Europa LeagueStuttgart und Gladbach – es siegen die, die Siege brauchen

Stuttgart demontiert Bukarest 5:1. Gladbach kommt gegen Limassol eine Runde weiter. Leverkusen und Hannover, beide bereits qualifiziert, enttäuschen. Die Spielberichte von dpa

Shinji Okazaki (links) vom VfB Stuttgart im Zweikampf mit Vlad Chiriches von Steaua Bukarest

Shinji Okazaki (links) vom VfB Stuttgart im Zweikampf mit Vlad Chiriches von Steaua Bukarest  |  ©Robert Ghement/dpa

Steaua Bukarest – VfB Stuttgart 1:5 (0:4)

Mit einer Gala hat der VfB Stuttgart einen wichtigen Schritt in Richtung Zwischenrunde gemacht. Die Schwaben feierten beim rumänischen Rekordmeister Steaua Bukarest nach einer beeindruckenden Vorstellung mit vier Toren in 26 Minuten einen Auswärtserfolg. Damit kann die Elf von Trainer Bruno Labbadia am 6. Dezember gegen Molde FK das Weiterkommen perfekt machen.

Serdar Tasci (5. Minute), Martin Harnik (18.) und die Japaner Gotoku Sakai (23.) und Shinji Okazaki (31.) krönten schon in der ersten Halbzeit die reife, abgeklärte und internationalen Ansprüchen würdige Leistung des VfB. Nach dem Wechsel erhöhte Okazaki (55.) auf 5:0, so dass die Stuttgarter ihre Bilanz wahrten: Noch nie hat der VfB gegen rumänische Clubs verloren. Daran änderte auch der späte Gegentreffer des eingewechselten Mihai Costea (83.) nichts.

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"Oh, wie ist das schön", stimmten die etwa 600 mitgereisten Fans an. Im Hexenkessel der National Arena, im Mai Austragungsort des Europa-League-Endspiels zwischen Atletico Madrid und Athletic Bilbao (3:0), erwischte der berauschte VfB vor rund 50.000 Zuschauern einen guten Start. Nach einem Eckball des starken Zdravko Kuzmanovic stieg Tasci am Fünfmeterraum in die Luft und ließ dem Torwart Ciprian Tatarusanu keine Abwehrchance.

Beim zweiten Gegentreffer allerdings sah Bukarests Tormann nicht gut aus, als er nach einer erneuten Hereingabe Kuzmanovic' unentschlossen zum Ball ging und Harnik ohne Mühe aus kurzer Distanz einköpfen konnte. Die Schwaben zeigten die beste erste halbe Stunde dieser Saison: laufstark, konsequent in der Defensive und vor allem effektiv und zielstrebig auf dem Weg zum Tor.

Zwei bemerkenswerte japanische Co-Produktionen ließen Labbadia und Sportdirektor Fredi Bobic erneut jubeln. Zunächst passte Okazaki am Strafraum zu seinem Landsmann Sakai. Der Rechtsfuß traf mit links zum 3:0 – sein erster Pflichtspieltreffer für den VfB war gleich ein Traumtor in den Winkel! Nur acht Minuten später revanchierte sich Sakai mit einer getimten Flanke auf den Kopf des heranrauschenden Okazaki, der zum 4:0 traf.

Der Trainer Steauas Laurentiu Reghecampf reagierte sofort. Der frühere Offensivspieler von Energie Cottbus und Alemannia Aachen brachte einen Angreifer, Costea, für den Verteidiger Florin Gardos (32.). Bis dahin hatte der rumänische Tabellenführer, immerhin dekoriert mit 23 Meisterschaften und 21 Pokalsiegen sowie dem Erfolg im Landesmeisterpokal 1986, dem Treiben der Stuttgarter staunend und tatenlos zugeschaut.

Gefährliche Chancen erarbeitete sich der "bärenstarke Gegner" (Labbadia vor dem Spiel) allerdings nicht. Dafür hatte Vedad Ibisevic kurz vor der Pause sogar das 5:0 auf dem Fuß, übersah aber den besser postierten Christian Gentner (45.).

Rund 1.700 Kilometer fern der Heimat machte sich auch nach dem Wechsel das Fehlen des grippekranken Innenverteidigers Georg Niedermeier nicht negativ bemerkbar. Okazaki erhöhte auf 5:0. Die Gastgeber zeigten immerhin Moral. Die Steaua-Fans wurden mit dem 1:5 für ihr nimmermüdes Engagement von den Rängen belohnt.

Steaua Bukarest: Tatarusanu - Szukala, Chiriches, Gardos (32. Costea) - Chipciu, Bourceanu, Pintilii (58. Prepelita), Latovlevici - Popa, Rusescu, Tanase (62. Adi Sobrinho)
VfB Stuttgart: Ulreich - Sakai (70. Rüdiger), Tasci, Maza, Molinaro - Kvist - Gentner (46. Hajnal), Kuzmanovic - Harnik (61. Traoré), Okazaki - Ibisevic
Schiedsrichter: Koukoulakis (Griechenland)
Zuschauer: 50.000
Tore: 0:1 Tasci (5.), 0:2 Harnik (18.), 0:3 Sakai (23.), 0:4 Okazaki (31.), 0:5 Okazaki (55.), 1:5 Costea (83.)
Gelbe Karten: Bourceanu, Chipciu, Prepelita / Ibisevic, Kuzmanovic, Kvist
 

Leserkommentare
    • karpo
    • 23. November 2012 10:02 Uhr

    Das hannöversche Umfeld sollte sich hüten abzuheben. 96 hat sich vorzeitig für die nächste Runde qualifiziert, das ist entscheidend. Wie sie in den EL-Gruppenspielen danach spielen ist doch wirklich wurscht. Wenn sich diese Anspruchshaltung ausweitet, wird 96 leider wieder genau dahin rutschen, wo es her kam: ins graue Mittelfeld der Bundesliga.

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