BundesgerichtshofDer Fall von Wettbetrüger Sapina wird neu aufgerollt

Der größte Fußball-Wettskandal in Europa wird die Justiz weiter beschäftigen: Der Bundesgerichtshof hat neue Verhandlungen des Strafmaßes angeordnet. von afp und dpa

Der Prozess gegen den Fußball-Wettbetrüger Ante Sapina geht in die nächste Runde: Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Urteile gegen Sapina und seinen Komplizen Marijo C. teilweise aufgehoben und die Fälle an das Landgericht Bochum zurückverwiesen.

Sapina und C. hatten gestanden, Spieler, Schiedsrichter und Funktionäre bestochen und 51 Spiele manipuliert zu haben. Darunter waren auch Begegnungen in der Champions League und der WM-Qualifikation. 2,3 Millionen Euro hatten sie mit dem Betrug kassiert.

Anzeige

Im Mai vergangenen Jahres wurde Sapina zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt . Der BGH hat die Verurteilung wegen Betrugs bestätigt, beanstandet jedoch Rechtsfehler: Das Landgericht Bochum habe nicht geprüft, ob eine Strafmilderung nach der sogenannten Kronzeugenregelung infrage komme.

Auf der anderen Seite müsse zulasten Sapinas aber auch geklärt werden, ob in einigen Fällen statt eines Betrugsversuchs doch ein vollendeter Betrug vorliegt.

Neues Verfahren soll Schaden beziffern

Im neuen Verfahren soll nach Maßgabe des BGH ein Sachverständiger die Höhe des Schadens beziffern: Das ließe sich aus der Differenz zwischen dem tatsächlichen Spielausgang und dem, wie die Spiele ohne Manipulation durch die beiden Angeklagten ausgegangen wären, ermitteln.

Oberstaatsanwalt Peter Ernst schätzt, dass diese Bewertung in der Praxis schwierig werden dürfte. Er geht deshalb davon aus, dass das neue Strafmaß ähnlich hoch ausfällt wie das erste.

Zur Startseite
 
Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

    • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, sk
    • Schlagworte Bundesgerichtshof | Betrug | Bundesgerichtshof | Landgericht | Schiedsrichter | Euro
    Service