Zweitligist Dynamo Dresden ist wegen wiederholter Ausschreitungen seiner Fans vom DFB-Pokal in der kommenden Saison ausgeschlossen worden. Das entschied das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes nach einer mehr als siebenstündigen Verhandlung.

Bundesligist Hannover 96 muss als Folge der Krawalle beim Pokalspiel gegen Dresden am 31. Oktober eine Geldbuße von 70.000 Euro zahlen. In das Urteil des DFB-Sportgerichts gingen weitere Verfehlungen der Fans beider Mannschaften in anderen Spielen dieser Saison ein.

Beim Pokalduell Ende Oktober hatte die Polizei insgesamt 41 Straftaten verzeichnet. Es gab neun Verletzte und drei Festnahmen. Bereits vor dem Anpfiff hatten Dynamo-Fans in einigen Stadionbereichen die Eingänge zu den Blöcken gestürmt. Nach der Partie liefen rund 200 Anhänger der Gäste auf den Rasen, wurden aber von der Polizei zurückgedrängt.

Zeuge sah "hasserfüllte Gesichter"

In der mündlichen Verhandlung hatte der als erster Zeuge geladene Klaus-Dieter Dunkel von der DFB-Kommission Prävention und Sicherheit die Dynamo-Anhänger schwer belastet. Sie hätten einen äußerst aggressiven Eindruck gemacht. "Man hat zum Teil hasserfüllte Gesichter gesehen", sagte Dunkel.

Dresden hatte im Vorjahr wegen der Krawalle in Dortmund schon eine drastische Strafe erhalten. Der damals vom Sportgericht verhängte Pokal-Ausschluss wurde in einer Berufungsverhandlung in eine Strafe von 100.000 Euro und ein Geisterspiel in der 2. Liga umgewandelt .