Europa LeagueHannover und Leverkusen ziehen in die Zwischenrunde ein

Leverkusen besiegt Rapid Wien souverän, Hannover gelingt der Siegtreffer spät. Beide Teams sind weiter. Auch Stuttgart und Gladbach wahren ihre Chance. Alle Spielberichte von dpa

André Schürrle (rechts) feiert mit Jens Hegeler seinen Treffer zum 2:0.

André Schürrle (rechts) feiert mit Jens Hegeler seinen Treffer zum 2:0.  |  ©Federico Gambarini/dpa

Bayer Leverkusen – Rapid Wien 3:0 (1:0)

BayerLeverkusen ist frühzeitig der Einzug in die Zwischenrunde gelungen. Der Verein siegte gegen Rapid Wien und behauptete damit die Tabellenführung der Gruppe K. Die Tore schossen Jens Hegeler (4. Minute), André Schürrle (53.) und Manuel Friedrich (66.). Leverkusen ist seit zwölf Pflichtspielen ungeschlagen. Zudem ist das Team in der Europa League noch ohne Gegentreffer.

Der Verein meisterte die Pflichtaufgabe gegen die limitierten Österreicher ohne zu glänzen, sparte dabei aber auch Kräfte für die nächsten Spiele. Für den Tabellenvierten der Bundesliga steht nun in zwei Wochen die Auswärtspartie bei Metalist Charkow an. In der Ukraine kann Bayer den Gruppensieg vollziehen.

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Den dominanten Leverkusenern gelang früh der Führungstreffer. Nachdem Junior Fernandes eine Flanke von Sidney Sam an die Querlatte geköpft hatte, nickte Hegeler den Abpraller ein. Der Mittelfeldspieler erzielte sein zweites Saisontor – insgesamt stand er erst zum dritten Mal in der Startelf. Fernandes hatte bis heute erst einmal von Anfang an gespielt, die Aufstellungsrotation von Samy Hyypiä und Sascha Lewandowski ermöglichte ihm die Chance gegen Rapid.

Die Leverkusener Trainer verzichteten im fünften Match innerhalb zwei Wochen auf Stefan Kießling und Lars Bender. Der zuletzt überzeugende Gonzalo Castro nahm zunächst auf der Bank Platz. Außerdem fehlten die verletzten Daniel Schwaab, Karim Bellarabi und Michal Kadlec. Noch mehr Ausfälle hatte der Rapid-Trainer Peter Schöttel zu beklagen, dem im Spiel um die letzte Chance gleich zehn Profis nicht zur Verfügung standen.

Die Wiener Bilanz von null Punkten und 1:8 Toren aus den ersten drei Partien spiegelt sich vor der Pause wider: Rapid agierte wenig kombinationsfreudig und offenbarte vor dem Tor Abschlussschwächen. Am gefährlichsten setzte sich Christopher Trimmel in Szene, der per Kopf zweimal knapp scheiterte (5./42.). Kapitän Stefan Kulovits schob den Ball an Keeper Michael Rensing, aber auch am Kasten vorbei (35.).

Leverkusen machte nach der frühen Führung zu wenig, um schon vor der Pause eine Vorentscheidung zu erzwingen. In einer Halbzeit auf insgesamt mäßigem Niveau hatte Ramos Carvajal mit einem frechen Schlenzer gegen die Querlatte die größte Chance für Bayer (12.).

Nach dem Seitenwechsel gehörte die Anfangsphase wieder den Gastgebern und auch der Torerfolg blieb nicht aus: Einen Freistoß des eingewechselten Castro köpfte Friedrich vor das Tor, von wo Rapids Terrence Boyd den Ball vor die Füße von Schürrle lenkte. Der Nationalspieler zog volley ab und überwand Torhüter Lukas Königshofer mit einem Aufsetzer. Für die endgültige Entscheidung sorgte Friedrich per Kopf nach Eckball von Castro und Vorlage von Ömer Toprak.  

Bayer Leverkusen: Rensing - Carvajal (74. Carlinhos), Friedrich, Toprak, Hosogai - Rolfes, Reinartz, Hegeler - Schürrle (62. Renato Augusto), Sam (46. Castro) - Junior Fernándes

Rapid Wien: Königshofer - Schimpelsberger, Sonnleitner, Gerson, Schrammel - Kulovits, Pichler - Trimmel, Wydra, Grozurek - Boyd (86. Prokopic)

Schiedsrichter: Kovarik (Tschechien)

Zuschauer: 19.842

Tore: 1:0 Hegeler (4.), 2:0 Schürrle (53.), 3:0 Friedrich (66.)

