Bundesliga-RückschauAlles, was Guardiola über die Bundesliga wissen muss

Er sitzt noch in New York und ist dennoch schon allgegenwärtig. Wir erleichtern dem Neu-Bayern Pep Guardiola das Bundesliga-Studium. Eine Wochenend-Rückschau nur für ihn. von 

Pappkamerad Guardiola, gesichtet rund um das Bayern-Spiel gegen Fürth

Pappkamerad Guardiola, gesichtet rund um das Bayern-Spiel gegen Fürth  |  © Michael Dalder/Reuters

Er ist noch gar nicht da, trotzdem ging ohne ihn nichts. "Guardiola" war an diesem Wochenende wohl das Wort das am häufigsten durch die Bundesligastadien hallte, noch vor "Tor", "kalt" und "Schieber". Der künftige Bayern-Trainer selbst sitzt im fernen New York. Wie man hört, frühstückte er am Samstagmorgen vor dem Satellitenfernsehen nicht nur ein paar selbstgeschmierte Cheesebagel, sondern auch die Bundesliga. Weil wir das Bundesliga-Geschehen an dieser Stelle auch gerne in kleinen Portionen darreichen, ist diese Rückschau-Ausgabe genau auf den Bald-Bajuwaren zugeschnitten. Man kann sich ja nicht früh genug um eine gute Zusammenarbeit bemühen...

So spielten alle gegen alle:

Schalke 04 – Hannover 96 5:4
Mainz 05 – SC Freiburg 0:0
TSG Hoffenheim – Borussia Mönchengladbach 0:0
VfL Wolfsburg – VfB Stuttgart 2:0
FC Bayern München – Greuther Fürth 2:0
Bayer Leverkusen – Eintracht Frankfurt 3:1
Werder Bremen – Borussia Dortmund 0:5
1. FC Nürnberg – Hamburger SV 1:1
Fortuna Düsseldorf – FC Augsburg 2:3

Welches Spiel durfte Pep Guardiola auf keinen Fall verpassen?

Das der Dortmunder. Ein Spiel, das der neue Bayern-Trainer mit gemischten Gefühlen gesehen haben muss. Natürlich wird dem Fußball-Ästheten Guardiola gefallen haben, mit welcher Wucht die Dortmunder über den bedauernswerten SV Werder Bremen hereingebrochen sind. "Tiefe Balleroberung und dann ab die wilde Fahrt", so beschrieb Jürgen Klopp das Spiel seiner Mannschaft. 5:0 (Video) hieß es am Ende gegen naive, aber keinesfalls unengagierte Bremer. Guardiola dürfte aber doch etwas Magengrummeln bekommen haben: Bei einem solchen Konkurrenten ist der Meistertitel wahrlich kein Selbstläufer. Zumal die Dortmunder ihren Umschaltfußball noch einmal perfektioniert haben und damit systemisch das Gegenstück zum Ballbesitzspiel des Katalanen bilden. Die Dortmunder pöhlten sogar so gut, dass ihr Trainer Jürgen Klopp wieder Fragen nach der Meisterschaft beantworten musste. Er hatte in der Winterpause den Bayern ja einen schönen Rucksack aufgeschnallt, als er ihnen praktisch schon zum Titel gratulierte. Klar, seine Mannschaft sei gut drauf, aber die Bayern würden keine 15 Punkte liegen lassen, wiederholte Klopp nun noch einmal. Wahrscheinlich hat er damit recht. Obwohl: Seine Mannschaft hat es in der Vorrunde auch geschafft, immerhin 12 Punkte liegen zu lassen.

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Welches Spiel durfte Pep Guardiola mit gutem Gewissen verpassen?

Guardiola ist ein Pedant. Natürlich wird er alle Spiele gewissenhaft nachbereiten. Auch die Nullzunulls zwischen Mainz und Freiburg sowie Hoffenheim und Mönchengladbach. Oder das zähe 1:1 zwischen Nürnberg und Hamburg. Und da wären wir ja schon neugierig: Was denkt Guardiola so, wenn er etwa das Aufbauspiel von Hamburgs Innenverteidiger Heiko Westermann analysiert? Was denkt er über die deutschen Stockfehler und die langen Unterhosen und die Atemluft, die den Spielern bei diesem Wetter beim Ausatmen flugs weggefriert? Hat er sich das alles wirklich gut überlegt? Gut, dass auch das Dortmund-Spiel kam.

Wer stand für Pep Guardiola im Blickpunkt?

Es gibt ja kaum noch Klischees über den deutschen Fußball. Die Zeit der als Panzer verschrienen Grätschfetischisten ist vorbei. Ebenso die Zeit, als ein 0:1 in den letzten Minuten ganz sicher noch umgebogen wurde. Heute wird sogar eine 4:0-Führung verdaddelt. Was sich aber nicht geändert hat, ist die Sache mit den Torhütern: Der Deutsche an sich kann gut Bälle halten. Das traf bislang auch auf Düsseldorfs Torwart Fabian Giefer zu, der eine herausragende Hinrunde spielte. Dann aber kam das Spiel gegen Augsburg (Video). In dem kam Giefer bei einem langen Ball zunächst so übermotiviert aus seinem Tor gestürzt, dass ihm sein Verteidigerkollege Juanan den Ball vor Schreck durch die Beine köpfte, 1:0. Etwas später schoss er dem Augsburger Sascha Mölders in leichter Bedrängnis aufs Hinterteil, der Ball flog ins Tor, 3:0. Das war bessere Unterhaltung als die x-te Wiederholung eines Charly-Chaplin-Streifens, Guardiola ist vermutlich kichernd aus dem Sessel gefallen. Obwohl er sich mit Slapstick-Torhütern ja auch auskennt.

