Handball-WMDeutsche Handballer scheiden aus

Lange spielt Deutschland ein starkes Viertelfinale, doch in der Schlussphase fehlt die Präzision beim Torabschluss. Damit zieht Spanien ins WM-Halbfinale.

Spanien - Deutschland 28:24 (12:14)

Mit dem 24:28 (14:12) im Viertelfinale gegen Gastgeber Spanien endete für die deutsche Handball-Nationalmannschaft in Saragossa die Weltmeisterschaft. Nach einem weitgehend starken Spiel musste sich das Team von dem Bundestrainer Martin Heuberger in der Schlussphase den Spaniern geschlagen geben. Die sechs Tore von Sven-Sören Christophersen halfen nichts.

Spanien trifft am Freitag im Halbfinale auf Slowenien. Die Slowenen warfen Russland mit 28:27 aus dem Turnier.

Anfangs spielte Deutschland sehr stark. In der Deckung hatten der Abwehrspieler Oliver Roggisch und seine Nebenleute den spanischen Kreisläufer Julen Aguinagalde ebenso gut im Griff wie den Rückraumspieler Alberto Entrerrios. Im Angriff spielte die DHB-Auswahl, der ein unerwartet gutes Turnier gelungen war, überlegt und mit Geduld. Deutlich war das Bemühen zu sehen, möglichst keine Fehler zu machen und den Spaniern keine Konter zu ermöglichen.

Das Duell der Weltmeister von 2005 und 2007 war von der ersten Minute an umkämpft. Beide Teams begegneten sich auf Augenhöhe und kämpften um jeden Ball und jedes Tor. Dabei stand den deutschen Spielern auch das Wurfglück zur Seite. Nach dem 7:5 (13.) durch Michael Haaß ließ sich Spaniens Torwart Arpad Sterbik auswechseln.

Danach stellte der Gastgeber die Abwehr um, provozierte Fehler im deutschen Spielaufbau und brachte die DHB-Auswahl mit 7:8 (18.) in Rückstand. Der Bundestrainer Heuberger reagierte mit einer Auszeit, um seine Spieler auf die veränderte Situation einzustellen. Dies zeigte Wirkung. Zumal die Spanier wie erwartet im Angriff auch keine Ideen hatten, um gegen die deutsche Abwehr anzugehen. Die deutsche Mannschaft erkämpfte sich so bis zur Halbzeit eine 14:12-Führung.

"Die Mannschaft ist taktisch hervorragend eingestellt. Sie haben kaum Tore aus dem Rückraum bekommen und von hinten raus unser Tempospiel genutzt", sagte der DHB-Vizepräsident Horst Bredemeier in der Pause. "Das war ein Spiel auf ganz hohem Niveau von uns. Wenn wir das durchhalten, können wir gewinnen."

Doch nach dem Wiederanpfiff lief es gegen die deutsche Mannschaft. Spanien drehte den Rückstand schnell in ein 17:15 (34.). Erneut zeigten sich die DHB-Spieler aber wenig beeindruckt. Wenn Patrick Groetzki nicht zwei klare Chancen vergeben hätte, hätte die deutsche Mannschaft zur Mitte der zweiten Halbzeit führen können.

Dann drehte Spaniens Spieler Aguinagalde auf und trug mit drei Toren hintereinander entscheidend dazu bei, dass die Gastgeber bis auf 25:21 (55.) davonzogen. Die Deutschen ließen dagegen zu viele Möglichkeiten aus, so dass am Ende der Sieg der Spanier verdient war.

Spanien: Sierra, Sterbik - Entrerríos 6, Rocas 1, Maqueda 3, Tomás 7/1, Sarmiento 1, Aguinagalde 7, Cañellas, Montoro, Morros, Ruesga, García, Rivera 3, Ariño, Guardiola

Deutschland: Heinevetter (Füchse Berlin), Lichtlein (TBV Lemgo) - Kneer (SC Magdeburg), Roggisch (Rhein-Neckar Löwen), Wiencek (THW Kiel) 1, Reichmann (HSG Wetzlar), Schmidt (HSG Wetzlar) 1/1, Fäth (HSG Wetzlar), Theuerkauf (HBW Balingen-Weilstetten) 4, Groetzki (Rhein-Neckar Löwen) 2, Weinhold (SG Flensburg-Handewitt) 2, Strobel (TBV Lemgo), Haaß (Frisch Auf Göppingen) 3, Pfahl (VfL Gummersbach) 1, Klein (THW Kiel) 4, Christophersen (Füchse Berlin) 6/1

Schiedsrichter: Gubica/Milosevic (Kroatien)

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Zuschauer: 10.600 (ausverkauft)

Strafminuten: 8 / 14

Disqualifikation: - / -

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Leserkommentare
  1. 1. Schade

    Das war kein schlechtes Spiel der deutschen Mannschaft, aber die Spanier waren einfach besser und abgeklärter.

