Arne Friedrich"Ich würde eine Vierjährige anlügen"

Arne Friedrich hat Hunderte Male gelogen. Im Kolumnengespräch sagt der Fußballer weshalb und erklärt, warum auf dem Spielfeld schneller betrogen wird als im Alltag. von 

ZEIT ONLINE: Herr Friedrich , how are you?

Friedrich: Fine!

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ZEIT ONLINE: Welch ein verlogener Interviewanfang.

Friedrich: Ich weiß schon, worauf Sie hinaus wollen: kleine Lügen im Alltag. Aber das schöne in neun Monaten Chicago war: Dort ging es mir wirklich immer gut.

Alles außer Fußball

Alles außer Fußball ist die Kolumne von René Adler, Thomas Hitzlsperger und Arne Friedrich. Einmal im Monat geben wir während der Bundesliga-Saison einem das Wort. Sie sollen und wollen nicht das Tagesgeschäft kommentieren, klassische Fußballerkolumnen gibt es genug. Alles außer Fußball ist der Versuch, Fußballer Fußball als gesellschaftliches Phänomen betrachten zu lassen. Hier finden Sie alle Gespräche.

Alles über Fußball

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ZEIT ONLINE: Wann haben Sie wirklich zuletzt gelogen?

Friedrich: Notlügen passieren häufig und sind auch ok, finde ich.

ZEIT ONLINE: Wieso?

Friedrich: Wenn ich über Ihren Pullover urteilen soll, würde ich sagen, er sieht gut aus.

ZEIT ONLINE: Passt zum Thema Fairness. Sie haben die letzten Monate in den USA gelebt und werden 2013 noch eine Saison für Chicago spielen. Geht es in den USA ehrlicher zu als in Deutschland?

Friedrich: Es wird oft gesagt, die Menschen seien in den USA oberflächlicher. Aber ich habe das besonders in Chicago nicht erlebt. Ohne eine Studie zu kennen, glaube ich, die Menschen lügen in den USA und Deutschland gleich viel.

ZEIT ONLINE: Gilt das auch für Fußballer?

Friedrich: Ein gutes Beispiel ist Miroslav Klose . Der hat schon zwei Mal nach dem Pfiff zum Schiedsrichter zu seinem Nachteil die Wahrheit gesagt. Aber das Thema Fußballer und Ehrlichkeit ist schwierig. Man kann da zwiegespalten sein. Für den Arbeitgeber eines Spielers geht es oftmals um sehr viel Geld.

ZEIT ONLINE: Haben Sie schon einmal betrogen?

Friedrich: Ich bin nie ohne Kontakt gefallen, das ist schon echt dreist. Aber es gab bei mir natürlich auch strittige Situationen. Eine fällt mir dazu spontan ein. Ich spielte mit Hertha in Hannover . Durch den Pfiff haben wir ein Tor per Elfmeter bekommen. Ich wurde berührt, hätte aber dadurch nicht fallen müssen. Der Schiedsrichter hatte mich noch gefragt, ob es ein Foul war. Das habe ich bejaht, obwohl es nicht eindeutig war. Ich glaube, Andre Schürrle ging es vor Kurzem in der Bundesliga genauso .

ZEIT ONLINE: Dafür wurde er kritisiert.

Friedrich: Ich denke, jeder Mensch hat schon mal zu seinem eigenen Vorteil gelogen. In den Neunzigern gab es mal ein Spiel zwischen Schalke und Köln . Ein Schalker Feldspieler verhinderte kurz vor Schluss mit der Hand ein Gegentor. Auf Nachfrage des Schiris hat der Spieler gelogen und behauptet, er hätte den Kopf benutzt. Köln verlor und stieg ab. Im Nachhinein wurde der Spieler vom Sportgericht wegen Unsportlichkeit verurteilt. Bei so klaren Fällen finde ich diese Regel gut.

ZEIT ONLINE: Sie haben den Schiedsrichter auch angelogen?

Friedrich: Das war nicht so eindeutig. Ich habe zugegeben, dass ich berührt wurde. So war es auch. Das kann man regeltechnisch ganz klar als Elfmeter werten.

