Um 20 Millionen Euro erleichtert: Uli Hoeneß © Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Wer spielt wann gegen wen?

Fortuna Düsseldorf – Hamburger SV (Freitag, 20.30 Uhr)
SpVgg. Fürth – 1. FC Nürnberg
FSV Mainz 05 – Borussia Dortmund
Bayern München – Hannover 96
FC Schalke 04 – Eintracht Frankfurt
VfL Wolfsburg – Werder Bremen (alle Samstag, 15.30)
SC Freiburg – VfB Stuttgart (Sonntag, 15.30)
TSG Hoffenheim – Bayer Leverkusen
FC Augsburg – Borussia Mönchengladbach (beide Sonntag, 17.30)

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Die Zwanziger Jahre kehren zurück. Keine Sorge, es geht nicht um ehemalige Fußballpräsidenten, sondern um Fußballnostalgie. Fürth gegen Nürnberg , das Frankenderby, ist das traditionsreichste des deutschen Fußballs. Beide waren damals die dominanten Vereine. Die Spielvereinigung Fürth wurde drei Mal Meister (1914, 1926, 1929), der "Glubb" in dieser Zeit fünf Mal (1920-22, 1924, 1925). In zwei Spielen im Jahr 1924 bestand die Nationalelf nur aus Nürnbergern und Fürthern. Allerdings waren die Fraktionen verfeindet, sie reisten zwar im selben Zug, aber in getrennten Abteilen. Bei den Duellen gegeneinander gab es Zeitzeugen zufolge auf die "Soggen" (fränggisch Socken). "Infolge eines von einem Fürther Spieler erhaltenen Schlages sah sich ein Nürnberger veranlasst, dem selben eine schallende Ohrfeige zu verabfolgen, die der Fürther Herr in gleicher, vielleicht noch kräftigerer Weise erwiderte. Der Schiedsrichter nahm dann pflichtschuldigst Veranlassung, den beiden Herren Gelegenheit zu geben, sich das Spiel von außen mit Muße anzusehen", pikierte sich die Nürnberger Zeitung im Jahr 1927.

Auch wenn sich beide Mannschaften am Samstag zum ersten Mal in der Bundesliga begegnen, hat das Derby der beiden Städte, die direkt aneinander grenzen, in der Gegenwart nichts an Brisanz verloren. In den Neunzigern kamen zu einem Drittligaspiel rund 45.000 Zuschauer. Im Vorjahr stürmten bei der Pokalniederlage die Nürnberger Zigarettenbürschle das Stadion. In diesem Jahr wollte die Stadt Fürth den FCN-Fans untersagen, am Spieltag die Fürther Innenstadt zu betreten, worin sie ein Gericht bremste . Franken, bügelt Eure Retro-Shirts! Der "Glassigo" steht an.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

FC Bayern gegen Hannover. In München haben sie im Moment andere Sorgen, als so ein mittelmäßiger Klub aus dem norddeutschen Flachland. Es geht ums Geld. Eigentlich ist der Rekord-Meister auch der Rekord-Ökonom. Auf der Jahreshauptversammlung verkündete der Vorstand erst vergangene Woche einen Gewinn von 11,1 Millionen Euro. Was haben da alle gestaunt! Diese Finanzjongleure, Eurofuchser, Kapitaloptimierer. Genauso oft wie Uli Hoeneß wegen seiner emotionalen Temperatur überhitzt, wird der Präsident des Vereins für sein solides kühles Wirtschaften gelobt. Seit Jahrzehnten geht das so. Doch nun. Naja. Oh Oh. 20 Millionen Euro sollen die Bayern verzockt haben. Weil sie für die Allianz Arena München Stadion GmbH 75 Millionen Euro brauchten, haben sie sich Geld in der Schweiz geliehen. Danach verlor der Euro an Wert, der Schweizer Franke gewann, und als die Münchner das Darlehen zurückzahlten, waren 95 Millionen Euro fällig. Zum Glück jonglieren die Bayern sonst erfolgreicher mit ihren Einnahmen.

Wer steht im Blickpunkt?

Mario Mandzukic. Vorige Woche feierte der kroatische Torjäger sein Tor in Nürnberg mit einem militärischen Gruß: die rechte Hand zur Schläfe, dann den Arm ausstrecken. Es war eine brisante politische Geste, kurz zuvor waren seine Landsleute Ante Gotovina und Mladen Markač freigesprochen worden. Die Serben reagierten entsetzt, die politischen Beobachter werten es als großen Rückschlag für den Frieden. Gotovina, im Jugoslawien-Krieg der Befehlshaber der "Operation Sturm", wurde vor einem Jahr wegen Kriegsverbrechen gegen serbische Zivilisten zu vierundzwanzig Jahren Haft verurteilt. Mandzukic wurde von seinen Landsleuten als Held gefeiert, dann bestritt er einen Zusammenhang, worauf ihn viele des Verrats bezichtigten. Daraufhin schrieb Mandzukic: "Ich teile das Glück meiner Volksgenossen. Mein Gruß war nur Ausdruck eines sehr großen Gefühls. Alles andere ist völlig egal." Ganz egal war das Uli Hoeneß nicht, der seinen zum Nationalismus neigenden Stürmer kritisierte. Dafür erhält Mandzukic wieder den Dank seiner Fans: "Gratuliere zu Deiner Geste, die Du den kroatischen Generälen gezeigt hast, Hut ab Freund!", schrieb einer auf dessen Facebook-Seite. Im März 2013 spielt Kroatien gegen Serbien.