Daniel Brühl"Ich trage kein Barcelona-Arschgeweih"

Daniel Brühl, großer Fan des FC Barcelona, würde gern einen Film über Lukas Podolski drehen. Im Interview stellt er klar, dass er beim Fußball häufig brüllt. von 

Daniel Brühl

Daniel Brühl  |  © Stephanie Pilick, DPA

ZEIT ONLINE: Herr Brühl , haben Sie schon mal richtig laut gebrüllt, nicht im Film, im echten Leben?

Daniel Brühl: Ja klar, auf jeden Fall, nicht nur im Fußballstadion. Auch in der Kneipe oder zu Hause. Beim Fußball bei dramatischen Spielen kenne ich das gar nicht anders. Ich brülle nicht nur beim Tor. Aber das ist in Spanien ja normal, da ist es eh lauter als hier.

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ZEIT ONLINE: Wann haben Sie zuletzt gebrüllt?

Brühl: Das war wohl vor ein paar Wochen, da habe ich in meiner Kneipe in Berlin Real Madrid gegen Barcelona gesehen. Beim Clasico kochen die Emotionen besonders hoch. Als das 2:1 für Barca fiel, habe ich gebrüllt. Leider folgte dann noch das 2:2 durch Ronaldo, obwohl dem ein Foul an Iniesta vorausgegangen war.

Daniel Brühl

1978 geboren in Arenys de Munt bei Barcelona, wurde 2003 durch seine Hauptrolle in Good Bye Lenin! bekannt. 2011 war er in Der ganz große Traum in den Kinos zu sehen, Brühl spielt in dem Film den Lehrer Konrad Koch, der Ende des 19. Jahrhunderts den Fußball in Deutschland populär machte. Der Schauspieler ist Mitgründer der Bar Raval in Berlin, Fan des FC Barcelona und hat in diesem Jahr ein Buch über Barcelona veröffentlicht.

ZEIT ONLINE: Wenn man Sie nicht kennt, kann man sich schwer vorstellen, dass Sie so rumbrüllen.

Brühl: Die meisten Menschen haben einen falschen Eindruck von mir, leider vor allem in Deutschland, leider auch die Presse. Das sind Vorurteile, gegen die ich schon eine ganze Zeit ankämpfe – oder anbrülle. Die Leute, die mich ziemlich gut kennen, wissen, ich brülle sehr oft.

ZEIT ONLINE: Sie sollen Barcelona und den Fußballverein lieben. Haben Sie schonmal in Barca-Bettwäsche geschlafen?

Brühl: Äh, nein, so weit ging es noch nicht. Aber von meinem Balkon in meiner Wohnung in Barcelona hängt eine ziemlich mitgenommen aussehende Fahne. Und meiner guten Freundin habe ich zu ihrem Entsetzen einen Barca-Strampler für mein Patenkind geschenkt. Dann ist es ein Mädchen geworden. Sie hat den Strampler aber dennoch zweimal voller Stolz getragen. Aber da sie nun ein Mädchen ist, werde ich sie nicht weiter mit Fanartikeln quälen.

ZEIT ONLINE: Ist Fußball nur ne Jungssache?

Brühl: Nee, nee, so chauvimäßig bin ich nicht. Aber ich habe generell etwas gegen Experten, die keine sind. Beim Fußball halte ich mich deshalb gern zurück. Aber bei Frauen habe ich manchmal das Gefühl, dass sie glauben, im Stadion oder in der Kneipe was kompensieren zu müssen und deshalb extra expertenmäßig loslegen und die Spielernamen oder die Abseitsregel mitteilen müssen. Kann anstrengend sein, sich das Gesülze anzuhören.

ZEIT ONLINE: Haben Sie eine Freundin oder Frau?

Brühl: Jetzt wird’s aber privat.

ZEIT ONLINE: Die Frage bezieht sich natürlich auf Ihre Liebe, den FC Barcelona.

Brühl: Interessanter Übergang. Ja, ich habe eine Freundin, die auch schon mal gerne mit mir in Barcelona ins Stadion gegangen ist. Sie begleitet mich auch häufig in die Bar in Berlin und schaut sich Spiele an. Aber Fußball ist nicht ihre größte Leidenschaft.

ZEIT ONLINE: Sie brüllen auch zusammen beim Fußball?

Brühl: Ja, sie war mit im Camp Nou. Bei den Toren hat sie sicher mitgebrüllt.

Alles außer Fußball

Alles außer Fußball ist die Kolumne von René Adler, Thomas Hitzlsperger und Arne Friedrich. Einmal im Monat geben wir während der Bundesliga-Saison einem das Wort. Sie sollen und wollen nicht das Tagesgeschäft kommentieren, klassische Fußballerkolumnen gibt es genug. Alles außer Fußball ist der Versuch, Fußballer Fußball als gesellschaftliches Phänomen betrachten zu lassen. Hier finden Sie alle Gespräche.

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ZEIT ONLINE: In Ihrem Buch soll die spannendste Geschichte mit dem FC Barcelona zu tun haben. Worum geht’s da?

Brühl: Naja, die Leute sollen sich das Buch kaufen und durchlesen. Ich bin doch nicht bekloppt und erzähl hier ein ganzes Kapitel.

