SimbabweVom Realschullehrer zum Nationaltrainer
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Fußball ist kein Ausweg aus der Misere

Klaus-Dieter Pagels erklärt den Fußball.

Klaus-Dieter Pagels erklärt den Fußball.  |  © Olaf Jansen

Pagels hat seinen Traumjob gefunden, einzig die Trennung von seiner Ehefrau, die aus beruflichen Gründen die Heimat in Norddeutschland nicht verlassen kann, macht ihm gelegentlich zu schaffen. "Natürlich vermissen wir uns. Aber wir bekommen es hin, dass wir uns regelmäßig alle acht Wochen sehen. Dann kommt sie zu Besuch, oder ich reise in die Heimat."

Für die talentierten Jugendfußballer Simbabwes ist Pagels ein Glücksfall. Sie wollen nichts lieber, als mit dem Fußball einen Ausweg aus ihrer zum Großteil prekären Lebenssituation herauszufinden. Simbabwe, in den Achtzigern nach der Unabhängigkeit so etwas wie die Kornkammer Afrikas, wurde in den letzten 20 Jahren systematisch abgewirtschaftet. Unter dem Regime von Regierungschef Robert Mugabe verarmten das Land und die Bevölkerung, rund 80 Prozent aller Simbabwer sind ohne regelmäßiges Einkommen. Das Land gehört mittlerweile zu einem der ärmsten der Welt. Die Nahrungsmittel sind knapp, die Lebenserwartung der Menschen ist auf unter 50 Jahre abgesackt.

Die Armut begegnet Pagels tagtäglich auf den Straßen. "In Deutschland kannst Du mit Eigeninitiative dein Schicksal in die eigenen Hände nehmen. Hier geht das nicht. Die meisten Menschen hier haben schlichtweg keine Chance", sagt Pagels. Fußball ist kein Ausweg aus der Misere, aber immerhin bietet er ein Stück Lebensqualität. "Wenn wir hier ein Fußballturnier organisieren, haben die Leute wenigstens einen Nachmittag Spaß an etwas und empfinden echte Freude. Das ist schon mal was."

Gerade in armen Ländern wie Simbabwe, wo selbst die besten Fußballer kaum etwas verdienen, wird allerdings auch Korruption und Betrügereien bester Nährboden geboten. So wurde im November dieses Jahres gleich die komplette A-Nationalmannschaft des Landes suspendiert. Man hat dem Team über drei Jahre lang systematisches Manipulieren von Spielen nachgewiesen. Gehen mussten auch der Trainer und die Geschäftsführerin des Fußballverbandes. Die übrig gebliebenen Fußball-Verantwortlichen haben sich zu einem Neuaufbau des Nationalteams entschlossen. Und diesen Neuaufbau soll nun Klaus-Dieter Pagels übernehmen.

Pagels ist also plötzlich Nationaltrainer. Die meisten Spieler des ehemaligen Nationalteams sind wegen des Wettskandals lebenslang gesperrt worden, Pagels wird vornehmlich auf junge Leute bauen müssen. "Wir wollen technisch sauberen, schnellen Offensivfußball spielen. Ich werde mir schon die richtigen Jungs für diese Spielweise aussuchen", kündigt er an. Das Entwicklungshilfeprojekt wird "Mr. Soccer" weiterführen: "Das kriege ich hin. Wir haben nächstes Jahr nur vier Länderspiele. Die passen in meinen Terminkalender noch ganz gut dazu."

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Leserkommentare
  1. Ich halte Pagels- der hier als Held gefeiert wird- für ein Riesenarschloch.Hatte selbst 2 Jahre lang Sportunterricht bei ihm und muss leider sagen, dass ihm jeglicher menschlicher Umgang leider vollkommen abgeht.
    Man kann den simbabwischen Menschen nur wünschen, dass der Umgang nicht vergleichbar mit seinem Sportunterricht ist.Da wurden Kinder, die er nicht mochte vor der Klasse bloßgestellt und lächerlich gemacht, angeschrien und ausgeschlossen.(damals waren wir übrigens 10-12 Jahre alt und dachten wir müssten alles mit uns machen lassen)
    Da er weder menschliches Feingefühl noch besonderes Geschick auf seinen bisherigen Trainerstationen bewiesen hat (bei der letzten "TSV Wiepenkathen" wurde er bereits nach sehr kurzer Zeit entlassen, weil viele Spieler wohl nicht mit ihm zurecht kamen) wage ich zu bezweifeln, dass damit eine gute Entscheidung getroffen wurde, ihn zu engagieren.Andererseits geht er in Deutschland keinem mehr auf die Nerven...

