Bundesliga-RückschauBayerns Werk und Teufels Beitrag

Drei Elfer innerhalb von vier Minuten, die alle den Bayern zugutekamen. Und ein Schiedsrichter, der vielen das Spiel verdirbt. Die Bundesliga-Rückschau von Tobias Jochheim von 

Wolfgang Stark im Spiel Dortmund gegen Wolfsburg

Wolfgang Stark im Spiel Dortmund gegen Wolfsburg  |  © Kevin Kurek, DPA

Wer spielte wie gegen wen?

Hamburger SV – TSG Hoffenheim 2:0
Borussia Dortmund – VfL Wolfsburg 2:3
FC Augsburg – FC Bayern München 0:2
1. FC Nürnberg – Fortuna Düsseldorf 2:0
VfB Stuttgart – FC Schalke 04 3:1
SC Freiburg – SpVgg Fürth 1:0
Eintracht Frankfurt – Werder Bremen 4:1
Borussia Mönchengladbach – FSV Mainz 05 2:0
Hannover 96 – Bayer Leverkusen 3:2

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Wer in Dortmund nicht fluchte, verzweifelte, fieberte, kann keinen Sinn für Sport haben. In der 6. Minute nahm das Unheil seinen Lauf: Beim 1:0 war Robert Lewandowski zu aktiv, um nur im (straffreien) passiven Abseits gestanden zu haben. Doch das war eine klassische Millimeterentscheidung – entschuldbar, für die jubelnden Heimfans ohnehin. In Minute 35 allerdings kippte die Stimmung. Da brüllte die Arena formerly known as Westfalenstadion wie ein einziger Mann, oder eher: wie ein verwundetes Tier. Der Grund: Wolfsburgs erster Angriff – der ebenfalls durch einen Abseitspfiff vorzeitig beendet gehört hätte und von Marcel Schmelzer auf der Linie per Knie geklärt wurde. Der Schiri Wolfgang Stark aber sah ein Handspiel, zeigte erst auf den Punkt und dann Rot. Schmelzer ging, der Elfmeter saß, ebenso fünf Minuten später Naldos Volley-Hammer (ebenfalls unter Abseitsverdacht). Die Wolfsburger Führung war absurd, doch zu zehnt und zornig zeigte sich Dortmund gefährlicher denn je. Reus scheiterte mit einem Fallrückzieher, die anderen auf alle denkbaren anderen Arten. Dann profitierte die Borussia vom Schlingerkurs des Schiri-Gespanns – und bekam nach einem eher harmlosen Schubser von Simon Kjaer ihrerseits einen Elfmeter zugesprochen, den Kuba Blaszczykowski zum 2:2 verwandelte. Eine der seltenen Wolfsburger Chancen (am Ende waren es 21:7 Torschüsse für Dortmund) verwandelte Bas Dost zum 2:3. Dabei blieb es. Weil er's kann, verteilte Stark noch wahllos gelbe Karten, unter anderem an Götze wegen zu schneller Ausführung eines Freistoßes. In der 91. fischte Benaglio einen Reus-Freistoß aus dem Winkel, in der 92. parierte Weidenfeller gegen Dost. Dann war Feierabend. Beziehungsweise Frustabend. Man of the Match war Wolfgang Stark, prägte der Schiedsrichter die Partie doch mehr als jeder andere. Vier von fünf Toren waren umstritten. Jürgen Klopp verpasste seinen Spielern einen Maulkorb und blieb auch selbst ruhig. Nur für den Friedensnobelpreis nominierte er Schmelzer noch schnell.

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

90 Minuten verschwendete Lebenszeit und nur eine magere Erkenntnis: Franziska van Almsick fällt es offensichtlich so leicht, sich mit Hoffenheim zu identifizieren , weil deren Abwehr schwimmt wie keine andere. Desolat trat die TSG auf, und dem HSV gelang ohne seine Muse Rafael van der Vaart das Kunststück, sie nicht an die Wand zu spielen. Anstelle eines Spiels entwickelte sich nur die Zahl der Fehlpässe. Auf der Höhe war nur René Adler. Alle anderen liefen, passten, dribbelten, schossen, grätschten an der Grenze zur Arbeitsverweigerung, emphatisch wurde es nur bei Schwalben. Agilster Hoffenheimer war der Interimstrainer Frank Kramer . 0:0 wäre das einzige gerechte Ergebnis gewesen. Weil Artjoms Rudnevs aber von Hoffenheims Verteidigung um den Towart-Azubi Koen Casteels (20) zwei Angebote bekam, die er nicht ablehnen konnte, endete das Gegurke mit 2:0. So etwas als Bundesligaspiel zu verkaufen ist eine Frechheit wie die Frisur von Mancienne . Hoffenheim , mir graust vor dir.

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Wer stand im Blickpunkt?