ZEIT ONLINE: Anders gefragt: Kann es sein, dass Sie schon mit zehn Jahren im Fußballstadion waren?

Brühl: Ja, im Alter von acht Jahren das erste Mal.

ZEIT ONLINE: Und wie kam das? Hatten Sie auch einen Barcelona-Strampler?

Brühl: Also mit acht steckte ich nicht mehr im Strampler. Aber mein Onkel war damals Vereinsmitglied. Der hat mich mitgenommen. Seitdem gehe ich eigentlich ständig ins Stadion.

ZEIT ONLINE: Ständig heißt bei Ihnen?

Brühl: Immer wenn ich in Barcelona bin, gehe ich dahin.

ZEIT ONLINE: Sind Sie so ein "Fan", der angeblich ständig bei seiner Mannschaft ist, tatsächlich aber nur dreimal im Jahr auf der Tribüne sitzt?

Leserkommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt. Kein konstruktiver Kommentar. Danke. Die Redaktion/kvk

  2. Entfernt. Bitte formulieren Sie Ihre Kritik konstruktiv. Danke. Die Redaktion/kvk

  3. Ein Klick genügt, um zu sehen, dass Steffen Dobbert zuständig für Sport ist. ("Verantwortl. Redakteur Ressort Sport von ZEIT ONLINE") Da ist es doch logisch, dass man auch mal einen sportlichen Aufhänger beim Interview machen kann. Interviews über andere Themen gibt es von Daniel Brühl massenhaft.

  4. Redaktion

    Liebe Leser, dieses Gespräch ist Teil der Alles-über-Fußball-Serie auf ZEIT ONLINE und hatte eine Bedingung: Es musste (fast) ausschließlich um Fußball gehen.
    Und auch wenn es aus dem Interview nicht direkt klar wird: Daniel Brühl, der wie ich finde ziemlich authentisch und interessant geantwortet hat, und ich haben uns auch nach dem Gespräch noch verstanden.
    Viele Grüße aus der Redaktion

    Eine Leserempfehlung
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    Lieber Steffen Dobbert,

    ich mag solche Interviews zur niveauvollen Entspannung.
    Und als jemand, von dessen Balkon hier in Barcelona auch eine ziemlich mitgenommene Flagge flattert, freue ich mich darüber, daß es gelungen ist, Daniel Brühl zu eben jenen Antworten zu bringen.

    Um dem Protokoll zu genügen, muß ich mich nun natürlich auch noch echauffieren und von Majestätsbeleidigung faseln, weil Sie es wagten die allerbesten allerzeiten allerorten und -disziplinen als "langweilig"zu titulieren... ts, ts, ts.

    Hier wird schließlich jeder einzelne Pass dankbar in Empfang genommen und wir warten auf dieses eine Spiel, dem unsere Helden 99% Ballbesitz haben und Don Xavi in einem Spiel 500 erfolgreiche Doppelpässe mit Iniesta gespielt hat ;)

    und ich dachte, in diese Reihe geht es eben gerade NICHT um Fußball?! Jetzt bin ich irritiert.

  5. Lieber Steffen Dobbert,

    ich mag solche Interviews zur niveauvollen Entspannung.
    Und als jemand, von dessen Balkon hier in Barcelona auch eine ziemlich mitgenommene Flagge flattert, freue ich mich darüber, daß es gelungen ist, Daniel Brühl zu eben jenen Antworten zu bringen.

    Um dem Protokoll zu genügen, muß ich mich nun natürlich auch noch echauffieren und von Majestätsbeleidigung faseln, weil Sie es wagten die allerbesten allerzeiten allerorten und -disziplinen als "langweilig"zu titulieren... ts, ts, ts.

    Hier wird schließlich jeder einzelne Pass dankbar in Empfang genommen und wir warten auf dieses eine Spiel, dem unsere Helden 99% Ballbesitz haben und Don Xavi in einem Spiel 500 erfolgreiche Doppelpässe mit Iniesta gespielt hat ;)

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Alles über Fußball"
  6. 6. [...]

    Wir bitten Sie, konstruktivere Kritik zu verfassen. Danke, die Redaktion/se

  7. dann plötzlich wieder da, Arschgeweih gibts nicht, Einschlafen bei Bundeliga, Buch kaufen und selbst lesen..

    Einfach mal so quer gelesen hat man doch den Eindruck, dass hier äußerst wichtiges passiert. Danke für diese Informationen! Was ist mit dem Sack Reis, der in Barcelona umfiel? Haben auch alle Fahrräder in Barcelona genug Luft im Reifen?

    2 Leserempfehlungen
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    • dacapo
    • 28. Dezember 2012 6:30 Uhr

    Ein Interview mit einem Schauspieler über Fußball ist nicht weltbewegend, soll und muss es auch nicht sein.

    Wenn dann jemand der Meinung ist, darüber seine Kritik loszuwerden, bitte schön. Dann aber mit der Reis-Umfall-Klamotte anzukommen, das ist im hohen Grade langweilig.

  8. aber so richtig hat es der Interviewer bei diesem Interview hier nicht verstanden, dem Herrn Brühl auch nur ein einigermaßen vernünftiges Statement abzutrotzen. Das ging schon mal besser. Sorry to say so.

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