Fußball-BundesligaSchalke 04 beurlaubt Trainer Stevens

Sechs Spiele ohne Sieg haben Huub Stevens seinen Job beim FC Schalke 04 gekostet. Der neue Trainer Jens Keller tritt sein Amt sofort an. von dpa

Huub Stevens bei seinem letzten Spiel als Schalke-Trainer gegen den SC Freiburg (1:3)

Huub Stevens bei seinem letzten Spiel als Schalke-Trainer gegen den SC Freiburg (1:3)  |  ©Kevin Kurek/dpa

Der Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 hat seinen Trainer Huub Stevens mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Nachfolger wird der bisherige U-17-Coach Jens Keller. Die Entscheidung fiel einen Tag nach der 1:3-Heimniederlage der Schalker gegen den SC Freiburg "im persönlichen Gespräch mit Huub Stevens im beiderseitigen Einvernehmen", teilte der Verein mit . Auch Co-Trainer Markus Gisdol wurde freigestellt.

Nach zuletzt sechs sieglosen Ligaspielen in Serie geht Schalke nur als Tabellensiebter in die Winterpause. Stevens hatte noch einen Vertrag bis zum Saisonende . Er hatte den Verein bereits von 1996 bis 2002 trainiert. Die Trennung von Stevens ist der dritte vorzeitige Trainerwechsel in der laufenden Bundesliga-Saison. Zuvor mussten Felix Magath beim VfL Wolfsburg und Markus Babbel bei 1899 Hoffenheim gehen.

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Die Entscheidung trafen die Verantwortlichen am Morgen in einer Unterredung mit Stevens. Sie sei allen Beteiligten "angesichts der großen Verdienste, die sich der 59-Jährige um den Verein erworben hat, alles andere als leicht gefallen". Stevens' größter Erfolg mit Schalke 04 war der Gewinn des Uefa-Pokals 1997. Zudem holte er mit dem Team zweimal den DFB-Pokal. Die Fans des Clubs wählten ihn 2004 zum "Jahrhunderttrainer".

"Hinter den Erwartungen geblieben"

Zwei Tage vor dem DFB-Pokalspiel gegen Mainz am Dienstag sah die Schalker Führung unmittelbaren Handlungsbedarf. Man habe "nicht mehr daran geglaubt, dass wir dieses wichtige Spiel gegen Mainz in der jetzigen Konstellation bewerkstelligen können", sagte Manager Horst Heldt . Die Mannschaft sei unter Stevens in der Bundesliga-Hinrunde "komplett hinter den Erwartungen" geblieben, kritisierte der Manager. Als Nachfolger des Niederländers wurde der bisherige U 17-Coach Jens Keller präsentiert. "Wir haben großes Vertrauen, dass Jens das hinbekommt", sagte Heldt.

Keller will sein sportliches Konzept erst nach dem Pokalspiel gegen Mainz präsentieren: "Das Spiel am Dienstag ist für mich das Wichtigste. Über alles andere machen wir uns danach den Kopf." Der bisherige Nachwuchs-Coach hatte bereits das Training am Vormittag geleitet. Keller soll nach dem Wunsch der Vereinsführung zumindest bis zum Ende der Saison den Posten behalten. "In erster Linie geht es darum, dem Verein zu helfen", sagte Keller.

 

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Leserkommentare
  1. ...sind sie tolle Spieler, spielen sie schlecht, ist der Trainer dran Schuld. Dass Schalke Gruppensieger in Champions League ist, hat wohl auch nichts mit dem Trainer zu tun?

    Das gestrige Spiel fing wuchtig an, ich dachte, Freiburger werden platt gewälzt. Ob wirklich nur der Trainer was dafür kann, dass Schalker Buben so schnell und so stark nachließen, ist die Frage mit Ausrufezeichen.

    Deshalb halte ich die Entscheidung für ein Schuss ins Blaue :). Wird es die Situation verbessern? Kann sein, kann aber auch nicht sein.

