Champions LeagueDie gleichen Paarungen wie beim Probedurchlauf

Dem BVB ist heute Donezk als Gegner zugelost worden – wie bereits gestern beim Probedurchlauf. Auch die anderen Partien sind identisch, Verschwörungstheorien gedeihen.

Bei der Auslosung des Achtelfinales der Champions League ist es zu einer Kuriosität gekommen: Die acht Paarungen waren bereits am Vortag bei einem Testlauf exakt gleich gezogen worden. Seitdem gedeihen Verschwörungstheorien.

In einem YouTube-Video vom Probedurchlauf ist der Grund zu erkennen: Es zeigt einen kurzen Beitrag des britischen Fernsehsenders Sky, der sich am Mittwochabend um die Vorbereitungen der Ziehung drehte. Hierbei wurde der Screen des Testlaufs abgefilmt, der genau die Begegnungen zeigt, die auch am Mittwoch gezogen wurden. Auf Twitter und Facebook kursieren diese Fotos ebenfalls. Eines der Bilder ist laut Facebook-Anzeige bereits am Mittwoch gepostet worden. Viele Nutzer diskutieren nun, ob es bei der Auslosung mit rechten Dingen zugegangen sein kann.

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Allerdings ist diese Doppelung nicht ganz so unwahrscheinlich wie sie zunächst erscheint: Bei der Verlosung gibt es viele Regeln, die die Anzahl der möglichen Paarungen einschränken. So dürfen weder Gruppensieger aufeinandertreffen, noch Mannschaften, die bereits in der Gruppenphase gegeneinander gespielt haben. Zudem soll kein Team einen Gegner aus dem gleichen Land bekommen. Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit dafür, dass zwei Verlosungen zu genau den gleichen Paarungen führen, sehr gering. "Eine grobe Abschätzung ergibt, dass die Wahrscheinlichkeit für eine solche Doppelung kleiner als 0,34 Promille ist, aber größer als 0,2 Promille", sagte Holger Drees vom Institut für Mathematische Statistik und Stochastische Prozesse an der Uni Hamburg dem Fußball-Magazin 11 Freunde.

Die für die Auslosung zuständigen Europäischen Fußball-Union (Uefa) bezeichnete den Vorgang als "reinen Zufall".

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Leserkommentare
  1. wie werden betrogen, überall, nicht nur von der Finanzindustrie!
    Jetzt auch noch der Fussball, unsere liebste Nebensache der Welt
    *heul* *drohfuchtel* *hysterisch werd*

  2. Aus den Schilderungen wird nicht deutlich, ob die Testziehungen überhaupt durchgeführt wurden. Es könnte ja auch lediglich die Anzeige (Grafik/Monitor) geprüft worden sein.

    In diesem Fall erinnert das ein wenig an Pannen bei den Kandidatenshows der Privaten. Mehr als einmal wurden versehentlich Webseiten der Sender zu früh freigeschaltet, auf denen der Gewinner (der noch gar nicht ermittelt war) gefeiert wurde. Hier ist allerdings nicht auszuschließen, dass für jede Eventualität das entsprechende Material vorab erstellt wurde. Zumindest wäre das eine plausible Erklärung. Dass aber die Grafiker der o.g. Veranstaltung sämtliche Auslosungsvarianten vorbereiten, ist aufgrund des Arbeitsaufwands kaum anzunehmen.

    Also muss zunächst gefragt werden: wurden diese Paarungen tatsächlich zum Test ausgelost und als Grafik verarbeitet/angezeigt?

  3. Also ich hatte mir den Live-Stream von der Auslosung angesehen. Erst irgendwann später lass' ich von dieser Überschneidung. Die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich gering, wie hier schon ausgerechnet wurde. Dennoch, es hat schon Lottogewinner gegeben und es wurden auch schon Menschen vom Blitz getroffen. Es ist nicht gänzlich unmöglich. Und so wie ich die Übertragung gesehen habe, sah das ganze doch recht korrekt aus. Wäre dem nicht so, würde das vermutlich fürher oder später ans Licht kommen. Schließlich waren u.a. Vertreter aller 16 Teams anwesend, von denen sicher nicht alle glücklich über deren zugeloste Gegner sind. Diese würden mit Sicherheit die Klappe halten - und etwaige Millionenbeträge zum Schweigen würden auch niemals auffallen. ;-)

    Man wird sicherlich häufiger hinters Licht geführt als man denkt, aber man sollte zumindest aufgestellte Thesen kritisch hinterfragen. Ich glaube, es ist tatsächlich ein unfassbarer Zufall.

