Wer spielte wie gegen wen?

Bayern München – Borussia M'gladbach 1:1
Bayer Leverkusen – Hamburger SV 3:0
VfL Wolfsburg – Eintracht Frankfurt 0:2
1. FSV Mainz 05 – VfB Stuttgart 3:1
SpVgg Greuther Fürth – FC Augsburg 1:1
Fortuna Düsseldorf – Hannover 96 2:1
FC Schalke 04 – SC Freiburg 1:3
TSG Hoffenheim – Borussia Dortmund 1:3
Werder Bremen – 1. FC Nürnberg 1:1

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Das 3:0 der Leverkusener gegen Hamburg , weil Stefan Kießling mitspielte. Seinem ehemaligen Teamkollegen René Adler legte der Lulatsch mit den blonden Locken seine Saisontreffer Nummer 11 und 12 ins Netz. Damit ist der Mann mit dem Spitznamen aus dem Bereich der Baurohstoffe ( "der Kies" ) nicht nur bester Torschütze der halbfertigen Saison, sondern hat auch im Kalenderjahr 2012 die meisten Bundesliga-Tore erzielt: 26. So oft traf kein Gomez , so oft traf kein Huntelaar. Kein Wunder, dass die Leverkusener Verantwortlichen um Wolfgang Holzhäuser und Rudi Völler mächtig Reklame machen: Für sie gehört Kießling in die Nationalelf. Doch Joachim Löw ziert sich. Vielleicht liegt es daran, dass Kießling noch immer Chancen vergibt, die selbst Rudi Völler noch versenken würde, womöglich auch Wolfgang Holzhäuser. Vielleicht liegt es daran, dass Kießling mit seinen wild umherschlackernden Armen und Beinen eher nach Lummerland passen würde, als zu einer Fußball-WM. Vielleicht sind Löw Kießlings Haare auch zu lang, es gab schon seit einer halben Ewigkeit keinen blonden, langhaarigen Nationalspieler mehr. Wahrscheinlich aber ist Kießlings Problem, dass er kein Spezialist ist. Er kann, obwohl er sich darin deutlich verbessert hat, immer noch weniger gut mitspielen als Miroslav Klose, ist aber auch weniger Strafraummonster als Mario Gomez. Es gab mal einen Spieler, der ein ähnliches Handicap hatte: Kevin Kuranyi .

Welches Spiel konnten Sie mit guten Gewissen verpassen?

Ziemlich viele, weil die Liga rein tabellarisch derzeit fürchterlich langweilig ist. An der Spitze kann der FC Bayern München für den Mai schon mal den Rathausbalkon reservieren, ganz unten zeigten Fürth und Augsburg an diesem Wochenende eindrücklich, warum sie sich in die Bundesliga nur verlaufen haben. Gäbe es neben den wackeren Aufsteigern aus Frankfurt und Düsseldorf und den leidenschaftlichen Freiburgern und Mainzern mit ihren durchgeknallten Trainern nicht die zahlreichen strittigen Schiedsrichterentscheidungen, wäre es ziemlich öde. Bremen holte durch ein Abseitstor kurz vor Schluss einen Punkt gegen Nürnberg und die Bayern litten dieses Mal unter einem diskutablen Pfiff, eine dieser Hand-Szenen, die sich in letzter Zeit häufen. Gladbach bekam einen Elfmeter, weil Cigerci Boateng an den Arm schoss. Dabei sollte Hand nur Hand sein, wenn Hand auch wirklich Hand ist. Sprich, wenn die Handbewegung unnatürlich ist. Die Schiedsrichter, in diesem Fall Tobias Welz, aber scheinen mit den natürlichen Bewegungsabläufen der oberen Extremitäten wenig vertraut zu sein. Was nicht verwundert, schließlich sind sie Fußball-, nicht Handballschiedsrichter. Boatengs Aktion jedenfalls sah nach einer Schwungbewegung vor einem Absprung aus. Kennt man vom Eiskunstlauf.

Wer stand im Blickpunkt?

Die schweigenden Fans. Es war wieder ruhig in den Stadien. In Hoffenheim konnte man fast während des ganzen Spiels den Schneeregen fallen hören. Nun könnten Spötter einwenden, dass es im Kraichgau für solch eine Nullstimmung gar keinen Fanprotest braucht, aber immerhin waren ja auch ein paar Gästefans aus Dortmund anwesend. Doch auch die freuten sich so richtig nur bei den drei Toren ihres Teams. Sogar die Ultraschall-Hupe des Hoffenheimer Hausmeisters, die bei der Partie im Vorjahr für Ohrenschmerzen sorgte , blieb abgeschaltet. Die DFL jedenfalls wäre gut beraten, noch einmal auf die Fans zuzugehen. Ein Großteil der beschlossenen Maßnahmen des Sicherheitskonzeptes lässt sich einigermaßen schadenfrei vermitteln. Doch auch die Fans, allen voran die Ultras, müssen sich bewegen, bevor das Verständnis des gemeinen Haupttribünenfans schwindet. Einen ausdauernden Schweigeprotest traut den selbst ernannten erlebnisorientierten Fans ohnehin niemand zu. Dafür hören die Ultras sich selbst viel zu gerne singen.