FIFAMessi erneut Weltfußballer des Jahres

Zum vierten Mal in Serie ist Lionel Messi zum Weltfußballer des Jahres gekürt worden. Bei den Frauen setzte sich die Amerikanerin Abby Wambach durch.

Weltfußballer Lionel Messi

Weltfußballer Lionel Messi  |  © Olivier Morin/AFP/Getty Images

Lionel Messi ist zum vierten Mal in Serie zum Weltfußballer des Jahres gewählt worden. Der argentinische Stürmer vom FC Barcelona setzte sich bei der Fifa-Wahl in Zürich wie erwartet gegen Cristiano Ronaldo von Real Madrid und seinen Clubkollegen Andres Iniesta durch.

Messi sorgte mit dem Triumph beim Ballon d'Or für eine weitere Bestmarke in seiner außergewöhnlichen Karriere. Als erster Profi konnte er sich zum vierten Mal die wichtigste persönliche Auszeichnung im Weltfußball sichern. Bislang hielt Messi den Rekord gemeinsam mit den Dreifachsiegern Ronaldo (1996, 1997, 2002) und Zinedine Zidane (1998, 2000, 2003).

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Wie 2010 holte Messi die begehrte Fifa-Auszeichnung ohne den Gewinn eines internationalen Titels. Mit seinem Club war er im Halbfinale der Champions League gegen den späteren Sieger FC Chelsea ausgeschieden. In der spanischen Liga mussten die Katalanen Real Madrid den Vortritt lassen. Dem FC Barcelona blieb nur der Pokalsieg. Die Rekordmarke von 91 Toren für Barcelona im Kalenderjahr und 14 Toren in der Champions-League-Saison 2011/2012 legitimieren ihn aber als besten Fußballer weltweit.

Klopp in der Trainerwertung vor Löw

Mit 41,6 Prozent der Stimmen lag Messi deutlich vor Ronaldo (23,7) und Iniesta (10,9). Bester Deutscher wurde Mesut Özil (0,4) als 14., Bayern Münchens Torwart Manuel Neuer (0,2) kam auf Platz 19. "Wenn einer annähernd 100 Tore in einem Jahr schießt, kann es keine zwei Meinungen über den Weltfußballer geben", sagte Gerd Müller. Messi hatte dem "Bomber der Nation" den Tore-Jahresrekord im Dezember genommen.

Vicente del Bosque wurde zum Fußball-Welttrainer des Jahres 2012 gewählt. Der Coach der spanischen Nationalmannschaft ließ in der Abstimmung Jose Mourinho von Real Madrid und den früheren Coach des FC Barcelona, Josep Guardiola, hinter sich. Dortmunds Meistertrainer Jürgen Klopp kam auf Platz sechs. Bundestrainer Joachim Löw landete vor Münchens Jupp Heynckes auf Platz neun.

Zur Weltfußballerin des Jahres 2012 wurde Abby Wambach gekürt. Die Amerikanerin setzte sich gegen ihre Teamkollegin Alex Morgan und die Brasilianerin Marta durch, die den Titel bereits fünfmal gewinnen konnte. Wambach trug maßgeblich zum Olympiasieg des US-Teams im Sommer 2012 in London bei. Es ist ihr erster Erfolg bei dieser Entscheidung. Sie tritt damit in die Fußstapfen ihrer Landsfrau Mia Hamm, die 2001 zur ersten Weltfußballerin gewählt worden war. Die deutsche Birgit Prinz hatte 2003, 2004 und 2005 die Trophäe erhalten. Die Auszeichnung als beste Trainerin bekam die schwedische Trainerin des US-Teams, Pia Sundhage.

Keine Deutschen in Fußball-Weltauswahl

Franz Beckenbauer bekam den Fifa Presidential Award. Ansonsten war die deutsche Fußball-Prominenz bei der Preisverleihung nur Zuschauer. Das deutsche Nationalmannschaftssextett verpasste den Sprung in die Fifa-Weltauswahl. Manuel Neuer, Philipp Lahm, Mats Hummels, Bastian Schweinsteiger, Mesut Özil und Mario Gomez mussten der internationalen Konkurrenz den Vortritt lassen.

