Fußball-BundesligaNürnberg verpasst Auswärtssieg

Eine Fehlentscheidung verhindert Nürnbergs Auswärtssieg – das Abseitstor von Werder zählt. Dortmund geht siegreich in die Winterpause. Die Spielberichte von dpa

Die Spieler von Nürnberg und Werder kämpfen um den Ball.

Die Spieler von Nürnberg und Werder kämpfen um den Ball.  |  © Oliver Hardt/Bongarts/Getty Images

Werder Bremen – 1. FC Nürnberg 1:1 (0:0)

Ein Abseitstor hat den 1. FC Nürnberg um den ersten Bundesliga-Auswärtssieg seit drei Monaten gebracht. Beim 1:1 (0:0) in Bremen fälschte Werder-Stürmer Nils Petersen in der 88. Minute aus Abseitsposition einen Schuss von Kevin de Bruyne ins Netz ab. Erst sechs Minuten zuvor war Nürnberg durch Timo Gebhart in Führung gegangen. Mit 20 Punkten hat der Altmeister nun acht Zähler Vorsprung auf Relegationsplatz 16. Werder steht mit jetzt 22 Punkten auf Rang zwölf und konnte nicht näher an die Europapokalplätze heranrücken.

Die zuletzt wenig konstanten Gastgeber übernahmen vom Anpfiff an die Initiative und erarbeiteten sich genügend Chancen, um schon vor der Pause in Führung zu gehen. Die Nürnberger zeigten, warum sie aus den vorangegangenen sechs Auswärtsspielen nur einen Punkt mitnahmen. Einzig Torhüter Raphael Schäfer präsentierte sich bei seinem 200. Bundesligaspiel für Nürnberg in guter Form und verhinderte die eigentlich fällige Führung für Werder.

Vor allem de Bruyne stiftete Unruhe. Nach acht Minuten lenkte Schäfer einen Schuss des 21-jährigen Belgiers an den Pfosten des langen Ecks, wo zwei Bremer verpassten. Bei einem Kopfball von Per Nilsson auf das eigene Tor (19.) reagierte Schäfer stark, ebenso erneut gegen de Bruyne, der aus Nahdistanz noch bedrängt wurde (34.). Vorgelegt hatte Aaron Hunt – der Offensivmann war nach überstandenen Wadenproblemen für Clemens Fritz ins Team gerückt und übernahm von diesem auch gleich die Kapitänsbinde.

Obwohl Nürnbergs Trainer Dieter Hecking noch kurz vor dem Anpfiff die zuletzt daheim gezeigte Konsequenz angemahnt hatte, traten seine Spieler erst in der 37. Minute offensiv erstmals nennenswert in Aktion: Javier Pinola scheiterte mit einem abgefälschten Schuss an dem Torhüter Sebastian Mielitz. Sekunden zuvor traf Marko Arnautović nach Flanke von de Bruyne in bester Position den Ball nicht. Der Österreicher sah zudem seine fünfte Gelbe Karte und fehlt Werder beim Rückrundenstart am 19. Januar daheim gegen den Meister Borussia Dortmund.

Nach zuletzt zwei Erfolgen in Bremen hatten die Gäste nach dem Wechsel ihre bis dahin beste Chance zur Führung. Feulner scheiterte mit seinem Kopfball aus spitzem Winkel an Mielitz (53.). Der eingewechselte Robert Mak verzog kurz darauf aus 18 Metern (58.).

Nilsson hingegen brachte mit einer Rettungsaktion erneut das eigene Tor in Gefahr (57.). Danach haderte Werder nach ruhigerem Start in Hälfte zwei gleich zweimal: Nils Petersens Schuss touchierte die Latte (59.), de Bruynes Versuch aus der Distanz den Pfosten (61.). Auf der anderen Seite verhinderte Mielitz im Herauslaufen gegen Sebastian Polter sogar einen Rückstand (72.). Gegen Gebharts überlegten Schlenzer war Mielitz machtlos, doch am Ende hatten die Hausherren bei der Fehlentscheidung zum 1:1 das Glück auf ihrer Seite.

Werder Bremen: Mielitz - Gebre Selassie, Prödl, Sokratis, Schmitz - Junuzović - Arnautović (68. Fritz), Hunt (84. Akpala), de Bruyne, Elia - Petersen

1. FC Nürnberg: Schäfer - Chandler, Nilsson, Klose, Pinola - Simons - Kiyotake (45. Mak), Feulner (77. Plattenhardt), Balitsch (60. Cohen), Gebhart - Polter

Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)

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Zuschauer: 38.553

Tore: 0:1 Gebhart (82.), 1:1 Petersen (88.)