ZEIT ONLINE: Die berühmte Halb-Schwalbe?

Friedrich: Wenn sie so wollen. Ich möchte mich hier nicht als Heiliger darstellen. Ich habe in meinem Leben schon Hunderte Mal gelogen.

Leserkommentare
  1. 1. Also:

    Ich habe noch nie gelogen! Und natürlich gibt's den Weihnachtsmann - wieso soll's den nicht geben? Der bringt mir doch im Dezember immer deise sympathische braune Brause. ;-)

    Eine Leserempfehlung
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    lol.

  2. Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Also:"
  3. Desaströs,so einen Erguss aufzutischen.Eine Lüge ist eine Lüge ist eine Lüge... Geht es der ZEIT denn so schlecht?

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    Natürlich bleibt eine Lüge eine Lüge. Aber auch eine Lüge hat zu bestimmten Zeiten ihre Berechtigung. Würde immer nur die Wahrheit gesagt, gäbe es bei ansonsten gleichen Bedingungen nicht so viele Menschen auf der Erde. Schon aus dem Grund, weil nicht so viele Kinder in die Welt gesetzt würden, die Partnerwahl wäre nämlich extrem schwierig. Aber es würden auch noch mehr Menschen aus niedrigen oder angeblich moralisch hehren Beweggründen getötet.

  4. Ich finde es auch desaströs, skandalös und unverschämtös gleichzeitig, dass Herr Friedrich hier die Möglichkeit bekommt, zu reden. Wo kommen wir denn da hin, wenn jeder Vater seiner kleinen Tochter erzählt, es gäbe diesen ominösen Weihnachtsmann??? Ich finde das unverantwortlich!!

    (Das war eine Lüge)

  5. Natürlich bleibt eine Lüge eine Lüge. Aber auch eine Lüge hat zu bestimmten Zeiten ihre Berechtigung. Würde immer nur die Wahrheit gesagt, gäbe es bei ansonsten gleichen Bedingungen nicht so viele Menschen auf der Erde. Schon aus dem Grund, weil nicht so viele Kinder in die Welt gesetzt würden, die Partnerwahl wäre nämlich extrem schwierig. Aber es würden auch noch mehr Menschen aus niedrigen oder angeblich moralisch hehren Beweggründen getötet.

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Desaströs"
    • MaxS.
    • 13. Dezember 2012 13:31 Uhr
    6. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Argumenten. Danke, die Redaktion/ls

  6. daß die Deutschen so schlecht angezogen sind!

    Wenn sich keiner traut, ihnen die unangenehme Wahrheit zu sagen...

    Aber selbst möchte man bitteschön immer die Wahrheit erfahren.
    Sehr verlogen, Herr Friedrich!

    • MaxS.
    • 13. Dezember 2012 13:56 Uhr

    eigentlich koennte man den gesamten Artikel als Argument angeben, da ihr hier die Spielregeln macht geht das natuerlich nicht...
    Fangen wir mal bei dem "eye-catcher" an "Ich würde eine Vierjährige anlügen". Diese Aussage hat eigentlich rein gar nichts mit dem Artikel zu tun sondern bezieht sich auf eine nebensaechlige Aussage von Friedrich, was daraus gemacht wurde ist "Die Aussage" des Interviews, guter Job, wenn man Impressionen haben will, laecherlich, wenn es an serioesen Journalismus geht, es grenzt an Boulevard-Presse.
    Der Artikel an sich, geht es um Fussball oder geht es um die Person Friedrich,warum wird ein Fussballspieler zum Thema "luegen" befragt? Was bitte will mir dieser Artikel sagen?
    In dem Artikel wird neunmalklug ueber ein Alltagsthema gesprochen, das eigentlich so belanglos ist, dass sich keiner diesen Artikel durchlesen wuerde sofern der irrleitende "eye catcher" nicht waere.
    Eine wissenschaftliche Studie zu dem Thema gerne, einen Dr. Prof. wie auch immer gerne aber Arne Friedrich, lasst euch was besseres Einfallen, DAnke!!

    6 Leserempfehlungen

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