Gelbe Karten: Carvajal, Reinartz / Boyd, Kulovits

Mame Diouf feiert seinen Treffer gegen Helsingborg

Mame Diouf feiert seinen Treffer gegen Helsingborg  |  ©REUTERS/Fabian Bimmer

 Hannover 96 – Helsingborg IF 3:2 (1:0)

Dank Matchwinner Szabolcs Huszti schafft Hannover 96 zum zweiten Mal in Serie den Einzug in die Zwischenrunde. Der Ungar rettete dem Bundesligisten mit seinem Elfmetertor in der 90. Minute einen glücklichen Heimerfolg gegen Helsingborg IF. Mame Diouf (3. Minute/49.) hatte die Niedersachsen zuvor schon mit zwei Kopfballtoren 2:0 in Führung gebracht, ehe Nikola Djurdjic (59.) und Alejandro Bedoya (67.) es noch einmal spannend machten. Hannover behauptete mit dem dritten Sieg im vierten Spiel die Tabellenführung in Gruppe L und steht damit sicher in der Zwischenrunde.

Die Entscheidung fiel wie schon im Hinspiel erst kurz vor dem Ende. Peter Larsson bremste den eingewechselten Artur Sobiech im Strafraum und sah ebenso Rot wie sein Teamkollege Walid Atta. Dann versenkte Huszti mit viel Glück den Strafstoß.

"Es war für einige vielleicht zu entspannt. Wir haben hanebüchene Fehler gemacht, sehr leichtsinnig", sagte der Trainer Mirko Slomka. "Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht", befand auch der Mittelfeldspieler Christian Schulz, war aber froh über das Weiterkommen: "Das ist eine Bestätigung für das letzte Jahr."

Diouf hatte den Gastgebern einen Start nach Maß beschert. Der Top-Vorbereiter Huszti durfte flanken, Diouf kam völlig frei zum Kopfball: 1:0. Auch danach hatte das Team von Coach Slomka die Partie lange im Griff, leistete sich aber zu viele Nachlässigkeiten.

Gegen die rustikale Defensive der Schweden hatte Hannover zwar viel Ballbesitz, kam aber zu selten zum Abschluss. Die Versuche von Didier Ya Konan (24.) und Diouf waren ebenso harmlos wie der Kopfball von Lars Stindl (38.). In dieser Phase ließen die Hausherren Zielstrebigkeit und Präzision vermissen. "Nach dem 1:0 haben wir ein bisschen zu viel Leichtigkeit im Spiel gehabt", kritisierte 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke.

Kurz nach dem Seitenwechsel gelang Hannover der zweite Treffer. Nach feiner Kombination zog Stindl in den Strafraum, seine Flanke fand Diouf – und der Senegalese war erneut per Kopf treffsicher. Nun schien alles klar, doch die Freude war verfrüht.

Denn plötzlich wurde Helsingborg mutiger. Djurdjic prüfte schon im Gegenzug Nationaltorwart Ron-Robert Zieler mit einem satten Flachschuss. Hannovers Abwehr wirkte plötzlich ungeordnet, die Gäste nutzten die sich nun bietenden Lücken. Mattias Lindström wurde am rechten Flügel nicht entscheidend gestört, seine Vorlage konnte Djurdjic völlig frei zum Anschlusstor über die Linie drücken.

Jetzt kippte die Partie komplett. Hannover hatte den Faden verloren. Bedoya nutzte die Verwirrung in der 96-Defensive nach einem Freistoß zum Ausgleich. Nun war die Partie völlig offen. Die Schweden wollten mehr und brachten die Hannoveraner immer wieder in Verlegenheit. Doch dann kam 96 doch noch zum Sieg.