Gelbe Karten: Arnautović (5) / Gebhart (3), Klose (3)

Beste Spieler: de Bruyne, Sokratis / Schäfer, Klose

Leserkommentare
    • lxththf
    • 14. Dezember 2012 23:51 Uhr

    "Bayern PATZT gegen" den Vorjahresvierten, gegen den sie in der letzten Saison 2mal verloren haben und die nach schwachem Saisonstart einen sehr starken Aufwärtstrend verzeichnen konnten. Eine kleine Umschreibung von Gladbach und das soll nur zeigen, wie wahnsinnig unangebracht es ist, von einem "Patzer" zu reden.
    Vielleicht sollte man sich endlich auch mal im Journalismus vor Augen führen, wie eng die Liga qualitativ zusammengerückt ist (Nach 16Spieltagen sind es gerade mal 12Punkte von Platz 2 zu Platz 15). Alle können nunmal wirklich alle schlagen. Das gleiche nervt auch bei solchen Headlines bei Dortmund. Und nochmal ein Beispiel. Von Platz 3 (direkte CL-Teilnahme) - 11 beträgt der Abstand 6Punkte. Das sind zwei Siege oder Niederlagen.
    PS: Das ist keine Kritik an der Redaktion, da ja nur die Meldung übernommen wurde. Andere Schlagzeile, z.B. bei Sport1: "Bayern-Motor stottert".
    Ich finde das übrigens auch beim ausländischen Fußballjournalismus fürchterlich (Marca, AS, the sun etc.)

    • Legatus
    • 15. Dezember 2012 1:08 Uhr
    3. Patzt?

    Bayern hatte nicht den besten Tag, hat aber in Halbzeit 2 sehr gut agiert. Pech und der Torwart haben das Siegtor verhindert.
    Die Schiedsrichter bekleckern sich mit den Handentscheidungen immer weniger mit Ruhm. Bald gibts auch Elfer, wenn man sich die Arme mit Klebeband auf den Rücken geklebt hat.
    Ich fand ihn jedenfalls nicht berechtigt.
    Andererseits schlägt ein Gladbacher Martinez ins Gesicht und es gibt gar nichts.

    Naja, jeder bekommt sein Fett weg, letzte Woche Dortmund, heute Bayern ein bisschen.

    • vonDü
    • 15. Dezember 2012 4:33 Uhr

    und die Konkurrenz versagt zum großen Teil total.

    Geht das so weiter, können die Bayern sich noch ein Dutzend dieser "Patzer" erlauben und werden trotzdem Meister. Außerdem wäre es ja auch langweilig, wenn die Bayern immer nur gewinnen würden.....

    Glückwunsch an Gladbach, die den Abgang von Reus jetzt endlich weggesteckt haben, und, vor allem dank Arango, wieder an die guten Leistungen der letzten Saison anknüpfen können.

    • u.t.
    • 15. Dezember 2012 11:28 Uhr

    wieder die Gemüter hochkochen wegen dem kleinen Wörtchen "patzt";-)))

  1. 6. Drama!

    Der Handelfer war ja wohl nun wirklich der berechtigste, den ich in meinem Leben gesehen habe. Sowas von klar! (Hatte Gladbach eigentlich einen weiteren Torschuss? Ich kann mich nicht recht erinnern.) Hat sich einer bei Bayern mal wieder so richtig über den Schiri aufgeregt? Nicht wirklich?! Schöne Grüße und ein erfolgreiches Wochenende nach Dortmund!

  2. ... CL Finale 2012. Bayern hochüberlegen, 1000 Ecken, 500 Torschüsse -- und dann an der entscheidenen Stelle gepatzt =)

    Ter Stegen scheint sein Tief mehr als überstanden zu haben.

  3. Boaten stand mit hinten angelegten Armen dem Angreifer entgegen,
    Beim Hochspringen muss man diese Haltung aufgeben.
    Der betroffene Arm war vor dem Körper angelegt, der andere in der Luft...
    in der Drehung ging der Ball an dem vorm Körper befindlichen Arm....
    hätte der Ball den anderen Arm getroffen, wäre es ein klarer Elfer,
    so ein zweifelhafter.....wo sollen die Spieler in solchen Situationen eigentlich ihre Arme hintun?

    Bayerns Patzer?
    Gladbach hatte einen ernstzunehmenden Torschuss, das war der Elfer!
    und Gladbach hatte einen Weltklasse Torwart!
    (wieso spielen die immer gegen Bayern so gut? :-)

    Egal, letzte Saison hätten die Bayern so ein Drecksspiel verloren!
    und alles hätte, wenn und aber nützt doch nichts....
    Urlaub, Trainingslager, weiter geht´s

    Und dass nun ja keiner von Wettbewerbsverzerrung spricht, weil die Bayern einen Tag länger Urlaub haben als die *Verfolger* :-)

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    Vielleicht weil Borussia drinsteckt?

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