WintersportDer Sprung in die Freiheit

Der querschnittsgelähmte Kanadier Josh Dueck hat als Erster einen Rückwärtssalto auf einem Mono-Ski geschafft. Eine Leistung, von der er lange Zeit nur träumen konnte. von Annette Kögel

Josh Dueck in Vancouver

Josh Dueck in Vancouver  |  © Quinn Rooney/Getty Images

Quer über seinen Waschbrettbauch hat er sich als Jugendlicher ein Tattoo stechen lassen: "Freedom" steht da in Großbuchstaben. Freiheit, die war Josh Dueck schon immer wichtig. "Ich liebe es, unabhängig zu sein, nicht mehr bei meinen Eltern zu wohnen, als Freestyleskifahrer bei den Wettkämpfen in aller Welt Leute kennenzulernen und viel Spaß zu haben", sagte er schon vor seinem Unfall. Dann brach sich der Kanadier aus Vernon im Jahr 2004 bei einem Salto, den er doch schon hunderte Male vorgeführt hatte, den Rücken.

Querschnittlähmung, Bewegungsunfähigkeit, vom Tattoo abwärts fühlt Josh Dueck nichts mehr und kann auch keine Muskeln steuern.

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Und doch empfindet er unendlich viel und hat sich seine Freiheit wiedererkämpft. Wenn der 31-Jährige jetzt Weihnachten und Silvester feiert, stößt er auf das Jahr 2012 als eines seiner besten im Leben an.

Am 3. Februar glückt ihm als erstem Menschen der Welt ein Rückwärtssalto mit einem Monositzski: Über die Rampe wird er hoch hinaus in den Himmel über dem Skigebiet in Whistler katapultiert. Kopfüber schleudert er um die eigene Achse und lässt die Berge von British Columbia unter sich. Streckt die Arme mit den Skistöcken und den Miniskiern daran weit und rotiert, bis er seinen Monositzskischlitten wieder sicher landet.

Seit dem Krankenhaus sein Traum

"Davon habe ich seit acht Jahren geträumt, seitdem ich im Krankenhaus lag", sagt Josh Dueck heute im kanadischen Sportfernsehen. "Ich wollte mich wieder auf das Pferd setzen, von dem ich runtergehauen wurde." Mit dieser Lebenseinstellung ist er nicht der einzige Wintersportler, der bereits als Nichtbehinderter im Leistungssport aktiv war. Etliche der Paralympics-Teilnehmer waren zuvor Olympiateilnehmer. Nun rasen sie mit gut 100 Stundenkilometern auf den Wintersportrollstühlen mit einem Monoski die Pisten herunter, zuletzt in Whistler vor zwei Jahren und als Nächstes in Sotschi 2014.

Im Slalom holte Dueck 2010 bei den Paralympics in Kanada mit 1:46,29 die Silbermedaille. Er kam mit 4,66 Sekunden hinter dem damals alle überragenden Goldmedaillengewinner, dem Deutschen Martin Braxenthaler, ins Ziel.

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