36 deutsche Profivereine haben ein neues Sicherheitskonzept im deutschen Fußball mehrheitlich verabschiedet. Das sagte Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge am Rande der Ligaversammlung in Frankfurt am Main . Zu dem Konzept gehören strengere Kontrollen in den deutschen Stadien.

"Wir haben uns von den Fans nicht entfernt, es scheint nur in der Kommunikation etwas schiefgelaufen zu sein", sagte der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München. Die Vertreter der Vereine einigten sich in der nicht-öffentlichen Sitzung auf das besonders bei Fanvertretern umstrittene Maßnahmenpaket.

Unter anderem bekommt die Polizei bei der Videoüberwachung in den Stadien mehr Kompetenzen. Neben den verschärften Kontrollen an Stadioneingängen sollen auch die Ordnungsdienstkräfte besser geschult werden. Erlöse aus der TV-Vermarktung werden nur zweckgebunden an die Vereine ausbezahlt, wenn diese wiederholt Sicherheitsmaßnahmen nicht erfüllen.

Polizei riegelte die Tagungsstätte ab

Die Anträge, die die Richtlinien des Deutschen Fußball-Bundes ( DFB ) betreffen, müssen vom DFB-Präsidium bei seiner Sitzung am 25. Januar noch bestätigt werden. Dabei könne es aber nur "unwesentliche inhaltliche Anpassungen" geben, hieß es aus der Deutschen Fußball Liga ( DFL ).

Innenminister von Bund und Ländern hatten DFL und DFB sowie die Vereine aufgefordert, nach vermehrten Ausschreitungen in den Arenen eine Entscheidung zu treffen. Mehrere hundert Fans hatten sich trotz Kälte vor dem Frankfurter Hotel versammelt, die Polizei riegelte die Tagungsstätte ab. An den vergangenen drei Spieltagen hatten die Anhänger in den Bundesliga-Stadien mit ihrer Schweige-Aktion über 12 Minuten und 12 Sekunden protestiert.

Schon vor dem Treffen hatte Zweitligist FC St. Pauli angekündigt, die einzelnen Anträge abzulehnen. Stattdessen forderten die Hamburger in einem Antrag bei der DFL einen neuen Termin für die Abstimmung. Zudem solle kurzfristig eine Kommission gebildet werden, in die Fanvertreter einbezogen werden.

Die Fans hatten es bislang nicht geschafft, Randalierer in ihren Reihen auszugrenzen. Anhänger von Dynamo Dresden protestierten in Frankfurt gegen das neue Konzept. Der Verein war kürzlich aus dem DFB-Pokal der nächsten Saison ausgeschlossen worden.