florida.

Leserkommentare
  1. Zu FCB vs. Schwarz-Gelb Galacticos: Fehlt nur noch die Bemerkung "...es ist doch nur Fußball" und "möge der Bessere gewinnen."

    Zu Uli H. (auch im Vorgriff auf die folgenden Kommentare): An wem würdet Ihr euch eigentlich abarbeiten, wenn es Uli Hoeneß nicht gäbe? Seid ihm dankbar dafür! Der zitierte Spruch hat übrigens schon soooo nen Bart, er hat ihn bereits ca. 528x gebracht. Aber wenn's halt sonst nix zu vermelden gibt....

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    • Caieta
    • 30. November 2012 15:11 Uhr

    Ist es nicht eher umgekehrt? Was soll bloß aus Uli H. werden, wenn seine Feindbilder von heute auf morgen alle verschwinden würden? Ich meine die nie zufriedenen Pflanzenfresser, die realitätsfremden Grünen, die ollen Sozis, die ja keiner braucht in Bayern, die noch unbeliebteren Störenfriede von den Linken, die mit ihrer leistungsfeindlichen Mentalität ein Dorn im Auge des vollmundigen Würstchenfabrikanten sind, all die bösen Lemkes, die sich ein etwas größeres Stückchen vom Bundesliga-Kuchen gönnen wollen, die kiffenden Daums, die schon immer nicht ganz koscher waren und es auf den Uli mitsamt seinem Glühbirnen-Triumvirat abgesehen haben, der adrette Löw, der viel zu weich ist und seinen Spielern nur Puderzucker in den Hintern bläst, die eigenen Fans, die teilnahmslos im Stadion sitzen und immer gleich mosern, wenn's mal nicht so läuft, die anderen Vereine, die sich mit Händen und Füßen wehren, wenn Uli mit dem Geldkoffer auf der Matte steht, und natürlich die ganzen Neider, die dem Uli sein Glück und den blau-weißen Himmel über München missgönnen. Das klingt nach einer ausufernden schizophren Paranoia, ist allerdings nur das neurotische Gebaren eines krankhaft cholerischen Fußball-Chauvinisten, der alles scheinbar in einem ist: sozialer San Mariter und eiskalter Geschäftsmann, Gott und Teufel, der heimliche Ministerpräsident Bayerns und das güllige Jodelhorn bajuwarischer Kleinkariertheit. Erst wenn Uli H. nicht mehr schreit, muss man sich Gedanken machen.

  2. Chapeau!

    Antwort auf "@Kopfeck-Manni"
  3. Jetzt holen Sie erst mal tief Luft, wird schon werden...

    Der erste Teil Ihrer Endlosaufzählung ist nichts weiter als die übliche Klischee-Palette, bei der beinahe die von Ihnen diagnostiziert "schizophrene Paranoia" auf Sie zurückzufallen scheint. Sorry.

    Damit könnte man noch leben. Aber bei der Bemerkung "...das güllige Jodelhorn bajuwarischer Kleinkariertheit" handelt es sich um eine der vielen, leider in den Foren der Hamburger Verlagshäuser offensichtlich zum guten Ton gehörende Beleidiungen und Zumutungen gegen Bayern. Geht's eigentlich überhaupt noch???

    PS: Was ist eigentlich ein "Jodelhorn"?

    Deshalb nochmal: Was wärt Ihr (nicht alle) eigentlich ohne diesen Bayern-Komplex? Man fragt sich manchmal wirklich, ob man im Ohnsorg-Theater sitzt, wenn es bei Zeit Online oder Spiegel-Online um dieses Thema geht. Nicht zu fassen...

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    • Tohain
    • 01. Dezember 2012 12:20 Uhr

    in der Welt, in der Bayern blau-weiß ist und ein jeder San Mariter, der dort lebt sich seines Jodelhorns erfreut, wird Uli Hoeneß wohl immer die Personifizierung des Bösen in der Fußballwelt sein und der FCB immer ein zufällig erfolgreicher Geld-Gierschlund. Deshalb kann man ja auch ruhigen Gewissens dazu raten, auf *das* Duell der letzten Jahre zu verzichten und sich stattdessen der vorweihnachtlichen Ruhe und Gelassenheit zu widmen, die dann genau von 1830-2100 geht, damit man danach Uli Hoeneß wieder bescheinigen kann, dass er der Grinch ist, Weihnachten hasst und den Weihnachtsmann als unverschämten Nordlichtschmarozer sieht, der mit seinen (Hoeneß') Steuergeldern Geschenke an die noch mehr schmarozenden Nichtbayern verteilt. Aber wenn Herr Hoeneß nach der Meisterschaft auch die Weltherrschaft erreicht hat, wird er ohnehin alle Feiertage abschaffen, bzw. die gelten dann nur noch in Bayern... nicht!... Aber seis drum, manchmal könnte man meinen Herr Fritsch liefert abslichtlich Woche um Woche so einen antibajuwarischen Kommentar ab, damit die Leserkommentare wieder zu einer Endlos-Diskussion zwischen blinden Bayern-Hassern und Bayernfans ausartet, die gelegentlich mit Kommentarn von "neutralen" Fußball betrachtern gespickt wird, die aber z.T. noch eher den Bayern beipflichten, weil das andere oft jeglichen Sinn und Verstand vermissen lässt...;)

    P.S. Ihre Nachforschungen über das Jodelhorn sollten sie mal in die boarische Version Wikipedia stellen, dort fehlt das noch...;)

  4. Der Himmel über Bayern ist übrigens weiß-blau, nicht blau-weiß. Herzliche Grüße aus dem kleinkarierten Bayern!

  5. ...könnte man auf die Begegnung Bayern-BVB ganz verzichten, da die Meisterschaft doch schon entschieden ist. Ich finde es irgendwie bockig von Klopp, dass er "trotzdem mal hinfahren" will. Der BVB sollte langsam mal aus seiner Trotzphase heraus kommen!

  6. Nachdem Ihr die profunde Analyse von Caieta (bemerkenswerterweise) für "empfehlenswert" haltet: Könnt Ihr mir wenigstens erklären, was denn ein "Jodelhorn" sein soll. Ich suche meines gerade, finde es aber nicht. Nach was, bitte schön, soll ich denn suchen? Wie sieht so ein Ding aus?

    Ein hilfloser Bayer

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    Es ist .. ein Ebayer!! http://myworld.ebay.de/jo...

    So klärt sich doch alles auf.

    Diesen Begriff kenne ich nur von Rettungswägen. Die Sirene wird so bezeichnet...

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