Dann wechselten die beiden WM-Duellanten wegen der nassen Strecke auf Intermediates-Reifen. Als beide wieder auf die Trockenreifen umstiegen, reihte sich Vettel als Fünfter einen Platz hinter Alonso ein. Die 80.000 Zuschauer entlang der 4.309 Kilometer langen Strecke verfolgten das Duell mit Spannung.

Zwischenzeitig schnappte sich Nico Hülkenberg die Führung in seinem letzten Rennen für Force India. Schon 2010 hatte er in São Paulo, damals im Williams, mit seiner Premiere-Pole für Schlagzeilen gesorgt. Diesmal überholte Hülkenberg den Exweltmeister Button, der zuvor Pole-Mann Hamilton überholt hatte. Die beiden fuhren dem Feld 47 Sekunden voraus – sie hatten auf einen Reifenwechsel verzichtet.

Plötzlich klagte auf einmal Alonso: "Da liegen zu viele Teile auf der Strecke." Nico Rosberg hatte es zu spüren bekommen, er fuhr über ein Bruchstück und holte sich im Mercedes einen Platten. Die Rennleitung reagierte und schickte das Safety Car auf die Strecke. Kaum war es wieder freigegeben, drohte Vettel zwischen Kobayashi und Webber zerquetscht zu werden. Webber wich aus, Kobayashi raste aber an Vettel vorbei.

Hülkenberg gab dem Rennen eine erneute Wende: Er fuhr in den Wagen von Hamilton. Hamilton fiel hinter Alonso zurück, der Spanier war wieder auf WM-Kurs. Die Strecke wurde wieder nasser. Vettel reagierte, aber die Boxencrew bekam das rechte Vorderrad nicht schnell genug drauf. Vettel verlor weitere Sekunden. Auch Alonso wechselte und reihte sich als Vierter wieder ein.

Elf Runden vor Schluss hatte der Hesse die WM-Trophäe wieder. Vettel lag auf Rang sieben, Alonso auf dem dritten Platz, ehe ihn aber Massa vorbeiließ. Vettel überholte kurz danach Schumacher, und nach einem weiteren Unfall musste das Safety Car raus. Überholen war damit unmöglich. Und Vettel hatte es nach 309.505 Kilometern geschafft.