Leserkommentare
  1. Sollte Thomas Müller im Mai kurz vor Spielende in Wembley wieder das 1:0 schießen und es diesmal bis zum Schluss dabei bleiben, wird er wie sein Vorbild Gregor zum Papst gewählt. Noch vor dem 31.06. Do feit se nix!

    • Chamon
    • 21. Januar 2013 12:10 Uhr

    hui, da hat sich jemand versprochen. Kommt, verarschen wir ihn in einem unlustigen Artikel . . .

    Eine Leserempfehlung
  2. Zum Glück wieder ein guter Artikel (wenn auch nur BuLi-Rückschau), ich hatte schon Angst um Herrn Spiller.

    Das 0:0 zwischen Mainz und Freiburg dürfte dem Pep allerdings auch gut gefallen haben. "Nur für Taktik-Freaks", wenn man der Kommentatorenfloskel glauben darf.

    Achja, und schon wieder drauf auf den armen Valdes :( Was der Mann im Internet an Häme zu ertragen hat, ist schon erstaunlich. Ich wüsste gerne mal, woran das liegt. Klar spielt er ab und zu nen Fehlpass, das bleibt nicht aus, wenn man Befreiungsschläge verboten bekommt. Aber für Barca ist er der (fast) perfekte Keeper. Bin gespannt, wie er sich bei seinem nächsten Verein womöglich in einer etwas klassischeren Rolle schlägt.

    • lxththf
    • 21. Januar 2013 21:50 Uhr

    Dresden wird für die Vergehen seiner Fans vom Pokal ausgeschlossen, obwohl man der sportlichen Leitung attestierte, alles unternommen zu haben, Ausschreitung und Pyro zu verhindern. Frankfurt, die seit Jahren Woche für Woche Risikospiele absolvieren, bei denen Woche für Woche Pyro abgebrannt wird usw. werden wohl eine Strafe kassieren, aber definitiv keine sportliche, mit der Begründung:"Eine sportliche Strafe muss die Eintracht jedoch nicht befürchten. „Ein Punktabzug wird aus grundsätzlichen Überlegungen nicht erwogen, weil man mit einem Urteil wegen Zuschauerausschreitungen nicht in den sportlichen Wettbewerb eingreifen will“, sagte Hans E. Lorenz, Vorsitzender des DFB-Sportgerichts, dem „Kicker“."
    http://www.focus.de/sport...
    Jetzt also die Frage. Ein Ausschluss vom sportlichen Wettbewerb ist also scheinbar laut DFB kein Eingriff in den Wettbewerb?
    Es ist bitter, dass beim DFB so oft mit zweierlei Maß gemessen wird.

    2 Leserempfehlungen
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    Lieber lxthf, ich bin schwerstens irritiert. Denn hier sind der BVB-Fan und der Bayernfan ausnahmsweise mal einer Meinung. ;-) Nicht das erste Mal, dass der DFB besonders verständnisvoll mit Eintracht Frankfurt umgeht. Wo ist doch gleich der Sitz des DFB? Richtig!

  3. Lieber lxthf, ich bin schwerstens irritiert. Denn hier sind der BVB-Fan und der Bayernfan ausnahmsweise mal einer Meinung. ;-) Nicht das erste Mal, dass der DFB besonders verständnisvoll mit Eintracht Frankfurt umgeht. Wo ist doch gleich der Sitz des DFB? Richtig!

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    • lxththf
    • 21. Januar 2013 22:56 Uhr

    das muss Sie nicht irritieren, denn ich glaube, dass der Bayernfan und BVBfan öfter übereinstimmen (so zumindest mit einem mir verwandten Bayernfan ;) als beiden lieb ist. lx ist kurz für alex, Sie können also gerne einfach lx schreiben.
    Im Übrigen ist mir Bayern eigentlich als CLub sogar sehr sympathisch. Zumindest habe ich großen Respekt vor der sportlichen und wirtschaftlichen Leistung. Zweiteres werden Sie sicher nicht so ohne Weiteres erwiedern können für den BVB :)
    Was ist denn eigentlich Ihr Saisontipp für die drei Wettbewerbe?

  4. .... sorry, lxththf, natürlich! Sie machen's einem aber auch nicht leicht. Was soll denn das heißen, zefix?

    • lxththf
    • 21. Januar 2013 22:56 Uhr

    das muss Sie nicht irritieren, denn ich glaube, dass der Bayernfan und BVBfan öfter übereinstimmen (so zumindest mit einem mir verwandten Bayernfan ;) als beiden lieb ist. lx ist kurz für alex, Sie können also gerne einfach lx schreiben.
    Im Übrigen ist mir Bayern eigentlich als CLub sogar sehr sympathisch. Zumindest habe ich großen Respekt vor der sportlichen und wirtschaftlichen Leistung. Zweiteres werden Sie sicher nicht so ohne Weiteres erwiedern können für den BVB :)
    Was ist denn eigentlich Ihr Saisontipp für die drei Wettbewerbe?

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    Antwort auf "Frankfurt"

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