Svetislav PešićDer Alte, der die Individualisten des FC Bayern bändigen soll

Der FC Bayern verpflichtet Svetislav Pešić als Trainer seiner schwachen Basketballmannschaft. Der 63-Jährige Ex-Bundestrainer soll die Spieler "in den Griff bekommen". von 

Uli Hoeneß und Svetislav Pesic

Uli Hoeneß und Svetislav Pesic  |  © Victoria Bonn-Meuser, DPA

Links ein Pešić, rechts ein Pešić, in der Mitte ein Hoeneß . Allein die Konstellation auf der eilig einberufenen Pressekonferenz zeigte, welches mittelgroße Erdbeben erneut seine Schockwellen durch Basketball-Deutschland schickte. Der linke Pešić, Vorname Marko, Sportdirektor der Basketballabteilung beim FC Bayern München, war mit seinem Präsidenten Uli Hoeneß am Montag überein gekommen, dass es mit dem ambitionierten Basketballprogramm der Münchner so nicht weiter gehen könnte. Und so saß rechts auf dem Podium der neue Trainer des FC Bayern, Nachname ebenfalls Pešić, Vorname Svetislav. „Ich bin sehr stolz, dass die Verantwortlichen mich gefragt haben, ob ich mein Wissen, meine Erfahrung und mein Engagement hier einbringen will“, sagte Svetislav Pešić, der am Dienstag einen Vertrag bis zum Saisonende unterschrieb, sein Engagement als deutscher Bundestrainer war nach der EM-Qualifikation ausgelaufen. Sein erstes Spiel mit Bayern wird Pešić am Sonntag in Berlin gegen seinen langjährigen Herzensklub Alba absolvieren.

Der 63-Jährige ist bereits der dritte Trainer der Münchner seit dem Sommer. Kurz vor Saisonbeginn hatte der FC Bayern Dirk Bauermann sensationell entlassen, sein Assistent Yannis Christopoulos stieg zum Chefcoach auf. Die Verantwortlichen beteuerten stets, der Grieche habe ihr Vertrauen und werde bis zum Saisonende im Amt bleiben – die Gerüchte um eine größere Lösung und insbesondere der mächtige Schatten des alten Pešić allerdings hielten sich hartnäckig.

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Auch Christopoulos gelang es nicht, aus teuren und namhaften Spieler ein funktionierendes Team zu formen, mit 10:10 Punkten liegen die Bayern auf Platz neun der Bundesliga und laufen Gefahr, die Play-offs zu verpassen. Am Sonntag unterlagen die Münchner in eigener Halle 73:78 gegen Braunschweig , die Münchner Abendzeitung schrieb von „kopflosen, hilflosen und leblosen Bayern“. Als Sportdirektor Marko Pešić die Leistung danach als „nicht akzeptabel“ bezeichnete, bahnte sich ein erneuter Umbruch an. 

Leserkommentare
  1. offenbar ist es dem Herrn Hoeneß beim fußball zu langweilig geworden. deshalb befleißigt er sich als sozial engagierter mensch nicht nur der familienzusammenführung (vater Svetislav zu sohn Marko), sondern auch der monetären unterstützung dreier trainer (Bauermann, Christopoulos und nun noch Pesic). wenn Hoeneß das modell FC Bayern München auch auf den basketball in der BBL übertragen möchte, dann dürfte sich die nationale konkurrenz in finanzieller hinsicht auf einiges gefaßt machen.
    eine derartige entwicklung, die eine extreme fokussierung auf einen ganz bestimmten verein nach sich zieht (in den medien ist dies bereits längst der fall), erscheint mir für den basketball in deutschland alles andere als förderlich zu sein.
    bleibt zu hoffen, daß etablierte und traditionelle "kleinstädtische" bastionen wie in Trier, Würzburg, Gießen oder Tübingen sich mit ihren z.t. über viele jahrzehnte etablierten geschäftsmodellen auch weiterhin erfolgreich behaupten können.

  2. wenn nicht der allgegenwärtige Hoeneß hier mitmischen würde. Ich hab immer viel von ihm gehalten, aber inzwischen nervt er einfach. Seine großen Verdienste um den Verein wird ihm niemand streitig machen, doch jetzt ist seine Zeit vorbe. Beim Fußball stört er nur noch und im Basketball hat er schlicht nichts zu suchen. Wieso setzt er ich nicht einfach mit seinem schicken Schal zu den Fans und lässt sich bewundern. Beckenbauer hat das doch auch hin bekommen.

  3. .... würde die BBL weiter im Niemandsland vor sich hindümpeln. Einschaltquoten und Medieninteresse haben einen Boom ausgelöst, von dem die ganze Liga profitiert. Der Spitzenbasketball in München wird keine vorübergehende Erscheinung bleiben, dazu gibt es eine viel zu gesunde Basis. Würde das Projekt scheitern, hätten die üblichen Verdächtigen, die mit den Füßen auf den Boden stampfenden Bayern- und Hoeneß-Hasser, leider eine Projektionsfläche weniger zur Verfügung.

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