    Eine Leserempfehlung
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    Abitur habe ich seit 15 Jahren.
    Und wie fast jeder Mensch habe ich auch nicht alle ehemaligen Lehrer in bester Erinnerung.
    Aber es kommt eigentlich nicht vor dass ich heute noch darüber nachdenke. Das ist längst abgehakt.

    Warum äußern Sie Ihre Beschwerde öffentlich?
    Das hätten Sie doch mit Pagels direkt besprechen können.
    Und warum verstecken Sie sich hinter einem Pseudonym?
    Eventuell hat Herr Pagels eine ganz andere Sicht der Dinge als durch Ihre subjektive Meinung dargestellt wird.

    Mir ist unverständlich wenn sich Jemand erst jetzt in dieser Weise über "Mr. Soccer" Simbabwes Nationaltrainer, Klaus-Dieter Pagels äußert.
    Das ist wie Nachtreten.

    Dafür gebe ich die Rote Karte!

    Ist es nicht so dass Herr Pagels ein echter Abenteurer ist?
    Wer ist denn schon bereit die unkalkulierbaren Mühen auf sich zu nehmen in so einem extrem verarmten und zerstörten Land wie Simbabwe bei der Entwicklung zu helfen und neue Strukturen aufzubauen? Das erfordert Tatendrang und Verantwortungsbewusstsein.
    Pagels ist ein bewundernswerter Visionär und Pionier.

  2. Seit fast drei Jahren arbeite ich mit Herrn Pagels für das Simbabwe-Projekt von Deutschland aus zusammen. In dieser Zeit habe ich ihn als absolut integer und menschlich anständig kennengelernt, zudem wirft er sich mit aller Kraft und großem persönlichen Engagement in das Projekt. Vor diesem Hintergrund finde ich es unsäglich, dass er hier im ersten Kommentar so beschimpft wird. Das haben er und seine Aufbauarbeit in Simbabwe nicht verdient. Bezeichnend, dass der Kommentarschreiber sich hinter dem Pseudonym „jackrabbit“ versteckt, statt seinen vollen Namen zu nennen. Das ist schwach. Und noch etwas – es geht hier nicht um Heldengeschichten, sondern um Zusammenarbeit im Sport unter oft schwierigen Rahmenbedingungen. Dies stellt der Artikel meines Erachtens gut und angemessen dar.

    Eine Leserempfehlung
  3. Abitur habe ich seit 15 Jahren.
    Und wie fast jeder Mensch habe ich auch nicht alle ehemaligen Lehrer in bester Erinnerung.
    Aber es kommt eigentlich nicht vor dass ich heute noch darüber nachdenke. Das ist längst abgehakt.

    Warum äußern Sie Ihre Beschwerde öffentlich?
    Das hätten Sie doch mit Pagels direkt besprechen können.
    Und warum verstecken Sie sich hinter einem Pseudonym?
    Eventuell hat Herr Pagels eine ganz andere Sicht der Dinge als durch Ihre subjektive Meinung dargestellt wird.

    Mir ist unverständlich wenn sich Jemand erst jetzt in dieser Weise über "Mr. Soccer" Simbabwes Nationaltrainer, Klaus-Dieter Pagels äußert.
    Das ist wie Nachtreten.

    Dafür gebe ich die Rote Karte!

    Ist es nicht so dass Herr Pagels ein echter Abenteurer ist?
    Wer ist denn schon bereit die unkalkulierbaren Mühen auf sich zu nehmen in so einem extrem verarmten und zerstörten Land wie Simbabwe bei der Entwicklung zu helfen und neue Strukturen aufzubauen? Das erfordert Tatendrang und Verantwortungsbewusstsein.
    Pagels ist ein bewundernswerter Visionär und Pionier.

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  • Schlagworte DFB | Auswärtiges Amt | Simbabwe | Horst Hrubesch | Frauenfußball | Heimat
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