    3 Leserempfehlungen
    • lxththf
    • 16. Dezember 2012 12:07 Uhr

    nicht mehr gewöhnt, auch mal gemeinsam mit einem Trainer durch ein Tal zu gehen. Das ist im Übrigen die Basis für Vertrauen. Vertrauen zeigt sich immer dann, wenn es mal richtig mies läuft und es gibt wenige Vereine, die meiner Meinung nach in solchen Situationen richtig agieren. Desweiteren verschafft man den Spielern ein permanentes Alibi und dann gibt es noch den klassischen Kreislauf.
    Im Übrigen müssten sich eine ganze Reihe von Medienvertretern vielleicht auch selbstkritisch hinterfragen, was sie mit der Arbeit die sie leisten, vielleicht auch ein wenig zu solche Entlassungen beitragen, wenn jedes Wochenende aufs neue spekuliert wird "Wie lange ist Stevens noch haltbar". Die Medien legitimieren ein Stück weit auch die Handlungen der Vorstände.
    Ein Vorschlag. Klare Transferfenster für Trainer (also genauso wie bei Spielern). Wechsel sind nur noch zur Winterpause oder im Sommer möglich.

    8 Leserempfehlungen
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    • Marobod
    • 16. Dezember 2012 14:53 Uhr

    Das es anders geht zeigt der SV Werder Bremen, der an seinen Trainer festhaelt , egal wie schlecht es derzeit laeuft, und irgendwie schafft es der SV ja auch immer noch die Kurve zu kriegen. Wenn man bedenkt was der Schaaf mit dem Verein schon erreicht hat. Manchmal hat er halt das pechd as wichtige Spieler ausfallen oder aber deren leistung nachlaeßt. Da muß man durch, man kann nur so eine Mannschaft formmen wenn man sie auch konsequent fuehren darf und nicht gleich beim nachlassen von Leistung den Trainer feuert...
    Die Schuld liegt meist mehr bei den Spielern als beim Trainer auch wenn er zu motivieren wissen muß.

    • Dakra
    • 16. Dezember 2012 15:34 Uhr

    Ja, da stimme ich Ihnen zu. Mir gefällt die Rolle der Medien da oft nicht. Man kann auch gute Quote machen, ohne "Wie lange ist Stevens noch zu halten?". Auch Sport1 will ich da nicht herausnehmen. Dennoch will ich auf einen dort veröffentlichten Artikel von Martin Volkmar, "Bauernopfer Stevens" hinweisen, der mir sehr gut gefallen hat: http://www.sport1.de/de/f...

    • Dakra
    • 16. Dezember 2012 15:39 Uhr

    Interessanter Vorschlag, darauf bin ich noch gar nicht gekommen.

    Der DFB hat ja vor einer ganzen Weile schon einmal eingegriffen und die Verein dazu verdonnert, Leistungszentren für den Jugendbereich einzurichten. Die großartigen Resultate sehen wir heute :).

    Warum nicht auch mal bei den Trainern ansetzen? Die Politik vieler Vereine in der Bundesliga schadet der Mannschaftsentwicklung und damit der Steigerung der langfristigen Qualität einer Mannschaft doch erheblich. Eine Wechselsperre innerhalb einer Saison würde diesem Problem zumindest teilweise Einhalt gebieten. Sollte ein Verein in der Winterpause den Trainer wechseln wollen, müssten er schon einen guten Kündigungsgrund finden.

    Nicht ohne Grund gibt es auch woanders einen Kündigungsschutz.

  2. 3. Schade

    Bin weder Stevens noch Schalke Fan doch einen Trainer zu entlassen der mit seiner Mannschaft Gruppensieger in der CL ist erscheint mir als Armutszeugnis für die Vereinsführung. Doch das wiederum ist bei Schalke nichts Neues!

    8 Leserempfehlungen
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    • lxththf
    • 16. Dezember 2012 12:55 Uhr

    auch etwas betrachten, in welcher Gruppe sich Schalke durchgesetzt hat und wie. Am Ende waren es 3 Siege und 3 Unentschieden und die Leistungskurve ging auch in der Cl bergab. Dazu noch die Gegner: Montpellier auf Platz 9, Arsenal 8 und Piräus auf 1 in Griechenland. Es gab ohne Zweifel anspruchsvollere Gruppen.
    Ich glaube, der Start in der Bundesliga täuschte ein wenig über die Leistungsfähigkeit des Klubs hinweg. An guten Tagen, könnten sie jeden Gegner überrollen, aber es gibt viel zu viele schlechte Tage und eine Mentalitätsschwäche der Mannschaft (man denke an Farfan "Ich will weg" an Huntelaar "Ich will nochmal ein Topangebot", Abgang des Aushängeschilds Raul, Formschwächen der Innenverteidiger, Aggressionsproblem Jones). Dazu noch das Publikum, die selbst dann nicht zufrieden sind, wenn es läuft (Fall Magath) und einen Vorstand der unter anderem doch sehr populistisch ist (Tönnies Auftritte bei Sport1 Doppelpass).