Hannover 96: Zieler - Cherundolo, Eggimann, Haggui, Rausch (73. Pander) - Schmiedebach, Schulz - Stindl, Huszti - Ya Konan (72. Schlaudraff), Diouf (87. Sobiech)

Helsingborg IF: Hansson - Larsson, Christoffer Andersson, Atta, Uronen (84. Hanstveit) - Lindström (90.+4 Accam), Mahlangu, Gashi, Bouaouzan (46. Álvaro) - Djurdic, Bedoya

Schiedsrichter: Fautrel (Frankreich)

Zuschauer: 33.200

Gelbe Karten: Stindl / Bedoya, Lindström

Rote Karten: - / Atta (88./Notbremse), Larsson (89./Meckern)

Zweikampf zwischen Joey Barton von Olympique Marseille (links) und Mike Hanke von Borussia Mönchengladbach

Zweikampf zwischen Joey Barton von Olympique Marseille (links) und Mike Hanke von Borussia Mönchengladbach  |  ©REUTERS/Philippe Laurenson

Olympique Marseille – Borussia Mönchengladbach: 2:2 (0:1)

Juan Arango hat Borussia Mönchengladbach mit einem Treffer in der Nachspielzeit die große Chance auf das Weiterkommen gewahrt. Der Stürmer sorgte für das kaum noch für möglich gehaltene Remis. Mit einem Sieg gegen AEL Limassol könnten die Borussen im nächsten Heimspiel bereits das Überwintern im internationalen Wettbewerben perfekt machen – wenn Marseille zugleich gegen Fenerbahce Istanbul verliert.

Mike Hanke hatte den Bundesligisten in Führung gebracht (20. Minute), doch eine deutliche Leistungssteigerung der Franzosen nach der Pause und die Tore von Joey Barton (54.) sowie Jordan Ayew (67.) drehten das Match. Arango mit einem satten Schuss ließ die Gäste doch noch jubeln (90.+3).

Vor allem über die rechte Angriffsseite von Patrick Herrmann hatte Gladbach anfangs überzeugt und das Führungstor eingeleitet. Benoit Cheyrou vertändelte den Ball im Strafraum gegen Arango, der sofort in die Mitte spielte, wo Hanke nur noch einschieben musste. Damit bewies Gladbach-Trainer Lucien Favre ein glückliches Händchen, denn nach fünf Spielen hatte er den Stürmer erstmals wieder von Beginn an gebracht.

Fast hätte Hanke vor der Pause noch einen draufgesetzt, nach einem tollen Dribbling ignorierte er beim Konter aber zwei besser postierte Mitspieler und schoss den Ball weit am Tor der Gastgeber vorbei. Dass die Gladbacher im Stade Velodrom als Auswärtsteam antraten, war zumindest akustisch lange nicht zu erkennen. In der großteils leeren Arena waren die rund 3.000 mitgereisten Borussen-Anhänger vor der Pause deutlich tonangebend.

Dass die heimischen Anhänger lange schwiegen, lag an der Vorstellung ihrer Elf, die in der ersten Halbzeit unsicher auftrat und nur bei Standard gefährlich wurde: In der 15. Minute fehlten Zentimeter zum 1:0, als Loic Remys Kopfball nach Fehler von Marc-André ter Stegen erst auf der Linie von Oscar Wendt geklärt wurde.

Nach der Pause kostete ein ter-Stegen-Patzer Gladbach die Führung, und wieder brachte ein Eckball den Nationaltorhüter in Verlegenheit, als Barton alle narrte und den Ball direkt von der Eckfahne über den sich vergeblich streckenden Borussen-Tormann ins Netz zirkelte.

Das Team von Coach Elie Baup legte nach: Ayew ließ mit einem satten Schuss in den Winkel die wenigen Marseille-Fans im Stadion wieder jubeln. Doch dieser Jubel reichte nicht bis zum Schlusspfiff, sondern nur bis Arango zuschlug.

Olympique Marseille: Mandanda - Fanni, Diawara (82. Kaboré), Mendes, Morel - Amalfitano (68. Valbuena), Cheyrou, Barton - Jordan Ayew (87. Abdallah), Rémy, André Ayew

Bor. Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Brouwers, Dominguez, Wendt - Nordtveit, Marx (74. Xhaka) - Rupp, Arango - Herrmann (71. Mlapa), Hanke (74. de Camargo)

Schiedsrichter: Kruzliak (Slowakei)

Zuschauer: 15.000

Tore: 0:1 Hanke (20.), 1:1 Barton (54.), 2:1 Jordan Ayew (67.), 2:2 Arango (90.+3)

Gelbe Karten: Amalfitano, André Ayew, Diawara, Rémy / Brouwers, Hanke, Herrmann, Mlapa

FC Kopenhagen – VfB Stuttgart 0:2 (0:0)

Der VfB Stuttgart hat seine Chancen auf das Weiterkommen schlagartig verbessert. Vedad Ibisevic (76. Minute) und Martin Harnik (90.+2) sicherten dem Bundesligisten beim FC Kopenhagen den ersten Sieg im vierten Gruppenspiel.

