Formel 1 : Die dunklen Flecken des Michael Schumacher
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Image in Monaco ruiniert

Einer der größten Flecken stammt vom Rennen in Monaco 2006. In der Rascasse-Kurve hatte er damals seinen Ferrari zum Stehen gebracht und damit seinem Rivalen Alonso die letzte Qualifikationsrunde vermasselt. Ein Fahrfehler, beteuerte der Deutsche, doch die Rennkommissare unterstellten ihm Vorsatz und verbannten ihn auf den letzten Startplatz. „Damit hat er sein Image ruiniert und unseren Sport in Verruf gebracht“, sagte Stirling Moss , eine Formel-1-Größe aus den 50er Jahren.

Die Rascasse-Affäre verfolgt Schumacher immer noch. Als er bei seiner Rückkehr nach Monaco 2010 darauf angesprochen wurde, reagierte er nicht wie der gereifte Mann, der er nach drei Jahren Pause sein wollte, sondern kanzelte das Thema gereizt wie ein trotziger Junge ab. Was in der Rascasse wirklich passierte, weiß bis heute nur er selbst. Weil er nicht redet, reden die anderen über ihn. „Auf der Strecke ist er nicht mehr der Alte“, befand Jackie Stewart. „Nur das Lügen hat er nicht verlernt.“

Vielen dient das Rascasse-Kapitel als der ultimative Beweis dafür, dass Schumacher niemals der Größte sein kann. Dabei waren auch andere Legenden nicht gerade zimperlich in der Wahl ihrer Mittel. Ayrton Senna war 1985 ebenfalls in Monte-Carlo vorsätzlich über die Strecke gebummelt, um die schnellen Runden seiner Konkurrenten zu zerstören, und fingierte an beinahe der gleichen Stelle einen Unfall. Es blieb nicht Sennas einziger Griff in die Trickkiste, lange vor Adelaide rammte er Prost 1990 in Japan von der Strecke, um Weltmeister zu werden.

Rennfahrer ist nicht gleich Mensch

Dass Senna vielen dennoch größer als Schumacher erscheint, hat vielleicht auch etwas damit zu tun, dass in der Formel 1 am Ende mehr zählt als nur die Rundenzeit. Senna, dessen Rücksichtslosigkeit und Brutalität im Cockpit sich Schumacher zum Vorbild nahm, gab sich außerhalb des Autos nachdenklich und empfindsam. Er philosophierte über Gott und die Welt, hielt Monologe darüber, wie er sich in Trance fuhr, wie er eins mit dem Auto zu werden glaubte, wie er abhängig vom Gewinnen geworden sei. Im Gegensatz zum charismatischen Senna hinterlässt Schumacher kein emotionales Vermächtnis. „Es hätte bestimmt weniger Kritik an ihm gegeben, wenn er öffentlich hin und wieder gezeigt hätte, dass er auch nur ein menschliches Wesen ist“, glaubt Damon Hill.

Der Mensch Schumacher, das ist ein schwieriges Thema. Privat ist er sympathisch, ziemlich witzig, sagt nicht nur Hill. Was aber den Rennfahrer Schumacher bewegte, blieb sein Geheimnis; wer an ihn heranwollte, prallte ab. Irgendwann habe er sich „eine zweite Haut zugelegt, die er erst abstreift, wenn er die Strecke wieder verlässt“, sagte Schumachers Managerin Sabine Kehm. Mit der unsichtbaren Schutzhülle knackte Schumacher fast alle Rekorde, und doch verhinderte sie, dass er zur wahren Größe aufstieg. Während Senna die Menschen berührte und zum Volkshelden wurde, entwickelte Schumacher keine Strahlkraft außerhalb des Autos. Sein Mythos verblasste, wenn er den Helm abnahm.

