Champions LeagueSchwache Bayern ziehen ins Achtelfinale ein

Trotz knapp einstündiger Überzahl schaffen die Bayern in Valencia keinen Sieg. Das 1:1 genügt jedoch zum Achtelfinal-Einzug in der Champions League. Der Spielbericht von dpa

Thomas Müller mit Ball in der Hand nach seinem Tor

Thomas Müller mit Ball in der Hand nach seinem Tor  |  © Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

FC Valencia - Bayern München 1:1 (0:0)

Thomas Müller hat den FC Bayern ins Achtelfinale der Champions League geschossen. Mit seinem Treffer in der 82. Minute rettete der Nationalspieler dem deutschen Rekordmeister ein Remis beim FC Valencia . Das 1:1 in Überzahl bei den heimstarken Spaniern genügte den Münchnern, um als erster der drei deutschen Vereine in die K.o.-Runde der Königsklasse einzuziehen. Der herausragende Sofiane Feghouli hatte Valencia in Führung gebracht (77. Minute). "Mit dem Ergebnis können wir zufrieden sein, mit dem Spiel nicht", sagte Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Auch der Torschütze Müller äußerte sich nach dem glücklichen Remis selbstkritisch. "Das war grundsätzlich kein Spiel, für das wir uns feiern können", sagte Müller. "Es ist sehr ärgerlich, dass wir nicht gewonnen haben. Wir spielen 60 Minuten in Überzahl und sind kurz vor Ende 0:1 hinten", schimpfte der bis auf sein Tor schwache Müller.

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Zum Vorrundenabschluss am 5. Dezember kann die Elf von Jupp Heynckes im Heimspiel gegen Bate Borissow allerdings noch den angestrebten Gruppensieg perfekt machen. Um auch dieses Ziel frühzeitig zu erreichen, hätten die Bayern erstmals im Estadio Mestalla gewinnen müssen, was ihnen aber selbst mit einem Mann mehr nicht gelang. Die Rote Karte für Valencias Verteidiger Antonio Barragán (33.) nach einem groben Foul an David Alaba erwies sich nicht als Vorteil gegen die kampfstarken Spanier.

"Ich bin glücklich, dass wir noch den Ausgleich geschafft haben. Valencia ist sehr sehr heimstark und technisch überragend", sagte Mario Gomez . Der Nationalspieler wurde in der 79. Minute eingewechselt und feierte endlich seinen ersten Pflichtspieleinsatz in dieser Saison nach seiner Sprunggelenkoperation.

Auch wenn alle Beteiligten es zurückwiesen hatte die Partie angesichts des überraschenden Erfolges von OSC Lille bei Bate Borissow schon vor dem Anpfiff an Brisanz verloren. Valencia stand durch das 2:0 des bis dahin sieglosen Schlusslichtes Lille in Weißrussland schon als Achtelfinalist fest, und auch den Bayern nahm das Ergebnis Druck. Zunächst bestimmten die Bayern-Profis bei besten äußeren Bedingungen diszipliniert, konzentriert und gut organisiert das Geschehen.

Javi Martínez durfte bei seiner ersten Dienstreise als Bayern-Angestellter in sein Heimatland von Beginn an neben Bastian Schweinsteiger spielen. Der 40-Millionen-Euro-Mann erfüllte seine Aufgabe als Abschirmdienst vor der Abwehr und Fleißarbeiter im Mittelfeld unaufgeregt und zuverlässig, konnte aber vor allem in der zweiten Halbzeit im Zentrum nicht immer alle Lücken schließen.

Valencia verlagerte sich anfangs auf Konter, so dass die erste halbe Stunde ereignisarm verstrich. Dante mit einem Kopfball (18.) hatte die beste Bayern-Möglichkeit. Ansonsten fehlte dem deutschen Rekordmeister die letzte Entschlossenheit und der letzte gefährliche Pass in Richtung Tor. Fast hätte sich das schon früher gerächt, als der algerische Nationalspieler Feghouli mit einem Schuss aus zehn Metern Manuel Neuer im Bayern-Tor zu einer Großtat zwang (32.).

Die halbstündige Aufwärmphase war spätestens eine Minute später endgültig vorbei, als Barragan nach einem Foul nahe der Körperverletzung Rot sah. Die Überzahl wussten die Bayern allerdings nicht zu nutzen. Im Gegenteil: Die Ordnung ging verloren.

Der anfangs sehr engagierte und spielbelebende Franck Ribéry wirkte nach überstandener Prellung des Brustkorbs gehemmt und gehandicapt. Gefährlich für Valencia wurde es nur noch mal bei einem Distanzschuss von Claudio Pizarro (39.).

Auch nach dem Wechsel bekamen die Zuschauer zunächst kein Festival an Torchancen zu sehen. Die Bayern taten sich erstaunlich schwer, die Überzahl erwies sich eher als Vorteil für Valencia. Feghouli musste nun als rechter Verteidiger agieren und war dennoch auch Initiator fast aller gefährlicher Aktionen der Spanier. Nach seiner Flanke prüfte Roberto Soldado per Kopf Neuer (53.). Der Kapitän hatte wenig später eine weitere Chance, schoss aber drüber (62.).

Auf der anderen Seite hatte Thomas Müller nach Ribéry-Zuspiel aus kurzer Distanz das 1:0 auf dem Fuß, doch sein harmloser Schuss (64.) passte zu dem Abend des Nationalspielers, dem wenig gelingen wollte. Heynckes brachte Mario Mandzukic, Xherdan Shaqiri und Mario Gomez. Der kroatische Angreifer Mandzukic hatte gleich eine gute Möglichkeit, doch er erwischte den Ball nicht richtig mit dem Kopf (71.). Nach dem überraschenden 1:0 durch Feghouli feierte dann Gomez sein Comeback. Ein Tor gelang dem Nationalstürmer aber nicht mehr.

