Was waren die drei Tweets des Jahres?

Worüber reden nach diesem Jahr alle?

Über die Fans. Deren überwältigende Mehrheit zusammensteht, jubelt, leidet, tanzt und singt, farbenprächtige Choreographien vollführt, gegen die Abschaffung von Stehplätzen protestiert und ihren Unmut über das DFL-Sicherheitspapier koordiniert schweigend kundtut. Leider aber auch über diejenigen, die im wahrsten Sinne des Wortes fanatisch sind. Und für traurige Tiefpunkte sorgten, vom Platzsturm Düsseldorfer Fans über die massive Bedrohung eines Profis bis zum beispiellosen Tod eines Linienrichters in den Niederlanden .
Früher mag das Hooligantum noch schlimmer gewesen sein , heute mag man auch mit vierjährigen Mädchen ins Stadion gehen können . Doch all das taugt nicht zur Relativierung. Wer das Porträt eines Mannes liest, dessen Leben durch Pyrotechnik zerstört wurde, versteht: Dagegen gehört gekämpft – mit dem Minimalziel der Schaffung spezieller Pyro-Abbrenn-Sicherheitszonen. Diesem Kampf erweisen die Hardliner aus Politik und DFL allerdings einen Bärendienst, indem sie mit Statistiken hausieren, die kritischen Nachfragen wie solchen der Spiegel-Online -Kollegen vorne und hinten nicht standhalten.

Was machten die Frauen?

Die Dreifaltigkeit aus Potsdam (Meister von 2009 bis 2012), Frankfurt (durch Verletzungen wie Bajramajs Kreuzbandriss geschwächt) und Duisburg (derzeit trainerlos) hat Konkurrenz bekommen. Herbstmeister ist Wolfsburg , Pokalsieger Bayern lauert auf Platz vier. Mehr Besucher brachte das nicht. 60.554 Zuschauer waren in der Hinrunde dabei – insgesamt, das entspricht 891 pro Spiel. In der Spielzeit 2011/12 waren es noch 1.121 Zuschauer im Schnitt gewesen.Die Nationalmannschaft gab sich nach dem verkorksten Jahr 2011 keine Blöße. Zehn von 13 Länderspielen wurden gewonnen, in zwei Partien gegen die USA sowie gegen Frankreich reichte es zu Unentschieden. Da war das wichtigste Spiel des Jahres längst gewonnen – im Finale des Algarve-Cups hatte Célia Okoyino da Mbabi den Weltmeister Japan mit einem Hattrick fast allein geschlagen. Zur EM 2013 in Schweden fahren die Deutschen als Sowas-von-Favoritinnen.

Was war sonst noch wichtig?

Der Charakter der drei Aufsteiger. Die Fürther ziehen sich Woche für Woche das Büßergewand an und leiden stellvertretend für uns alle, die wir auch das Tor nicht treffen, aber jederzeit hart und fair bleiben und uns nach dem Abpfiff in schwarzen Humor flüchten. Mike Büskens und seine Jungs sind schlichtweg echt und die sympathischsten Verlierer aller Zeiten. Als ungleich erfolgreicher erwiesen sich Fortuna Düsseldorf und Eintracht Frankfurt, die nach sechs Spieltagen unter den ersten drei standen. Die Maurermeister vom Rhein rutschten danach ins Mittelfeld ab, Frankfurt allerdings ist punktgleich mit der Borussia, und zwar jener aus Dortmund. Chapeau, Armin Veh und Alex Meier . Ein ebenso großes Lob geht an zwei andere von Jogi Löw Verschmähte: Stefan Kießling war mit seinen Toren der treffsicherste Mann im Kalenderjahr 2012, René Adler hielt überragend und den HSV oft eigenhändig im Spiel. Ohne ihn müsste man sich längst fragen, ob die Bundesliga-Zeit der Hamburger vorüber ist.

Zwei Unglücksraben noch: Hannovers Leon Andreasen erlitt kurz nach dem Comeback von zweijährigen Leistenproblemen einen Kreuzbandriss , Nürnbergs Marcos Antonio verschuldete bei seinem Bundesliga-Debüt in 16 Spielminuten ein Gegentor (beinahe sogar zwei) und bekam nie die Chance, es auf dem Platz wieder gut zu machen. Kopf hoch, Jungs. Bis ihr heiratet 2013 wird alles wieder gut!

Welches waren die drei Zitate des Jahres?

"Wir sind hier nicht bei James Bond, es geht nicht um die Weltherrschaft."
BVB-Trainer Jürgen Klopp nach dem Pokalsieg auf die Frage, ob Dortmund das neue Bayern sei.

"Wir müssen schon auf Gorilla machen, also auf kleiner Gorilla."
Christian Streich über die Mentalität beim SC Freiburg , den er zur erfolgreichsten Hinrunde der Vereinsgeschichte führte.

"Ich wollte Eto'o, aber der Präsident hat wohl Edu verstanden."
Mike Büskens, dessen Fürther als Sisyphos-Inkarnationen Spieltag für Spieltag vergeblich das gegnerische Tor berennen. Edu erzielte ein Tor. Immerhin eines mehr als alle anderen Stürmer zusammen.