    • lxththf
    • 16. Dezember 2012 12:55 Uhr

    auch etwas betrachten, in welcher Gruppe sich Schalke durchgesetzt hat und wie. Am Ende waren es 3 Siege und 3 Unentschieden und die Leistungskurve ging auch in der Cl bergab. Dazu noch die Gegner: Montpellier auf Platz 9, Arsenal 8 und Piräus auf 1 in Griechenland. Es gab ohne Zweifel anspruchsvollere Gruppen.
    Ich glaube, der Start in der Bundesliga täuschte ein wenig über die Leistungsfähigkeit des Klubs hinweg. An guten Tagen, könnten sie jeden Gegner überrollen, aber es gibt viel zu viele schlechte Tage und eine Mentalitätsschwäche der Mannschaft (man denke an Farfan "Ich will weg" an Huntelaar "Ich will nochmal ein Topangebot", Abgang des Aushängeschilds Raul, Formschwächen der Innenverteidiger, Aggressionsproblem Jones). Dazu noch das Publikum, die selbst dann nicht zufrieden sind, wenn es läuft (Fall Magath) und einen Vorstand der unter anderem doch sehr populistisch ist (Tönnies Auftritte bei Sport1 Doppelpass).

    Antwort auf "Schade"
    • Hewi04
    • 16. Dezember 2012 14:18 Uhr

    Richtig ist, dass nicht immer der Trainer schuld ist, aber hier zeigt sich schon seit geraumer Zeit der extreme Altersunterschied zwischen Trainer und der Youngster-Truppe von Schalke 04. Stevens Sicherheitsdenken bremste schon seit langem den Schwung, den diese junge Mannschaft bringen könnte. Wo ist dieses tolle Spiel nach vorne des letzten Jahres geblieben? Wo die Traum-Doppelpässe? Wo der Drang zum Tor? Immer wenn es interessant wurde, brachen die Spieler ab und spielten statt eine Passes nach vorne das gepredigte Sicherheitsdenken von Stevens, also lieber kein Risiko eingehen und lieber nach hinten spielen.

    Diese Mannschaft könnte mehr, ließe man sie endlich mal wieder spielen.

    Aber auch der Vorstand ist mit schuld an dieser Misere. Wie kann man einen Raul gehen lassen kann, der sein Geld sicher wieder längst „hereingeholt hätte“ und der in der Lage war, ein Spiel zu steuern und auch notfalls wieder herumzureißen. Wer von den „Jungspunden“ im Mittelfeld ist denn bereits dazu in der Lage, dies wäre zu viel erwartet.

    Schalke braucht dringend einen erfahrenen „Hasen“ im Mittelfeld und ebenso dringend einen Trainer, der die Sprache dieser jungen Spieler spricht.

    2 Leserempfehlungen
  3. und Thönnis scheint der Baustellenleiter zu sein.
    Viel zu schnell werden bei ihm Trainer, also Fach- und Führungskräfte "geschlachtet".
    Ein Verein wie Schalke hat immer wieder Nachwuchspotenziale, aber die operative Entscheidungshektik kommt über die Hürde Egomanie nicht hinweg.

    Eine Leserempfehlung
    • Marobod
    • 16. Dezember 2012 14:53 Uhr

    Das es anders geht zeigt der SV Werder Bremen, der an seinen Trainer festhaelt , egal wie schlecht es derzeit laeuft, und irgendwie schafft es der SV ja auch immer noch die Kurve zu kriegen. Wenn man bedenkt was der Schaaf mit dem Verein schon erreicht hat. Manchmal hat er halt das pechd as wichtige Spieler ausfallen oder aber deren leistung nachlaeßt. Da muß man durch, man kann nur so eine Mannschaft formmen wenn man sie auch konsequent fuehren darf und nicht gleich beim nachlassen von Leistung den Trainer feuert...
    Die Schuld liegt meist mehr bei den Spielern als beim Trainer auch wenn er zu motivieren wissen muß.

    Antwort auf "Leider sind es Vereine"
    • vonDü
    • 16. Dezember 2012 15:05 Uhr

    von dem viele geglaubt haben, es gehöre einfach zusammen.

    Schalkes Verlust, könnte ein Gewinn für Mainz sein, denn ob ein neuer Trainer in drei Tagen das Ruder herum reissen kann, ist doch eher zu bezweifeln.

    Eine Leserempfehlung

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, sc
  • Schlagworte Huub Stevens | Bundesliga | Fußball | Horst Heldt | FC Schalke 04 | FC Schalke 04
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