Dank des etwas glücklichen Dreiers verbesserte sich das Team von Trainer Bruno Labbadia auf Tabellenplatz 2 der Gruppe E. Sollte Stuttgart in den verbleibenden zwei Partien siegen, dann ist dem Verein der Einzug in die nächste Runde sicher. "Das ist super für uns. Wir haben es uns aufgrund der zweiten Halbzeit auch verdient", sagte der VfB-Sportdirektor Fredi Bobic.

Der Bundesliga-Zehnte fand zunächst keine Linie, es fehlte oft an der Abstimmung und an Ideen für die Offensive. Die Hereinnahme von Shinji Okazaki als zweiten Stürmer neben Ibisevic machte sich zunächst nicht bezahlt. Stattdessen sicherte sich Kopenhagen durch seine solide Grundordnung und sein abgeklärtes Spiel nach vorn zu Beginn leichte Vorteile.

Folgerichtig hatten die Gastgeber die erste dicke Chance: Andreas Cornelius kam in der 15. Minute völlig frei im Strafraum zum Schuss, weil die VfB-Abwehr kurz die Orientierung verlor. Doch Keeper Sven Ulreich rettete. Im Gegenzug setzte Ibrahima Traore dann das erste Achtungszeichen der Gäste, als er von halblinks knapp verzog.

Danach ließen beide Teams im Angriff die nötige Präzision vermissen. Als Harnik bei einem Konter der Stuttgarter plötzlich viel Platz hatte, strich sein Flachschuss aus siebzehn Metern am rechten Pfosten vorbei (35.).

Kurz darauf musste der Schiedsrichter das Spiel kurz unterbrechen, weil VfB-Anhänger Feuerwerkskörpern zündeten. Bengalos flogen auf das Spielfeld, Rauchschwaben waberten über den Rasen. "Da sind einige dabei, die wollen es nicht begreifen, die haben auch in einem Fußballstadion nichts zu suchen. Dafür müssen wir uns schämen", klagte Bobic. Seinem Club droht nun eine Strafe.

Die beiden Mannschaften hatten hingegen auch nach dem Seitenwechsel vorerst keine Knalleffekte zu bieten. Die Stuttgarter kamen zwar zu Chancen durch Ibisevic (47.), Okazaki (54.) und Christian Gentner (61.), zeigten aber lange nicht die von Labbadia geforderte Effizienz. So musste Ulreich sein Team im Spiel halten. In der 60. Minute klärte er bei einer Flanke gerade noch vor Cornelius. Fünf Minuten später hatte er Glück, als ein Kopfball von Thomas Delaney knapp das VfB-Tor verfehlte.

Schließlich erlöste Ibisevic die Stuttgarter. Der Bosnier verlängerte eine feine Flanke des eingewechselten Arthur Boka per Kopf zur Führung ins Netz. In der Nachspielzeit machte dann Harnik mit einem festen Schuss alles klar.

FC Kopenhagen: Christensen - Jacobsen, Sigurdsson, Stadsgaard, Bengtsson - Claudemir, Grindheim (58. Jørgensen), Kristensen (80. Bolaños), Delaney - Santin, Cornelius

VfB Stuttgart: Ulreich - Sakai, Tasci, Niedermeier, Molinaro - Kvist - Harnik, Gentner, Traoré (64. Boka) - Okazaki (87. Kuzmanovic), Ibisevic

Schiedsrichter: Thomson (Schottland)

Zuschauer: 24.681

Tore : 0:1 Ibisevic (76.), 0:2 Harnik (90.+2)

Gelbe Karten: Cornelius / Molinaro, Niedermeier

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    • Schlagworte Bayer AG | Gonzalo Castro | Martin Harnik | Mike Hanke | Bundesliga | Fußball
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