Die Spielverderber, die den Ruhrpott-Klubs die Bayern-Jagd verhagelten und ein Traumtorschütze: einerseits Vedad Ibisevic , der mit seinen Toren 8 bis 10 im Alleingang den FC Schalke abschoss – Hut ab vor diesem Hattrick, Elfmeter hin, Abstauber her. Andererseits Wolfsburgs brasilianisches Duo Diego und Naldo, das Dortmund zur Verzweiflung trieb mit tatkräftiger Unterstützung von einem Mann, der oben erwähnt wurde. Diego jedenfalls erzielte den ersten Treffer und bereitete die beiden anderen vor. Naldo bedankte sich mit einer wuchtigen Direktabnahme für die ihm geltende Flanke. Sonntagnachmittag spielte sich dann noch ein anderer in den Blickpunkt: Juan Arango traf aus knapp 45 Metern gegen Mainz . Aber mittlerweile hat man sich an die Traumtore des Venezolaners schon fast gewöhnt.

Leserkommentare
  1. Es bleibt ein mulmiges Gefühl angesichts solcher gravierenden Fehlentscheidungen wie am Wochenende. Wie kann es sein, dass Millionen Zuschauer live sehen können, der Ball war nicht an der Hand des Spieles und der Schiedsrichter kann sich auf seine Sicht der Dinge zurückziehen und den Spieler mit roter Karte vom Platz stellen??
    Was bitte spricht dagegen den 4. Schiedsrichter im Stadion vor die Monitoren zu setzten um dann per Funk die grobsten Fehlentscheidungen zu verhindern. Ist es vielleicht nur die Tatsache, dass ein Schiedsrichter dann nicht mehr ein Spiel durch grobe Fehlurteile entscheiden könnte???

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    Als erstes mag ich stark zu bezweifeln, dass Millionen gesehen haben, dass Schmelzer den Ball nicht mit der Hand spielt. Das haben Millionen erst gesehen, als die zweite Super Slowmotion kam. Was man aber auf den ersten Blick gesehen hat ist, dass Schmelzers Hände beide Richtung Körpermitte und somit zum Ball gingen... Ja es war eine Fehlentscheidung und eine gravierende dazu, aber ihr Vorschlag die Videoüberwachung einzusetzen ist wohl kein Stück durchdacht.
    Nimmt man diese Szene, so pfeifft der Schidsrichter erstmal ab. Dann warten... der 4. Offizielle muss das Videomaterial sichten, 1. Slowmotion, 2. Slowmotion, eine weitere aus einem andern Blickwinkel, die Entscheidung kommt... Der Schiedsrichter nimmt nach 2 Minuten warten seine Entscheidung zurück... Kurz darauf eine ähnliche Situation, doch es kommt nicht zum Videobeweis... denn wer entscheidet denn eigentlich darüber wann dieser eingesetzt wird? Der Schiedsrichter? Oder muss bei jedem Pfiff ab jetzt gewartet werden? Was wenn Abseits entschieden wird, es aber keins war? Müssen die Spieler dann auf die Position zurück auf der sie beim Pfiff standen und dann wird von dort an nochmal weiter gespielt?
    So einfach wie sich das mancher Fußballfan denkt ist es nicht, und was täten die Meisten wenn sie nicht dem Schiri die Schuld in die Schuhe schieben könnten?...

    • TDU
    • 10. Dezember 2012 11:42 Uhr

    "Man of the Match war Wolfgang Stark, prägte der Schiedsrichter die Partie doch mehr als jeder andere."

    Gleicht sich alles aus. Nur weil jetzt mal ein Großer betroffen ist, sollte man sich nicht weiter aufregen.

  2. "Bruno Labbadia wartet in Leverkusen auf eine Gehaltserhöhung"

    Die Zeiten sind doch schon etwas länger vorbei...

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    Redaktion

    Lieber hampelman,

    Recht haben Sie! Labbadias Leverkusener Zeiten sind vorbei. Gott sei Dank, könnten viele Bayer-Fans meinen. Nun wirkt er natürlich in Stuttgart. Wir haben den Fehler korrigiert.

    Beste Grüße aus der Redaktion
    Christian Spiller

  3. ...es soll Mannschaften geben, die trotz Unterzahl noch das Spiel gewinnen können. Vor allem, wenn sie so überlegen sind wie der BVB am Samstag.

    Sie haben nicht wegen Stark verloren, sondern weil sie ihre Chancen nicht genutzt haben und anschließend eiskalt ausgekontert wurden.

    Nach regulären Toren stands am Ende übrigens 2:1 für Wolfsburg.

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    • TiSch73
    • 10. Dezember 2012 12:29 Uhr

    Das "reguläre" Spiel endete in der 35. Minute. Alles was danach kam wäre u.U. "regulär" ganz anders gekommen.

