RadsportArmstrong wollte Doping-Fahndern 250.000 Dollar spenden

Ex-Radprofi Armstrong wird erneut mit einer umstrittenen Geldzahlung in Verbindung gebracht: Er wollte der US-Anti-Doping-Agentur 250.000 Dollar spenden.

Lance Armstrong während der Tour de France 2010

Lance Armstrong während der Tour de France 2010   |  © Bogdan Cristel/Reuters

Der ehemalige Radprofi Lance Armstrong soll versucht haben, rund 250.000 Dollar an die amerikanische Anti-Doping-Agentur Usada zu spenden. Das geht aus einem Bericht der CBS-Sendung 60 Minutes Sport hervor.

In der Sendung äußert sich Agenturchef Travis Tygart. Demnach soll ein Vertreter Armstrongs der Usada im Jahr 2004 die Summe offeriert haben. "Ich war perplex", sagte Tygart. "Für die Usada war das ein klarer Interessenkonflikt. Wir haben nicht gezögert, das Angebot abzulehnen."

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Die Agentur hatte Armstrong durch ihre Ermittlungen jahrelangen Dopingmissbrauch sowie den Vertrieb illegaler Substanzen nachweisen können. Armstrong verlor daraufhin seine sieben Tour-de-France-Titel und wurde auf Lebenszeit gesperrt.

Mit ihrer Weigerung, Armstrongs Spende anzunehmen, entschied sich die Usada anders als der Radsportweltverband UCI. Deren Präsident Pat McQuaid musste 2010 zwei Spenden des Texaners einräumen. Demnach habe Armstrong im Jahr 2002 persönlich 25.000 Dollar gezahlt, drei Jahre später noch einmal 100.000 Dollar über sein Management "Capital Sports and Entertainment".

UCI nahm Spenden von Armstrong an

Diese Zahlungen und die Ermittlungen der Usada brachten die UCI in arge Erklärungsnot. So behaupteten Armstrongs frühere Teamkollegen Tyler Hamilton und Floyd Landis, dass sich ihr Kompagnon das Schweigen des Weltverbands über positive Dopingproben erkauft haben soll.

Laut den beiden Usada-Kronzeugen soll Armstrong bei der Tour de Suisse 2001 positiv auf Epo getestet worden sein. Die Öffentlichkeit erfuhr davon zunächst nichts. Stattdessen gab es ein Treffen zwischen Armstrong, seinem Teamchef Johann Bruyneel und der UCI, wo Stillschweigen über die Probe vereinbart worden sein soll. Im Anschluss dann hätte der US-Amerikaner ein als "Spende" getarntes Schweigegeld in Höhe von insgesamt 125.000 Dollar gezahlt.

Auch Tygart bringt Armstrong erneut in Zusammenhang mit Epo, das dieser 1999 bei der Tour de France benutzt haben soll. Damals sei das Dopingmittel noch nicht nachweisbar gewesen, im Jahr 2005 dann aber bei Nachtests nachgewiesen worden. "Wir haben sechs Proben überprüft, alle waren positiv."

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Leserkommentare
  1. Mag sein, dass man das in USA "Spende" nennt. Bei uns aber nennt man es "Bestechung".

    2 Leserempfehlungen
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    • messem
    • 09. Januar 2013 12:51 Uhr

    Auch bei uns wird so etwas als Spende gehandhabt. Bei uns nennt man das Parteispende o.ä.

    • messem
    • 09. Januar 2013 12:51 Uhr
    2. Spende

    Auch bei uns wird so etwas als Spende gehandhabt. Bei uns nennt man das Parteispende o.ä.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Spende?"
  2. ja in unserem "Neoliberalismus" nennt man es jetzt auch "Spende" !

  3. Das wäre ja wie ein Hotelverband in Deutschland, der spendet und dann gesenkte Hotelsteuern erntet.

    So traurig die Causa Armstrong auch ist, sie ist geradezu prädestiniert dazu, uns den Spiegel vorzuhalten. Empörung über Armstrong, Duldung.. des Rests.

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    • the_cat
    • 09. Januar 2013 14:39 Uhr

    rofl, rofl, rofl, rofl!

    Ein großes LOL an alle FDP Wähler, die nicht Hoteliers sind! (es soll sogar leute aus der mittel- und unterschicht geben die die wählen)

    • the_cat
    • 09. Januar 2013 14:39 Uhr

    rofl, rofl, rofl, rofl!

    Ein großes LOL an alle FDP Wähler, die nicht Hoteliers sind! (es soll sogar leute aus der mittel- und unterschicht geben die die wählen)

    Antwort auf "Frechheit!"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, kg
  • Schlagworte Dollar | Radsport | Ermittlung | Floyd Landis | Tyler Hamilton | Vertrieb
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