Auch bei seinem Wiedereinstieg schaffte es Schumacher nicht, die Zweifel an seiner Größe zu widerlegen. Die letzten drei Jahre, als er im lahmenden Mercedes auf verlorenem Posten kämpfte, bestärkten sogar noch diejenigen, die seine vielen Siege nur den überlegenen Autos anrechnen, die er fahren durfte. Dabei ist sein Talent unbestritten. Er konnte das Auto besser ausbalancieren als die meisten seiner Kollegen, seinen Körper stählte er wie ein Triathlet, um nicht nur hin und wieder, sondern ständig im Grenzbereich fahren zu können. Können und Talent habe Schumacher ohne Zweifel gehabt, sagt Damon Hill. „Aber es geht auch um Sportsgeist und darum, keine falsche Einstellung zu verbreiten. Michael hat alles bis ans Limit gebracht, das unterscheidet ihn von früheren Champions.“

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Kommentare

42 Kommentare Seite 1 von 7 Kommentieren

Ungerecht

Weil Schumacher sein Privatleben nicht nach außen kehrt sind seine sportlichen Erfolge weniger wert oder was?

Zudem ist auch nicht geklärt, wieviele seiner "Tricks" gar nicht auf seinem Mist gewachsen sind, sondern von seiner Teamleitung angeordnet wurden.

Es können auch persönliche Gründe gewesen, die ihn dazu bewogen sich nicht trauernd in der Öffentlichkeit zu zeigen. Ich hätte es an seiner Stelle genauso gemacht, da ich nicht wollte, daß irgendwelche Sensationsreporter mich in diesen intimen Momenten belästigen.

Feiger Journalismus

Jetzt, wo Schumacher als Formel 1-Fahrer keine lukrativen Schlagzeilen mehr hergibt, wird werden Skandal-journalistisch seine "dunklen Flecken" ans Licht gezerrt, die übrigens schon immer ein persönliches Markenzeichen auf seiner weißen Rennfahrerkluft waren. Nur hatte sich bis dato niemand darüber moralisch entrüstet. - Auch Sie nicht, Herr Autor. Oder sehe ich da was falsch???

Kein feiger Journalismus

sondern R E A L I T Ä T !

So sehen das viele Weltweit.

"Während Senna im Krankenhaus den Kampf um sein Leben verlor, gewann der Deutsche das Rennen. Zum Begräbnis erschien er nicht. Einer der dunkelsten Flecken auf Schumachers Weste."

Das habe ich bis heute nicht vergessen und werde es auch nie!
Senna ist und bleibt eine Ikone, das wird M. Schumacher nie sein.

Warum man sich offenbar nicht getraut hat

genau dieses mies-menschliche Verhalten während Schumachers AKTIVER Zeit anzuprangern, und erst jetzt, nachdem er "weg vom Fenster" ist, anfängt ihn öffentlich charakterlich auseinander zu falten, gibt schon zu denken.
Wen soll im Nachherein noch interessieren wollen, was die Kollegen über diesen "Drecksack" (Keke Rosberg, 2006) ohnehin wissen? Und Fan wird sowieso Fan bleiben!

Immerhin verstand der Schweizer Steuerflüchtling Schumacher bislang sein Gewissen mit zig-Millionen Spendengeldern für gute Zwecke wirkungsvoll zu "entflecken".
Möge ihm das wenigstens zur "Ehre" gereichen und er sich nunmehr seinen Ruf als großzügiger "Rekordspender" erarbeiten.
Die dankbaren Empfänger-Organisationen wird derartig überflüssige Nachtreterei ohnehin einen feuchten Kehricht interessieren wollen...

Was kann Schumacher dafür, dass Senna einen ...

"an der W..." hatte?

Ich kann mich noch ziemlich gut an die Zeit erinnern, der Williams war jahrelang das beste Auto.
Mansell und Prost wurden WM und dann kam Senna und scheiterte.
Woran der Unfall techn. im Einzelnen lag sei mal da hingestellt.
Aber das Senna am Ende an sich selbst gescheitert ist, ist nicht die Schuld Schumachers.

http://de.wikipedia.org/w...