Die sechs deutschen Fußball-Profis gehörten zu den 55 Nominierten für die Weltauswahl. Alle elf gewählten Akteure spielen in der spanischen Primera Division, sechs von ihnen in der spanischen Nationalmannschaft. Die Fifa-Weltauswahl: Iker Casillas – Dani Alves, Gerard Pique, Sergio Ramos, Marcelo – Xavi Alonso, Xavi, Iniesta – Lionel Messi, Radamel Falcao, Cristiano Ronaldo.

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Leserkommentare
    • cb81
    • 07. Januar 2013 20:31 Uhr

    aber diese Weltauswahl ist doch wirklich nicht repräsentativ!
    Wieso nicht gleich die komplette spanische Nationalmannschaft?
    Muss ja nicht unbedingt ein Deutscher dabei sein, auch wenn es nicht abwegig gewesen wäre, aber es gibt ja noch andere Fussballer, die 2012 Akzente setzen konnten. Oder warum fehlt ein Italiener, Ibrahimovic oder andere Spitzenfussballer? Nichts gegen Falcao, aber bisher habe ich ihn nur in der EuropaLeague wirbeln gesehen.

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    einen Blick auf Falcaos Statistik und den Grund, warum Athletico Madrid vor Real steht. Und was die Weltauswahl betrifft, sollte man dann doch vielleicht auch einfach dem Tribut zollen, dass da Spieler dabei sind, die in den letzten 6Jahren 2 x Europameister und 1 x Weltmeister geworden sind + Cl Erfolge. Der attraktivste Fußball wird aktuell in Spanien und von Spanien gespielt und es ist gut und richtig, dass sich das in dieser Wahl wiederspiegelt. Ausserdem wählen Spieler, Trainer und Journalisten. Die Wahl steht also durchaus auf einer breiten, vor allem aber auch fachkundigen Basis und bei Ibrahimovic, so genial er in vielen Momenten auf dem Platz ist, muss man sich dann doch die Frage stellen, warum er bereits bei 7 Vereinen gespielt hat und selten von Trainern und Mitspielern "geliebt" wurde.
    Für die Kritiker der ewigen drei Kandidaten noch kurz ein Blick auf die Statistik:http://www.fussballdaten.de/spanien/2012/statistik/
    Falcao + Ronaldo + Messi in der letzten Saison zusammen allein in der Liga 120 (!!!) Tore geschossen und in der laufenden bereits 60. Diese Spieler veredeln die Spielsysteme ihrer Vereine und auch das schlägt sich in den Statistiken der Teams nieder.

  1. Messi bleibt für mich überbewertet. Klose würde vor dem Barca Mittelfeld nicht minder schlecht aussehen und hat in der Nationalmannschaft was gerissen.

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    Haben Sie einmal in Ihrem Leben einigermaßen anspruchsvoll Fußball gespielt? Ich glaube kaum. Anders ist ihr Kommentar nicht zu erklären...

    Ich finde es fraglich "einen" Weltfußballer zu küren, aber wenn man einen offensiven Spieler wählen sollte, wer sähe sich (außer C. Ronaldo) im Stande Lionel Andrés Messi das Wasser zu reichen?

    Ich habe zuweilen lachende Tränen in den Augen, wenn ich ihn auf laola1.tv über ein ganzes Spiel verfolgen kann.

    Was für eine Aussage, da bleibt einem die Spucke weg. Ohne Klose geringschätzen zu wollen, aber ich habe ihn noch nie 30 oder 40 Meter mit Ball durch 4 oder 5 Abwehrspieler laufen sehen. Bei Messi sehe ich so etwas regelmäßig. Und dabei benötigt er auch weder einen Iniesta, noch einen Xavi.

