BundesligaHoffenheim trennt sich von Trainer Babbel

Seine Bilanz ist ein Desaster: Nur eines der letzten zehn Spiele hat Markus Babbel als Trainer des TSG Hoffenheim gewonnen. Jetzt hat der Verein ihn entlassen. von dpa

Fußball-Bundesligist TSG 1899 Hoffenheim hat sich von Trainer Markus Babbel getrennt. Dies teilte der Verein am Nachmittag mit. Interimstrainer der Hoffenheimer wird der U 23-Coach Frank Kramer.

Am frühen Nachmittag war die Mannschaft einberufen worden, um den Spielern die Nachricht mitzuteilen. Hoffenheim hatte unter Babbel zuletzt vier Spiele in Serie verloren, am Sonntagabend beim 1:4 gegen Werder Bremen spielte das Team zeitweise wie ein Absteiger.

Anzeige

Babbels Vertrag bei der TSG läuft noch bis zum 30. Juni 2014. Der Europameister von 1996 war erst am 10. Februar 2012 als Nachfolger von Holger Stanislawski gekommen, gewann aber nur eines der letzten zehn Spiele.

Der Herbstmeister von 2008 spielt in der Vorrunde noch am kommenden Freitag beim Hamburger SV und am 16. Dezember gegen Meister Borussia Dortmund . Babbel war nach dem Abgang von Ralf Rangnick am Neujahrstag 2011, Marco Pezzaiuoli und Holger Stanislawski der vierte Bundesliga-Trainer des einstigen Dorfvereins.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • grapo
    • 03. Dezember 2012 18:49 Uhr

    Jetzt gibt es ueberhaupt keinen Grund mehr dem Retortenverein mit Sympathie zu begegnen!

    2 Leserempfehlungen
  1. Markus Babel ist, wie auch schon Stanislawski, am "Rund-um-Wohlfühl-Faktor" in Hoffenheim gescheitert. Die Mentalität, die dort herangezüchtet wird, führt zu einer Art Beamtenfußball und ihr ist nur schwer beizukommen. Hopp als allmächtiger Zampano gibt dem Laden den Rest.

    Babbel ist und bleibt ein hervorragender Trainer, der gar nicht erst nach Hoffenheim gehen hätte dürfen. Jetzt hat er's hinter sich. Schalke wäre eine Option für ihn für die nächste Saison und auch Uli Hoeneß wird ihn langfristig im Auge behalten.

    3 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Pnin05
    • 04. Dezember 2012 14:45 Uhr

    Zwar stimme ich Ihrer Einschätzung Babbels generell zu, aber Fehler hat er diesmal schon gemacht: Publikumsliebling Tom Starke zu Gunsten eines überschätzten Tim Wiese zu tauschen und diesen dann auch noch zum Kapitän zu machen, bevor er eine Bindung an die Mannschaft haben konnte - nicht gut. Wiese dann ohne jede Not zu desavouieren - nicht gut.

    Das Problem sehe ich bei der TSG woanders. Nachdem Hopp erklärt hat (nicht zuletzt mit Blick auf Europa und das kommende Financial Fair Play), der Verein müsse sich langsam selber tragen, fehlt im Verein so etwas wie Identität. Keiner weiß genau, was dieser Verein eigentlich ist und wo er hinwill; jeder weiß aber: mit diesem Kader ist man eigentlich kein Abstiegskandidat. Genau mit diesem letztgenannten Aspekt sind aber schon eine ganze Reihe Vereine aus der Bundesliga abgestiegen. Es zählt nicht die Qualität des Kaders, es zählt der Tabellenplatz! Will sagen: zig hervorragende Einzelspieler nützen gar nix, wenn die nicht bereit sind, als Mannschaft aufzutreten. Und im hierfür nötigen "Team-Building" sehe ich diesmal tatsächlich (s.o.) Schwächen bei Babbel.

