Fußball-BundesligaStuttgart und Fürth verspielen ihre Führung

Hannover 96 und Borussia Mönchengladbach drehen ihren Rückstand auswärts jeweils in ein 2:4. Der VfL Wolfsburg schafft seinen ersten Heimsieg. Alle Spielberichte von dpa

Jan Schlaudraff schießt zum Ausgleich.

Jan Schlaudraff schießt zum Ausgleich.  |  © Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

VfB Stuttgart – Hannover 96 2:4 (2:0)

Mit vier Toren in 16 Minuten hat Hannover 96 seinen Auswärtsfluch besiegt und die Erfolgsserie des VfB Stuttgart beendet. Die Niedersachsen drehten einen 0:2-Halbzeitrückstand noch in einen Sieg und behaupteten den sechsten Platz in der Tabelle. Nach zuvor neun Pleiten in zehn Auswärtsspielen retteten Artur Sobiech (57. Minute) sowie die beiden Joker Jan Schlaudraff (65./Handelfmeter) und Mohammed Abdellaoue (68./73./Foulelfmeter) den Gästen die scheinbar schon verlorenen drei Punkte. Den zuvor fünfmal unbesiegten Schwaben halfen auch die Tore von Christian Gentner (21.) und Vedad Ibisevic (37./Foulelfmeter) nichts.

Drei Tage nach ihren Siegen in der Europa League wollten beide Teams in der Liga nachlegen. VfB-Coach Bruno Labbadia musste allerdings kurzfristig auf William Kvist verzichten, der mit Magen-Darm-Grippe fehlte. Dennoch erspielten sich die Schwaben in der lebhaften Partie nach ausgeglichenem Beginn zunächst klare Vorteile. Der ins Team zurückgekehrte Raphael Holzhauser setzte nach einer Viertelstunde das erste Signal, 96-Keeper Ron-Robert Zieler konnte seinen straffen Schuss aber noch um den Pfosten lenken.

Ein Zwanzigmeterschuss von Ibisevic rauschte aufs Tornetz (19.). Dann belohnten sich die Stuttgarter für ihre Mühen: Holzhausers Flanke rutschte zu Gentner durch, der Mittelfeldspieler schaute kurz und schob aus acht Metern überlegt ins rechte Eck – 1:0.

Nur sechs Minuten später setzte Holzhauser dann fahrlässig die Führung aufs Spiel, als sein Querpass in der eigenen Hälfte bei Mame Diouf landete. Der plötzlich ganz freie Senegalese traf aber nur den Innenpfosten. Die Strafe für die vergebene Topchance folgte prompt. Szabolcs Huszti brachte im eigenen Strafraum Gentner zu Fall, Schiedsrichter Felix Brych ( München ) entschied zurecht auf Elfmeter. Ibisevic, der noch am ersten Spieltag gegen Wolfsburg einen Strafstoß spektakulär verschossen hatte, ließ diesmal Zieler keine Chance.

Der Gäste-Coach Mirko Slomka war konsterniert. Noch nie hatte der Trainer mit seinen Teams in Stuttgart gewonnen, es drohte die nächste Niederlage. Auch nach dem Seitenwechsel kam Hannover zunächst nicht besser ins Spiel, das Anschlusstor fiel praktisch aus dem Nichts. Lars Stindl nutzte einen Stellungsfehler von Boka, seine Flanke konnte VfB-Keeper Sven Ulreich nur nach vorn abklatschen. Sobiech schaltete schnell und traf.

Plötzlich war 96 wieder da. Top-Torjäger Diouf kam im Strafraum zum Schuss, Serdar Tasci sprang der Ball an die Hand. Brych zeigte erneut auf den Punkt – eine harte Entscheidung. Der eingewechselte Schlaudraff ließ sich die Chance nicht entgehen.

Und es kam noch dicker für die Hausherren. Nur drei Minuten später konnte Ulreich zwar noch Diouf bremsen, aber der Ball sprang Joker Abdellaoue vor die Füße – 2:3. Als Stindl im Strafraum von Boka gefoult wurde, gab es den dritten Strafstoß des Abends. Diesmal trat Abdellaoue an und besorgte die Vorentscheidung. Von diesem Schock erholten sich die Stuttgarter nicht mehr.

