Bundesliga-RückschauOhne Wiese hat Bremen keine Chance

Gefährliche Schneeballwürfe gefährden einen Linienrichter. Thomas Schaaf tanzt fast Gangnam Style. Und viele rätselhafte Wege des Balls ins Tor. Die Bundesliga-Rückschau von  und

Uwe Seeler hält die HSV-Fahne vor dem Spiel gegen Bremen hoch.

Uwe Seeler hält die HSV-Fahne vor dem Spiel gegen Bremen hoch.  |  © Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images

Wer spielte wie gegen wen?

Borussia Dortmund – 1. FC Nürnberg 3:0
Borussia M'gladbach – Fortuna Düsseldorf 2:1
Hannover 96 – VfL Wolfsburg 2:1
FC Augsburg – FC Schalke 04 0:0
SpVgg Greuther Fürth – 1. FSV Mainz 05 0:3
Eintracht Frankfurt – TSG Hoffenheim 2:1
SC Freiburg – Bayer Leverkusen 0:0
Hamburger SV – Werder Bremen 3:2
VfB Stuttgart – Bayern München 0:2

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Vor knapp vier Jahren siegten die Bremer in Hamburg in wenigen Wochen in den Halbfinals des DFB- und des Uefa-Pokals, zudem nahmen sie mit einem Sieg dem HSV die letzte Chance auf die Meisterschaft. Der Hamburger erlebte das als Diebstahl. Schlimmer: Für ihn bleibt es ein ewiger Schmerz, dass Tim Wiese vor Freude über den ganzen Platz rannte. Damals schaute ganz Fußballdeutschland zum Volkspark. Inzwischen haben beide Vereine das Nordderby zu einer regionalen Auseinandersetzung marginalisiert, sie haben deutlich an sportlicher Qualität eingebüßt. Das sah man auch an diesem Spieltag: Beide Torhüter verschuldeten je ein Tor, beiden Teams unterliefen extrem viele Fehlpässe. Zudem mag bei einem HSV-Tor ein Oberarm zu viel im Spiel gewesen sein, bei einem weiteren Treffer hat die Spielleitung die Abseitsregel großzügig ausgelegt. Aufregend war's dennoch: In zwanzig Minuten nach der Pause fielen drei Tore, es hätten auch sechs sein können. So viele Momente zum Luftanhalten erlebt man selten. Ein spannendes, abwechslungsreiches Duell. Die HSV-Fans sangen laut und vergangenheitsbewältigend wie lange nicht: "Ohne Wiese habt Ihr keine Chance!"

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Fast alle weiteren, neben Dortmunds Sieg mit Halbgas und Bayerns effizient-kühlem Erfolg. Wo man am Samstag hinsah, reihte sich Fehlpass an Fehlpass an Gewaltschuss Richtung Oberrang. Wenn doch mal ein Tor fiel, dann meist aufs Schauderlichste in die Maschen gewürgt, gern auch abgefälscht. Gladbach gegen Düsseldorf erwies sich als "Pflegemutter aller Derbys", Augsburg gegen Schalke tat beim Hinschauen weh, Frankfurt rumpelte zum Sieg gegen Hoffenheim. Und in Freiburg spielte Streich seinem Gegner den bewährten selbigen von der "wechselseitigen Neutralisierung auf taktisch hohem Niveau". Glücklicherweise war da noch Ádám Szalai.

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Wer stand im Blickpunkt?

Dank des unwiderstehlichen Ungarn gab es für Fürth einmal mehr Saures in der eigenen Trolli-Arena. 45 Minuten lang überlebte die Hoffnung auf den ersten Heimsieg, dann machten die Mainzer ernst. Ádám Szalai schrammte dabei nur knapp an einem Hattrick vorbei. In der 66. Minute fehlte ihm die Genauigkeit, im Nachschuss traf Yunus Malli zum 2:0. So standen für Szalai nach seinen Treffern zum 1:0 und 3:0 "nur" elf Tore zu Buche – so viele wie Mike Büskens' Team in dieser Saison insgesamt gelangen. In Fürth suchen sie deshalb weiter nach einer Möglichkeit, um Sympathiepunkte gegen solche in der Tabelle eintauschen zu können. Leider wohl auch zukünftig vergeblich. Ihre Rolle als Everybody's Darling scheint die Kleeblätter zu lähmen. Vielleicht haben sie masochistische Tendenzen? Wer weiß. Szalai jedenfalls war trotz allem nach dem Spiel angefressen; eine angebliche Schwalbe bescherte ihm Gelb und eine Sperre gegen Bayern. 

Leserkommentare
    • MomBo
    • 28. Januar 2013 12:04 Uhr

    Dortmund - Nürnberg...
    Da ist euch beim Ergebnis wohl ein kleiner Fehler unterlaufen... :-)

    Eine Leserempfehlung

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