Svetislav PešićDer Alte, der die Individualisten des FC Bayern bändigen soll
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Es ist eine Mammut-Aufgabe

„Die Ergebnisse, die wir uns mit diesem Kader vorgestellt haben, sind einfach nicht gekommen“, sagte Hoeneß. „Wir haben eine Mannschaft, die aus vielen Individualisten besteht, und es ist eine relativ schwierige Aufgabe, aus diesen Individualisten ein Team zu formen.“

Mehrere Bayern-Profis waren mehrfach durch Undiszipliniertheiten aufgefallen, der bereits im vergangenen Jahr in eine Kneipenschlägerei verwickelte Center Jared Homan war vor dem Braunschweig-Spiel aus disziplinarischen Gründen suspendiert und abgemahnt worden. „Das Wichtigste ist, dass man diese Mannschaft jetzt in den Griff bekommt“, sagte Hoeneß. Diese Mammut-Aufgabe soll nun mit Pešić einer der erfolgreichsten Trainer Europas bewältigen. 1993 führte er Deutschland zum EM-Titel, es folgten vier Meisterschaften und der Sieg im Korac-Cup mit Alba Berlin . Nachdem er mit Jugoslawien Welt- und Europameister geworden war, holte er mit dem FC Barcelona das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Euroleague. Zuletzt hatte er das deutsche Nationalteam in seiner zweiten Amtszeit als Bundestrainer ohne Niederlage zur EM 2013 nach Slowenien geführt.

Ähnliche Erfolge dürfte sich auch der FC Bayern erhoffen, der mit seiner Investition in den Basketball bislang nicht zufrieden sein kann. „Im Sport gibt es keinen Automatismus von heute auf morgen“, sagte Pešić, er wolle aber schnell in die Play-off-Ränge vorrücken und beim Top-Four-Turnier um im Pokal erreichen. „Und wir wollen mitentscheiden, wer Deutscher Meister wird.“

Erschienen im Tagesspiegel

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Leserkommentare
  1. offenbar ist es dem Herrn Hoeneß beim fußball zu langweilig geworden. deshalb befleißigt er sich als sozial engagierter mensch nicht nur der familienzusammenführung (vater Svetislav zu sohn Marko), sondern auch der monetären unterstützung dreier trainer (Bauermann, Christopoulos und nun noch Pesic). wenn Hoeneß das modell FC Bayern München auch auf den basketball in der BBL übertragen möchte, dann dürfte sich die nationale konkurrenz in finanzieller hinsicht auf einiges gefaßt machen.
    eine derartige entwicklung, die eine extreme fokussierung auf einen ganz bestimmten verein nach sich zieht (in den medien ist dies bereits längst der fall), erscheint mir für den basketball in deutschland alles andere als förderlich zu sein.
    bleibt zu hoffen, daß etablierte und traditionelle "kleinstädtische" bastionen wie in Trier, Würzburg, Gießen oder Tübingen sich mit ihren z.t. über viele jahrzehnte etablierten geschäftsmodellen auch weiterhin erfolgreich behaupten können.

  2. wenn nicht der allgegenwärtige Hoeneß hier mitmischen würde. Ich hab immer viel von ihm gehalten, aber inzwischen nervt er einfach. Seine großen Verdienste um den Verein wird ihm niemand streitig machen, doch jetzt ist seine Zeit vorbe. Beim Fußball stört er nur noch und im Basketball hat er schlicht nichts zu suchen. Wieso setzt er ich nicht einfach mit seinem schicken Schal zu den Fans und lässt sich bewundern. Beckenbauer hat das doch auch hin bekommen.

  3. .... würde die BBL weiter im Niemandsland vor sich hindümpeln. Einschaltquoten und Medieninteresse haben einen Boom ausgelöst, von dem die ganze Liga profitiert. Der Spitzenbasketball in München wird keine vorübergehende Erscheinung bleiben, dazu gibt es eine viel zu gesunde Basis. Würde das Projekt scheitern, hätten die üblichen Verdächtigen, die mit den Füßen auf den Boden stampfenden Bayern- und Hoeneß-Hasser, leider eine Projektionsfläche weniger zur Verfügung.

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