FC Valencia: Guaita - Barragán, Rami, Ricardo Costa, Cissokho -
Tino Costa, Parejo (75. Jonas) - Feghouli, Éver Banega (80. Albelda), Guardado (86. Valdez) - Soldado
Bayern München: Neuer - Lahm, Dante, Badstuber, Alaba - Javi Martínez, Schweinsteiger - Müller, Kroos (66. Shaqiri), Ribéry (79. Gomez) - Pizarro (66. Mandzukic)
Schiedsrichter: Webb (England)
Zuschauer: 44.000
Tore: 1:0 Feghouli (77.), 1:1 Müller (82.)
Gelbe Karten: Guaita, Soldado / Dante, Javi Martínez
Rote Karten: Barragán (33./grobes Foulspiel) / -
Beste Spieler: Éver Banega, Feghouli / Lahm, Alaba

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Leserkommentare
  1. Irgendwer hat von irgendwem abgeschrieben bzw. ZEIT Online und faz die dpa Pressemeldung einfach ungeändert hochgeladen...tze tze
    Siehe faz Artikel zum Spiel: http://www.faz.net/aktuel...

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    ... Quelle ist ja oben angegeben:

    "Quelle ZEIT ONLINE, DPA, (sd)"

    Und vielleicht sollte man Verständnis dafür haben, dass niemand Lust hatte, was zu diesem Spiel zu schreiben ;-)

    Redaktion

    Liebe(r) critiquemustbe,
    dieser Text stammt aus der Feder eines DPA-Reporters, siehe Quellenangabe. So wie ZEIT ONLINE die Texte der dt. Nachrichtenagentur veröffentlichen darf, dürfen das auch andere Medien. Deshalb kann es vorkommen, dass Sie auf anderen Seiten Ähnliches lesen. Unsere Reporter besuchen an jedem Wochenende ein Bundesliga-Spiel, ausgewählte Champions-League-Partien und die Spiele der Nationalelf.
    Gruß aus der Redaktion

  2. ... Quelle ist ja oben angegeben:

    "Quelle ZEIT ONLINE, DPA, (sd)"

    Und vielleicht sollte man Verständnis dafür haben, dass niemand Lust hatte, was zu diesem Spiel zu schreiben ;-)

  3. Irgendwie kann ich mit den übersteigerten Erwartungshaltungen in Deutschland in puncto Fussball (und auch anderswo) wenig anfangen.

    Valencia ist bekanntlich eine spanische Spitzenmannschaft, die auch schon CL-Finals erreicht hat, und die zu Hause gespielt haben. Vor dem Spiel war klar, dass beide bei einem Unentschieden sicher qualifiziert sind, Valencia war auf jeden Fall schon durch. Dann spielen die Spanier zu Hause defensiv, körperbetont, und warten auf Konter; der FC Bayern bestimmt und kontrolliert das Spiel, riskiert aber nicht allzuviel, denn: solange sie kein Tor bekommen, ist alles im Plan.

    Dann kommt nach einem absurd fehlentschiedenen Freistoß Valencia in Ballbesitz, und es fällt ein mehr als unglückliches Tor. Prompt erhöht Bayern die Schlagzahl, schafft den verdienten Ausgleich und hatte durchaus Chancen zum Sieg. Unabhängig davon wird man im Falle eines Sieges gegen Borissow Gruppenerster sein.

    Und die deutsche Presse titelt einhellig die "schwachen Bayern" ... nur weil die sich erlaubt haben, den dritten der spanischen Liga nicht in deren Wohnzimmer wegzuputzen.

    Schwach wäre gewesen, sich selbst hinten rein zu stellen und dann mit Glück ein Unentschieden zu holen.
    Und dass eine frühe Unterzahl oft zusätzliche Motivation und damit eher Vor- als Nachteil für die scheinbar geschwächte Mannschaft ist hat man schon oft gesehen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • match
    • 21. November 2012 10:36 Uhr

    in etwa erahnen woher die Erwartungshaltung kommt. Ich finde allerdings auch das die Gruppe F ziemlich ausgeglichen ist und man froh sein sollte das 1/8-Finale erreicht zu haben.

  4. Redaktion

    Liebe(r) critiquemustbe,
    dieser Text stammt aus der Feder eines DPA-Reporters, siehe Quellenangabe. So wie ZEIT ONLINE die Texte der dt. Nachrichtenagentur veröffentlichen darf, dürfen das auch andere Medien. Deshalb kann es vorkommen, dass Sie auf anderen Seiten Ähnliches lesen. Unsere Reporter besuchen an jedem Wochenende ein Bundesliga-Spiel, ausgewählte Champions-League-Partien und die Spiele der Nationalelf.
    Gruß aus der Redaktion

    • match
    • 21. November 2012 10:36 Uhr

    in etwa erahnen woher die Erwartungshaltung kommt. Ich finde allerdings auch das die Gruppe F ziemlich ausgeglichen ist und man froh sein sollte das 1/8-Finale erreicht zu haben.

    • Voce
    • 21. November 2012 11:39 Uhr

    als auch das Unentschieden interessiert mich, ob der FCB nach der schwachen Leistung in Nürnberg und den starken Aussagen vor dem, aber schwachen Spiel in Valencia, nun in der Lage sein wird, in den bevorstehenden Herausforderungen wieder spielerische Stärke demonstrieren zu können, oder ob sich hier wieder eine Krise anzubahnen scheint.
    Der nächste Gegner Hannover wird dafür sicherlich ein guter Gradmesser sein.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, DPA, (sd)
  • Schlagworte Bayern | Mario Gomez | Bastian Schweinsteiger | Manuel Neuer | Thomas Müller | Claudio Pizarro
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