  2. Was für eine Aussage, da bleibt einem die Spucke weg. Ohne Klose geringschätzen zu wollen, aber ich habe ihn noch nie 30 oder 40 Meter mit Ball durch 4 oder 5 Abwehrspieler laufen sehen. Bei Messi sehe ich so etwas regelmäßig. Und dabei benötigt er auch weder einen Iniesta, noch einen Xavi.

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    Antwort auf "Wie letztes Jahr"
  3. Haben Sie einmal in Ihrem Leben einigermaßen anspruchsvoll Fußball gespielt? Ich glaube kaum. Anders ist ihr Kommentar nicht zu erklären...

    Ich finde es fraglich "einen" Weltfußballer zu küren, aber wenn man einen offensiven Spieler wählen sollte, wer sähe sich (außer C. Ronaldo) im Stande Lionel Andrés Messi das Wasser zu reichen?

    Ich habe zuweilen lachende Tränen in den Augen, wenn ich ihn auf laola1.tv über ein ganzes Spiel verfolgen kann.

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    Wie letztes Jahr ist er auch dieses Jahr ein wunderbarer Fußballer keine Frage. Nur viermal nacheinander? Was hat er leisten müssen bei einer Mannschaft die um ihn herumgebaut wird? Er musste sich Bus jetzt nur in der Nationalmannschaft durchsetzen wenn überhaupt. Und für mich würde ein igniesta einer neuen Mannschaft viel besser bei aller stärke a sein als er.

    Deswegen eher igniesta

    • cb81
    • 07. Januar 2013 23:34 Uhr

    Warum muss man anspruchsvoll Fußball gespielt haben (was genau verstehen sie darunter? Profibereich?), um einen Fußballer beurteilen zu können? Wenn es um die professionelle und athletische Einstellung geht, wäre Ronaldo sicher besser. Geht es um das spieltaktische Verständnis und die mannschaftsdienlichkeit, wäre Iniesta sicher vorne. Aber aufgrund der genialen Momente und dem hohen Anschauungswert des von allen Kollegen anerkannten messi, ist er zurecht weltfussballer! Am Ende ist Profifußball ein Unterhaltungssport und die beste Unterhaltung liefert Messi.

  4. Das Ergebnis bei den Trainern:
    Platz 1: Vicente Del Bosque
    Platz 2: Jose Mourinho
    Platz 3: Josep Guardiola

    Del Bosque übernimmt quasi die gesamte Mannschaft von Barcelona, ergänzt um die besten Spieler Reals. Die halbe Weltauswahl spielt in der spanischen Nationalmannschaft und dann soll es eine große Leistung sein mit dieser Mannschaft bei einem eher mittelmäßigen Turnier wie der EM 2012 zu gewinnen?

    Mourinho hat den Titel in einer Liga geholt, in der kein Team annähernd mit den beiden Spitzenmannschaften mithalten kann. Dieses Jahr war nun mal Real glücklicher, nächstes Jahr wird der Titel wieder nach Barcelona wandern. Hinzu kommt, dass Mourinho gegen die Bayern einige taktische Fehler gemacht hat, die mMn ausschlaggebend für das Ausscheiden seiner Mannschaft waren und jetzt eine völlig verpatzte Hinrunde mit seiner Mannschaft geliefert hat.

    Guardiola hat dieses Jahr bis auf die Copa Del Rey nichts gewonnen und mit dieser Mannschaft ist das schon eine herbe Enttäuschung. Keine Leistung die es wert wäre geehrt zu werden.

    Klopp hingegen hat gegen starke Bayern die Meisterschaft verteidigt und sie auch noch im Pokalfinale deklassiert. Hinzu kommt, dass der BVB in der stärksten CL-Gruppe souverän den ersten Platz belegt hat und Klopp außerdem aus seinen Spieler das Optimum heraus holt. Keiner der Abgänge konnte bisher an seine Leistung im BVB-Dress anknüpfen. Klarer Verdienst des Trainers.
    Für Juves Antonio Conte gilt das Gleiche.