VfB Stuttgart: Ulreich - Sakai, Tasci, Niedermeier, Boka (80. Molinaro) - Kuzmanovic - Harnik (72. Okazaki), Holzhauser (75. Hajnal), Gentner, Traoré - Ibisevic

Hannover 96: Zieler - Cherundolo (87. Sakai), Eggimann, Haggui, Rausch - Schmiedebach, Schulz - Stindl, Huszti (46. Schlaudraff) - Sobiech (66. Abdellaoue), Diouf

Schiedsrichter: Brych (München)

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Zuschauer: 50.600

Tore: 1:0 Gentner (21.), 2:0 Ibisevic (37./Foulelfmeter), 2:1 Sobiech (57.), 2:2 Schlaudraff (65./Handelfmeter), 2:3 Abdellaoue (68.), 2:4 Abdellaoue (73./Foulelfmeter)

Gelbe Karten: Boka (1), Kuzmanovic (1) / Diouf (2), Huszti (2), Schmiedebach (2)

Beste Spieler: Traoré, Gentner / Abdellaoue, Schlaudraff

Leserkommentare
  1. Soviel gelbe Karten wie in diesem Spiel habe ich lange nicht mehr gesehen, teilweise zu Unrecht. Der Schiedsrichter lieferte eine schlechte Leistung ab und hatte keine Bundesligaklasse.

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    • ntrues
    • 10. November 2012 2:53 Uhr

    Ich habe noch nie ein Spiel erlebt, in dem 4 x falscher Einwurf gegen die selbe Mannschaft gepfiffen wurde. Absoluter Blödsinn.

    • ntrues
    • 10. November 2012 2:53 Uhr

    Ich habe noch nie ein Spiel erlebt, in dem 4 x falscher Einwurf gegen die selbe Mannschaft gepfiffen wurde. Absoluter Blödsinn.

  2. Jau. Damit ist Lüdenscheid erster Verfolger vonne komische Lederhosen.
    Mannomann. Pass ma auf Kollege: die blau-weißen kommen aus Schalke, die komischen schwarz-gelben aus Lüdenscheid-Nord.
    Ich übersetze kurz: Schalke ist erster Verfolger vonne komischen Lederhosen. Die Lüdenscheider spielen auch inne Bundesliga.

  3. Mein Deutsch ist sicherlich nicht das Beste, aber ich wuerde mir doch wuenschen das Artikel in der Zeit (auch wenn es die online Ausgabe ist) auf Grammatik, Rechtschreibung und Zusammenhang Korrektur gelesen werden...im Schalke Artikel

    "Nach dem Wechsel brachte Trainer Huub Stevens Ibrahim Afellay durch Draxler...Damit ist Dortmund weiter erster Verfolger von Spitzenreiter Bayern München."

  4. heynckes gelästert doch vor der aktuellen serie ziehe ich den hut. es freut mich für heynckes, dass er noch mal so eine starke mannschaft zusammen bekommen hat und jetzt in 2 wettbewerben stark mithalten kann. die bayern haben es verdient mal wieder meister zu werden und dortmund hat vielleicht gelernt, dass man nicht vom start weg alles gewinnen kann. ich hoffe sie bleiben in der cl so stark wie in den letzten partien.

    • Peterra
    • 11. November 2012 23:14 Uhr

    ...sondern durch die gelb-rote Karte verblödelt.

    Spielerisch waren die Kleeblättla über die meiste Zeit zumindest ebenbürtig. Was der Mannschaft fehlt, ist nicht nur die internationale, vielmehr auch die nationale Erfahrung.
    Und das Budget, welches nötig ist, einen auch nur mittelmäßigen Goalgetter zu verpflichten. Ist halt auch schwierig, in einer grundsätzlich wirtschaftsschwachen Region die zweite Geige hinter den Nürnbergern zu spielen.

    Identisch die Situation des FC Augsburg - zu nahe an München...

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    Und die Nähe von Dortmund zu Gelsenkirchen kann nur kompensiert werden, weil das Geld im Ruhrgebiet auf der Straße liegt?

  5. Und die Nähe von Dortmund zu Gelsenkirchen kann nur kompensiert werden, weil das Geld im Ruhrgebiet auf der Straße liegt?

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