Lindsey VonnDas Gesicht des Skisports lacht nicht mehr

Lindsey Vonn ist die beste Skirennläuferin der Welt und depressiv. Die nächsten Rennen pausiert sie, weil sie sich "hoffnungslos, leer, wie ein Zombie" fühlt. von Elisabeth Schlammerl

PR-Termin: Lindsey Vonn mit einer Champagner-Flasche

PR-Termin: Lindsey Vonn mit einer Champagner-Flasche  |  © Joey Foley/Getty Images for Moet

Lindsey Vonn ist die Strahlefrau des alpinen Skisports. Sie war es zumindest bisher. Denn beim Weltcup in Val d'Isere am vergangenen Wochenende sah sie niemand strahlen. Zweimal ist sie ausgefallen. "Ich muss in den nächsten Tagen intensiv darüber nachdenken, wie ich wieder stark werde", schrieb sie hinterher auf ihrer Facebook-Seite. Am Montag teilte der US-Skiverband mit, dass Vonn die nächsten Rennen auslassen wird und sich zu Hause in Vail erholen will.

Erst vor ein paar Tagen hatte sie im amerikanischen Magazin People über ihre psychische Erkrankung gesprochen, deren Symptome auf eine Depression hindeuten. 2002 trat die Krankheit zum ersten Mal auf, aber erst 2008 habe sie sich behandeln lassen.

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"Ich fühlte mich hoffnungslos, leer, wie ein Zombie." Den Optimismus, den sie stets verbreitet, ihre Besessenheit, ihre Jagd nach Rekorden, das erscheint nun in einem anderen Licht. Maria Höfl-Riesch sieht darin den Grund, dass sich Vonn "so wahnsinnig über den Erfolg definiert". Die deutsche Doppelolympiasiegerin, die seit zehn Jahren mit Vonn befreundet ist, früher sehr gut, jetzt nur noch gut, hat erst im vergangenen Sommer davon erfahren.

Die 28-Jährige ist die beste Skirennläuferin der Welt, sie hat viermal den Gesamtweltcup gewonnen, ist Weltmeisterin, Olympiasiegerin, und es fehlen ihr nur noch fünf Siege, um in der ewigen Weltcup-Rangliste zur mit 62 Erfolgen führenden Annemarie Moser-Pröll aufzuschließen. "Rekorde", sagt Vonn, "sind eine große Motivation."

Sie ist talentiert, sehr talentiert. Aber sie hat auch viel dafür getan, um so weit zu kommen. Womöglich wurde sie auch getrieben, von starken Persönlichkeiten in ihrem Leben, die ihr Halt gaben, bei denen sie Halt suchte. Zuerst war es der Vater, der sie trainierte und managte. Als Lindsey elf Jahre alt war, zog die Familie für die Karriere der Tochter von Minnesota nach Vail. Sehr früh habe sie den Druck gespürt, gab sie einmal zu, "erfolgreich sein zu müssen".

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