    Bei diesem Ergebnis sind die Spanier jetzt für mich in der Favoritenrolle. Blöd das mein Urlaub zu Ende geht. Hätte mir den Rest auch noch gerne live angesehen.

  2. alles in Allem ein sehr gutes Abschneiden des deutschen Teams.

    Mir hat in erster Linie die ausgeglichene Leistung des Kaders mit vielen jungen Spieler, die einer breiten Öffentlichkeit nicht bekannt sind, imponiert. Daneben Beweglichkeit beim Spielaufbau mit ständig wechselden Variationen im Angriff und eine recht zuverlässige Abwehrleistung ohne erkennbare Ausfälle.

    Gratulation dem Team und der Trainerstab. Ich bin überzeugt dass Spanien hätte die Zügel strecken müssen wenn diese junge Mannschaft ein wenig mehr internationale Erfahrung gehabt hätte einen 2 Tore Vorsprung zu verwalten. Aber ich bin sicher, dass passiert diesem Team nicht ein zweites Mal.

    Ich bin sehr gespannt wohin die Reise geht.

    2 Leserempfehlungen
    • osawa
    • 24. Januar 2013 0:18 Uhr

    Vermutlich ist meine Meinungsäußerung alles andere alsu mehrheitsfähig, aber ist das Ergebnis eines Ballspiels tatsächlich eine Meldung wert? [...]

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/au

    Eine Leserempfehlung
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    Die Frage scheint im ersten Ansatz an sich ist berechtigt, aber bei zweiten genauen Hinschauen entdecke ich eine gewisse Dreistigkeit in dieser Frage. Auch Leser der ZEIT haben Freude an Sportereignissen und schätzen auch Berichte darüber.

    Könnte es sein, lieber/liebe osawa, dass Sie mit diesem Leserbrief eine Zensur der Themen die die ZEIT veröffentlichen darf, anregen?

    Ich empfehle Ihnen gelassen zu sein und falls Sie dieser Artikel nicht interessiert, einfach wegschauen!

    Mit besten unbekannten Grüßen.

  3. es eine "Closed Shop" im Handball gibt, jedenfalls auf der Ebene der Nationalmannschaften.

    Die Schiedsrichter waren "sehr milde" mit den Spaniern.

    Das war nicht das erste mal, dass Deutschland einwenig "abgeblockt" wurde.
    Es wurden zwei Tore vergeben, aber das Schiedsrichter verhalten ist so nicht in Ordnung.

    Auf dem Spielbericht mag das gut aussehen, aber wenn man sich Sppiele ansieht...

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    Redaktion

    Vgl. auch die WM 2007.

    Zum Thema Brot und Spiele: Ich frage mich (oft, denn dieser Hinweis kommt oft), was mit dem Hinweis gemeint ist: Sollen wir nichts mehr essen und keinen Spaß mehr am Zirkus haben?

    Beim Handball gibt es eigentlich immer einen Heimvorteil, dass weiß auch jeder der Spieler. Die Schiris haben den Rahmen des üblichen nicht verlassen, auch wenn es eine Tendenz pro Spanien gab. Gab aber auch Fehler pro Deutschland.

    Aber am Ende kann man mitnehmen, dass der DHB wieder eine Manschaft auf die Platte geschickt hat. Das hat die fehlende individuelle Stärke ausgeglichen. Von daher bin ich auch sehr zufrieden, mit der gezeigten leistung. Allerdings muß man mal abwarten, ob das bestätigt werden kann. Man sollte nicht vergessen, dass die Spieler der großen Nationen - dank Olympia - praktisch seit Sommer 2011 ohne Pause durchspielen. Die Deutschan hatten im Sommer 2012 Urlaub. Das kann bei den Erfolgen der DHB Truppe eine Rolle gespielt haben.

    PS: Wer sich nicht für Sport interessiert, soll halt hier nicht posten

  4. 5. [...]

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    wenn alle sich nach Ihnen richten?

    Nein.

    Akzeptieren sie einfach, daß andere Leute sich für Sport interessieren.

  7. 8. Schade

    die erste Halbzeit war super. Dann wurde die Mannschaft ein bisschen verpfiffen (Zeitstrafen wegen Fußspiels etc...), und danach sind die Spanier eben ins Rollen gekommen.

    Bei den nächsten großen Turnieren könnte aber durchaus noch mehr drin sein. Frankreich, die Übermannschaft der letzten Jahre, ist auf dem absteigenden Ast. Und Spanien spielt auch nicht immer zuhause.

    2 Leserempfehlungen

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, nf
  • Schlagworte Oliver Roggisch | Spanien | Bundestrainer | Rhein-Neckar | SG Flensburg Handewitt | Kroatien
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