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    Ja Real und Barca sind in Spanien das Maß aller Dinge, aber im letzten EuroLeague Halbfinale standen immerhin 3spanische Teams. Es ist der Fluch von Athletico, Bilbao und Valencia, dass die Liga von den beiden "Großen" so dominiert und überstrahlt wird, aber das sollte den Blick auf die Liga nicht verzerren. Damit möchte ich um gotteswillen (und vor allem als jahrzehntelanger BVB Fan) die Leistung vom BVB und vor allem Klopp und seinem Stab schmählern. Ich glaube im Übrigen, dass das der Grund ist, warum die Vertragsverlängerungen beim BVB so gut laufen, denn man hat die Beispiele Sahin, Barrios etc. noch vor Augen. Im Ausland verdient man vielleicht mehr und ein volles Bankkonto ist sicher schön, aber am Hungertuch wird keiner der Spieler in Dortmund nagen müssen und da haben sie die Chance Geschichte zu schreiben und zu Legenden des Vereins zu werden. Ich bin gespannt, was ich später meinen Enkeln über diese Zeit des BVBs vorschwärmen werde + aber auch über Spieler wie Messi und Ronaldo :D

  5. Schön und gut, dass sie uns alle nochmal an die vielen Erfolge der Spanier erinnern.
    Das hier ist aber kein Lifetime Achievement Award, sondern die Wahl zur Mannschaft des Jahres 2012. Und da gab es stärkere Leute als Iker Casillas, Dani Alves, Pique, Sergio Ramos und Xabi Alonso.

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    der beiden besten Spanischen Mannschaften und Europameister 2012 sind nicht gut genug um in der Weltauswahl zu stehen? Gleiches gilt für Xabi Alonso (der gerade hierzulande maßlos unterschätzt wird). Wer ist denn besser als Dani Alves auf seiner Position aktuell? Bei Casillas gebe ich Ihnen recht, Da hätte es keiner mehr verdient als Petr Cech.

  6. Wie hier schon jemand erwähnte, hat Messi sich bisher, im Vergleich zu vielen der Mitbewerber auf die Auszeichnung, bei keinem anderen Verein beweisen müssen.
    Seit seiner Kindheit spielt er in blaugrana, wurde mit Wachsturmshormonen aufgepäppelt, gehätschelt und getätschelt, bis er vor einigen Jahren groß rauskam und die Welt in Atem hielt.

    Spektakulär ist sein Spiel allemal und zungeschnalzend anzusehen, aber auch nur in diesem einen Trikot. Bei der argentinischen Nationalmannschaft reißt er wenig und da weder er oder Barcelona wohl daran interessiert sind, seinen Vertrag jemals aufzulösen, wird ihm meiner Meinung nach immer das Manko anhängen, sich nie in einem fremden Umfeld mit fremder Sprache und Umgebung bewiesen zu haben. Anders als ein Ronaldo, Özil, Ibrahimovic, Klose, Sneijder etc.

    Aber leider es auch eine Wahl der Sportjournalisten und die wählen natürlich eher denjeigen, der Ihnen die ganzen Jahre lang die Auflagen mit seinen spektakulären Dribblings gefüllt hat.

    4 Leserempfehlungen
    • hairy
    • 07. Januar 2013 22:31 Uhr

    betreibt mal wieder Eigenwerbung. Pff.

    Weltfußballer: Wenn schon, dann jener unbekannte 11 jährige Junge aus Ghana, der nach 14 Stunden Arbeit im letzten Tageslicht noch seinen selbstgenähten Fußball ausbessert.

    3 Leserempfehlungen

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, nf
  • Schlagworte Cristiano Ronaldo | Lionel Messi | Joachim Löw | Jürgen Klopp | Manuel Neuer | Mesut Özil
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