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    • match
    • 20. Dezember 2012 20:41 Uhr

    zwei Samstage infolge sechs Richtige mit den gleichen Zahlen.

    • kamuka
    • 20. Dezember 2012 19:22 Uhr

    wurde ja auch manipuliert wie Sau. Warum sollte das im Fußball anders sein?

    • match
    • 20. Dezember 2012 20:41 Uhr

    zwei Samstage infolge sechs Richtige mit den gleichen Zahlen.

    Antwort auf "Zufälle solls geben"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • cafbad
    • 21. Dezember 2012 13:12 Uhr

    "In etwa so wahrscheinlich wie zwei Samstage infolge sechs Richtige mit den gleichen Zahlen."

    Gute Güte, Wahrscheinlichkeitsrechnung ist anscheinend für eine ganze Menge Leute ein Buch mit 7 Siegeln...

    Für alle, die jetzt wieder Verschwörungen wittern: Die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses wie die letzte Chamions-League-Auslosung, liegt wie angegeben im Bereich zwischen 0,2 und 0,3 Promille und ist nicht so ganz leicht zu berechnen aufgrund der vielen Einschränkungen und Vorgaben.

    Das bedeutet nichts anderes als dass bei 2 oder drei Versuchen von zehntausend so eine Konstellation eintritt. Das ist nun wahrhaftig keine sonderlich geringe Wahrscheinlichkeit.

    Der oben zitierte Vergleich mit identischen Lottozahlen an zwei aufeinanderfolgenden Samstagen ist vollkommen absurd, weil ein solches Ereignis um ein viel-, viel-, vielfaches unwahrscheinlicher (aber natürlich nicht unmöglich) ist.

    Angesichts der Tatsache dass Wahrscheinlichkeitsaussagen im Leben eines jeden Menschen eine erhebliche Bedeutung haben (z.B. beim Arzt) wäre es sicher eine gute Idee, sich wenigstens ein Grundverständnis von Wahrscheinlichkeitsrechnung zuzulegen. Dann gäb's auch weniger alberne Verschwörungstheorien.

    • E.Wald
    • 23. Dezember 2012 22:45 Uhr

    Selbst wenn Sie für die erste Lottoziehung jede Kombination erlauben, liegt die Wahrscheinlichkeit für das Ziehen derselben Kombination bei 0,00007 Promille. Das ist sehr, sehr viel unwahrscheinlicher als 0,2 Promille.

    Die Berechnung der CL-Ziehungswahrscheinlichkeiten ist relativ kompliziert, weil es viele Wechselwirkungen gibt. Für "meine" Bayern habe ich mir die Wahrscheinlichkeiten angesehen, sie sind nicht für alle Gegner gleich.

  4. Dass bei einer Auslosung manipuliert werden kann, kann ich verstehen. Wo beim Probelauf und bei der originalen Auslosung - bei gleichem Ergebnis - die Manipulation liegen soll, erschließt sich mir nicht.

    • cb81
    • 20. Dezember 2012 20:47 Uhr

    das nur richtig gedeutet werden muss...mogen geht tatsächlich die Welt unter und diese "Zufälle" sollen uns darauf vorbereiten...;-)

  5. 24. lol !!

    Ihr Verschwörungstheoretiker seid witzig.

    Wenn die UEFA wirklich das Verfahren manipulieren könnte, dann wären sie ganz sicher nicht so dämlich, 2 genau gleiche Ziehungen zu organisieren.

    Nebenbei bemerkt ist es durchaus möglich, so etwas zu manipulieren. Ein kleiner "Heizofen" in jeder Kugel könnte dafür sorgen, dass immer die Kugel erhitzt wird, die gerade gezogen werden soll. Wenn der Typ, der ziehen soll, darin eingeweiht ist, dann ist das Ganze nicht besonders schwierig.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, rav
  • Schlagworte Achtelfinale | Facebook | Sky | Twitter | Champions League | Donezk
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