DFB-Pokal : Dortmund demontiert Hannover, Wolfsburg besiegt Leverkusen

Souverän und spielfreudig lassen die Dortmunder den Hannoveranern keine Chance. Auch Bochum, Stuttgart und Wolfsburg ziehen ins Viertelfinale ein. Die Spielberichte
Die Dortmunder Mario Götze (r.) und Marco Reus feiern Götzes Tor gegen Hannover 96. © Wolfgang Rattay/Reuters

Borussia Dortmund - Hannover 96 5:1 (3:0)

Mit schönem Offensivfußball und tollen Kombinationen ist der Titelverteidiger durch einen deutlichen Sieg über Hannover 96 ins Viertelfinale des DFB-Pokals eingezogen. Der überragende Dreifachtorschütze Mario Götze (3./40./85.), Jakub Blaszczykowski (18.) und Robert Lewandowski (90.) ließen den 103. Geburtstag des Traditionsvereins für die BVB-Fans unter den 77.615 Zuschauern zu einer Freudenfeier werden. Das zwischenzeitliche 1:3 durch Mame Diouf (79.) war kaum mehr als ein Schönheitsfehler. Nach der Gala-Vorstellung überwintert Dortmund erstmals seit Bestehen der Bundesliga in drei Wettbewerben.

"Man hat gesehen, dass wir unbedingt eine Runde weiterkommen wollten. Wir haben bewiesen, dass wir gut drauf sind. Jetzt können wir zufrieden in den Urlaub fahren", sagte Götze und nahm den Spielball mit nach Hause. "Sehr schön, außergewöhnlich", lobte sein Trainer Jürgen Klopp, "wir haben ein fantastisches Spiel gemacht. Sie haben richtig Lust auf den Wettbewerb und tollen Fußball gespielt." Das Defensivkonzept der Hannoveraner ging in Dortmund überhaupt nicht auf, Mirko Slomka war restlos bedient: "Wir haben keinen Zugriff bekommen. Das ist ziemlich bitter. Es ist frustrierend, nach der Niederlage gegen Düsseldorf heute erneut keine Chance zu haben."

Beide Klubs hatten sich für einen versöhnlichen Ausklang des Jahres viel vorgenommen. Slomka versprach für das 53. Pflichtspiel in 2012 eine Endspiel-Mentalität, Klopp für den 47. Auftritt seiner Truppe Vollgas-Fußball. Die Borussia erwischte dann den besseren Start. Nach nur 140 Sekunden verwertete Götze alleingelassen aus zwei Metern eine Kopfball-Vorlage von Kevin Großkreutz zum 1:0. Der frühe Rückstand beeindruckte die konfusen Niedersachsen, die mit bereits 31 Gegentoren ohnehin die zweitschwächste Defensive der Liga stellen. Ebenfalls ohne Begleitschutz vergab Robert Lewandowski in der 6. Minute allein vor Ron-Robert Zieler das 2:0.

Die BVB-Fans, vor der Partie in einem Brief von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, Sportdirektor Michael Zorc, Klopp und Kapitän Sebastian Kehl um lautstarke Unterstützung gebeten, waren vom Spielverlauf begeistert. Umso mehr, als Blaszczykowski per Abpraller in der 18. Minute auf 2:0 erhöhte. Die Hannoveraner wirkten komplett überfordert. Daran änderte sich auch nach dem Wechsel von Jan Schlaudraff für Christian Pander nichts (32.).

Schlaudraff spielte beim dritten Gegentreffer eine Hauptrolle. Bei einem Götze-Freistoß von der Strafraumkante sprang er zu einem Abwehrversuch hoch – Götze schob die Kugel in Ronaldinho-Manier einfach unter Schlaudraff hindurch zum 3:0 ins Netz (40.).

Erst nach dem Wechsel verzeichnete der Tabellenelfte der Bundesliga seine erste gefährliche Aktion. Diouf scheiterte am aufmerksamen BVB-Torhüter Roman Weidenfeller (50.). Lewandowski (52.) und Neven Subotic (57.) vergaben jeweils knapp das 4:0. Dann taten die Dortmunder nicht mehr viel, ließen es austrudeln, und so kam Diouf noch zum Ehrentreffer (79.). Die Schlusspointen setzten Götze mit einem Volleyschuss aus halbrechts (85.) und Lewandowski (90.).

Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Großkreutz - Gündogan, Kehl - Blaszczykowski, Götze (87. Bittencourt), Reus (77. Schieber) - Lewandowski
Hannover 96: Zieler - Cherundolo (67. Sakai), Eggimann, Haggui, Pander (30. Schlaudraff) - da Silva Pinto, Schulz - Schmiedebach, Huszti - Ya Konan (67. Sobiech), Diouf
Schiedsrichter: Brych (München)
Zuschauer: 77.615
Tore: 1:0 Götze (3.), 2:0 Blaszczykowski (18.), 3:0 Götze (40.), 3:1 Diouf (79.), 4:1 Götze (85.), 5:1 Lewandowski (90.)
Gelbe Karten: - / Cherundolo, Schmiedebach
Beste Spieler: Götze, Reus / Zieler

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Kommentare

20 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Bei aller Götze Euphorie

Aber für mich war Lewandowsky der beste Dortmunder.
Einfach nur geil, wie der die Flanke zum Götze Tor 4:1 rausgespielt hat - ein Weltklasse Tor!
Der Schlusstreffer auch nicht so ohne. Einen unerwarteten Lattenappraller, aus so kurzer Distanz mit so kurzer Bedenkzeit so souverain zu verwandeln - Respekt!

Totgesagte leben länger

Die Saison der Überraschungen geht weiter. Diesmal in unangenehmer Form für Leverkusen.

Unangenehm auch für Schalke, die nach der Entlassung von Stevens, nicht nur schlecht ausgesehen, sondern auch noch schlecht gegen Mainz gespielt haben. In Gelsenkirchen wird zu Weihnachten nicht nur der Baum brennen.....

In Mainz, Frankfurt und Freiburg dürfte Feierstimmung zum Fest herrschen. Ein Überwintern dieser drei Clubs auf den Plätzen 4-6 hat keiner vorhersehen können.

Der spannende Kampf um die Plätze, entschädigt für die Tatsache, das Meisterschaft und Abstieg bereits weitgehend entschieden sind.