  2. Schon ein wenig eigenartig, daß jetzt in Hoffenheim bereits der zweite Trainer dermaßen desolat untergegangen ist. Ich habe keine Theorie dazu, aber eigenartig ist es.

  3. ...Fussbal ist komplexer als Software mit ihren Logikschleifen und IF/OR Funktionen. Erfolgreicher Fussball ist Individualsport mit Teamgeist. Mehr Intuitioon als Ratio...

  4. Da sollte man doch alles kaufen können was Rang und Namen hat, dann geht's auch in der Tabelle wieder aufwärts.

    • Pnin05
    • 04. Dezember 2012 14:45 Uhr

    Zwar stimme ich Ihrer Einschätzung Babbels generell zu, aber Fehler hat er diesmal schon gemacht: Publikumsliebling Tom Starke zu Gunsten eines überschätzten Tim Wiese zu tauschen und diesen dann auch noch zum Kapitän zu machen, bevor er eine Bindung an die Mannschaft haben konnte - nicht gut. Wiese dann ohne jede Not zu desavouieren - nicht gut.

    Das Problem sehe ich bei der TSG woanders. Nachdem Hopp erklärt hat (nicht zuletzt mit Blick auf Europa und das kommende Financial Fair Play), der Verein müsse sich langsam selber tragen, fehlt im Verein so etwas wie Identität. Keiner weiß genau, was dieser Verein eigentlich ist und wo er hinwill; jeder weiß aber: mit diesem Kader ist man eigentlich kein Abstiegskandidat. Genau mit diesem letztgenannten Aspekt sind aber schon eine ganze Reihe Vereine aus der Bundesliga abgestiegen. Es zählt nicht die Qualität des Kaders, es zählt der Tabellenplatz! Will sagen: zig hervorragende Einzelspieler nützen gar nix, wenn die nicht bereit sind, als Mannschaft aufzutreten. Und im hierfür nötigen "Team-Building" sehe ich diesmal tatsächlich (s.o.) Schwächen bei Babbel.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Himmelfahrtskommando"
  5. Das Identitätsproblem sehe ich genauso. Es ist eine Ursache für die Mentalität der Mannschaft, in der die Vielzahl qualtitativ starker Spieler kein Team ergibt. Warum geht ein Spieler nach Hoffenheim? Nicht wegen der Tradition, die muss erst noch wachsen. Es sind in erster Linie finanzielle Motive, gepaart mit der Hoffnung auf künftigen sportlichen Erfolg.

    Ich halte zwar nichts von dem populistischen Hopp-Bashing. In Hoffenheim wurde etwas aufgebaut, was mit anderen Geldverschwenderstandorten nichts zu tun hat, es herrschen professionelle Strukturen im sportlichen Bereich. Diese reiben sich aber mit Hopps Patriarchentum in der Führung. Hoffenheim ist ohne Hopp nicht denkbar. Aber er und der Klüngel mit Wittmann stehen der Entwicklung andererseits auch im Wege. Da sich Hopp in diesem Leben kaum mehr ändern wird, stellt sich die Frage nach dem Ausweg.

    Babbels Hauptfehler war es, überhaupt nach Hoffenheim zu gehen. Stanislawski und ihn sehe ich Trainer, die Team-Buildung beherrschen, beide sind gescheitert (Gründe s.o.). In der Torwartfrage hat Babbel sicher einen Fehler gemacht, der aber nach meiner Meinung nicht entscheidend war. Welcher Trainer kommt in Hoffenheim klar? Rangnick war eine starke Persönlichkeit, die es dort auch braucht. Prompt gab es Knatsch mit Hopp, Ende der Vorstellung. Hopp müsste sich gänzlich in den Hintergrund begeben und sein Baby anderen überlassen. Dies wird er aber wohl nicht schaffen.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, zz
  • Schlagworte Markus Babbel | Bundesliga | Fußball | Holger Stanislawski | Hamburger SV | SV Werder Bremen
Service