    Aber nicht müssen. Den man darf auch knapp verlieren müssen und der Schiri mischt sich nicht ein. Es spüren sich schon die richtigen einen Kopf zerbrechen und das sind heute nicht die Dortmunder

    • timonb
    • 10. Dezember 2012 12:17 Uhr

    Ich kann mir ja vorstellen, dass eine Fehlentscheidung, wie die am Samstag super ärgerlich ist. Aber

    1. (wie bereits geschrieben) hätte WB auch ohne Fehlentscheidungen gewonnen, bzw. der BVB nicht gewonnen, d.h. es geht hier um max. 1 Punkt. In anderen Worten: Alles gleicht sich aus.
    2. bevor Dortmunder (weiter) meckern, ihnen wurde die Meisterschaft genommen: Die Meisterschaft haben sie wohl schon längst verloren. Und das trotz einiger Schiedsrichterfehlentscheidungen FÜR den BVB. Und Bayer ist Bayern-Jäger Nr. 1, nicht der BVB.
    3. diese Fehler gehören im Fussball einfach dazu. Es gibt ja Rufe, dass es bei vielen anderen Sportarten einen Videobeweis gibt, also warum hier verzichten? Ganz einfach: Bei diesen ganzen Sportarten kann die Zeit gestoppt werden. Im Fussball würde jede Begutachtung von Videomaterial wertvolle Minuten kosten. Und keiner kann sagen, dass es das beste für den Fussball wäre, wenn die Zeit gestoppt werden kann.

    VG,

    ein Bayern-Fan

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    • siar
    • 10. Dezember 2012 15:06 Uhr

    Ihnen als Fußballfan müsste der Begriff "Nachspielzeit" geläufig sein.
    Der Videobeweiß soll doch nur in Zweifelsfällen angewandt werden. Wieviele gibt es denn so durchschnittlich in jedem Spiel? Die strittige Szene anzuschauen dauert mit Sicherheit nicht länger als die Diskussionen der Spieler auf dem Spielfeld.
    Haben da einige Angst es könnten Mauscheleien aufgedeckt werden?

    • Hainuo
    • 10. Dezember 2012 19:53 Uhr

    Es wäre mir ein Gräuel, wenn die Zeit beim Fußball gestoppt würde! Nie wieder Zeitspiel, Schauspielerei, Entscheidungen bei der Meisterschaft aufgrund nicht nachvollziehbarer Nachspielzeit etc. Wirklich, ich kann mir nichts Schlimmeres vorstellen ;-)

    Also erzählen sie dem Quatsch nur ihren Bayern die glauben so etwas.

  4. Huch! Nach der Überschrift samt Subtext konnte man noch auf die Schreibe von Herrn Fritsch schließen (ja, ja, alles nur ironisch natürlich, in tiefer Liebe zum FC Bayern). Gab es, nachdem er diese Zeilen geschrieben hatte, etwa einen Putsch in der Zeit Online-Redaktion? Ist Tobias Jochheim etwa ein Pseudonym für Fletcher Christian? Müssen wir uns Sorgen um Herrn Fritsch machen? Hoffentlich wurde er nicht ausgesetzt, wär auch wieder langweilig!

    Die Passagen über "Elfer für Bayern" fassen wir mal als Ironie auf, die in einem Hamburger Medium eben in dieser Form unvermeidlich ist. Paßt scho! Die Schilderung der Stark-Nummer ist jedenfalls begrüßenswert entspannt.

    Ansonsten: Reißt euch endlich mal zusammen, ihr Dortmunder, Leverkusener, Schalker! Uns Roten wir hier sonst langsam fad. Echt jetzt!

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    • cb81
    • 10. Dezember 2012 13:59 Uhr

    "Müssen wir uns Sorgen um Herrn Fritsch machen? Hoffentlich wurde er nicht ausgesetzt, wär auch wieder langweilig!"
    Na, den haben Sie aber gefressen, was?!
    Würde Ihre Kommentare auf die Artikel von Herrn Fritsch auch vermissen...
    Sportliche Grüße
    P.S.: so sind wir im Norden nun mal...knallhart analysierend.

    • TiSch73
    • 10. Dezember 2012 12:29 Uhr

    Das "reguläre" Spiel endete in der 35. Minute. Alles was danach kam wäre u.U. "regulär" ganz anders gekommen.

    Antwort auf "Jetzt mal halblang..."
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    • timonb
    • 10. Dezember 2012 12:46 Uhr

    Bereits das erst Tor war durchaus umstritten. Somit wären vielleicht sogar die letzten 84 Minuten anders gekommen.

    • TiSch73
    • 10. Dezember 2012 12:48 Uhr

    Das erste Tor lag wie erwähnt im Rahmen dessen was man als Auslegungssache ansehen kann. Ausserdem entsprach der Spielstand dem Spielverlauf, was man zum späteren Verlauf nicht mehr sagen kann.

    Wenn dann endete das "reguläre" Spiel bereits in der 6. Minute, denn beim 1:0 stand Lewandowski im Abseits.
    Genau wegen solcher Äußerungen kann man die Aufregung der Dortmunder Fans nicht ernst nehmen. Fehlentscheidungen des Schiedsrichters sind nur dann solche, wenn sie gegen die eigene Mannschaft gerichtet sind, nicht?

    Was hab ich mich wieder amüsiert beim letzten BVB-Spiel. Und wenn der Gegner fünf Tore durch Fehlentscheidungen geschenkt bekommt - Hauptsache, die Dortmunder kriegen was auf die Nase, und ich kann mich kaputtlachen! Bitte weiter so!

    • timonb
    • 10. Dezember 2012 12:46 Uhr

    Bereits das erst Tor war durchaus umstritten. Somit wären vielleicht sogar die letzten 84 Minuten anders gekommen.

    Antwort auf "regulär?"

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