WM-VorrundeDeutsche Handballer besiegen Weltmeister Frankreich

Mit 32:30 hat die deutsche Handballauswahl Weltmeister Frankreich in der WM-Vorrunde geschlagen. Deutschland zieht damit als Gruppensieger ins Achtelfinale ein.

Die deutsche Handballnationalmannschaft nach dem Sieg gegen Frankreich

Die deutsche Handballnationalmannschaft nach dem Sieg gegen Frankreich  |  © LLuis Gene/AFP/Getty Images

Die deutschen Handballer haben die Vorrunde bei der WM in Spanien mit einer Überraschung beendet. Im abschließenden Spiel der Gruppe A bezwang die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) Titelverteidiger Frankreich mit 32:30 (16:16) und holte sich damit den Gruppensieg. Vor rund 11.500 Zuschauern im Palau Sant Jordi in Barcelona warf Patrick Groetzki mit sechs Treffern die meisten Tore für das Team von Bundestrainer Martin Heuberger.

Die beiden Mannschaften zeigten ein hochklassiges Spiel. Zwei Tage nach dem vorzeitigen Achtelfinal-Einzug durch das 29:21 gegen Montenegro präsentierte sich der Weltmeister von 2007 weiter verbessert.Trotzdem agierte das DHB-Team mutig und hochmotiviert. Keine Spur von übertriebenem Respekt vor den Franzosen.

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Nach der 5:4-Führung (7.) geriet die DHB-Auswahl zwar mit 5:8 (10.) ins Hintertreffen. Doch davon ließ sie sich ebenso wenig beeindrucken wie von zwei frühen Zeitstrafen für Abwehrchef Roggisch oder einer doppelten Unterzahl.

Handball-WM

Vom 11. bis 27. Januar wird in Spanien wieder die beste Handballnation der Welt gesucht. 24 Mannschaften waren zunächst in vier Vorrundengruppen gegeneinander antreten. Mittlerweile sind nur noch acht Mannschaften übrig. Die Ansetzungen für das Viertelfinale:

Russland – Slowenien (Mittwoch, 18.15 Uhr, Barcelona)
Deutschland – Spanien (Mittwoch, 19.00 Uhr, Saragossa)
Dänemark – Ungarn (Mittwoch, 20.45 Uhr, Barcelona)
Frankreich – Kroatien (Mittwoch, 21.30 Uhr, Saragossa)

Die Halbfinals finden am Freitag, dem 25. Januar statt. Das Finale am Sonntag, dem 27.

Favoriten

Als großer Favorit gingen die Franzosen in die WM. Wie Spanien den Fußball, dominiert Frankreich derzeit den Welthandball. 2009 und 2011 wurden die Franzosen Weltmeister, 2010 Europameister und im vergangenen Jahr Olympiasieger – eine einmalige, perfekte Bilanz. Allerdings ist die französische Handballwelt durch einen Wettskandal in der heimischen Liga erschüttert, in der selbst ihr Star Nikola Karabatic verwickelt war. So mussten sich die Franzosen in ihrer Gruppe den Deutschen geschlagen geben.

Der Gastgeber spielt bei Handball-Weltmeisterschaften immer eine gute Rolle. Vor allem, wenn er Spanien heißt, und auch sonst passabel Handball spielt. Die heimische Liga jedenfalls ist neben der deutschen Handball-Bundesliga die stärkste der Welt. Zudem würden die Handball-Funktionäre Spanien als Zugpferd gerne im Halbfinale sehen. Bisher sind die Zuschauernzahlen bei dieser WM nämlich eher enttäuschend. Gut möglich also, dass die Deutschen in ihrem Spiel gegen Spanien ein paar seltsame Pfiffe gegen sich bekommen.

Auch die traditionellen Handballnation Dänemark kann ganz vorne landen. Die müssen allerdings gegen den Geheimfavoriten aus Ungarn antreten. Die Mannschaft aus Kroatien machte in der Gruppenphase von sich reden, als sie dort gegen Spanien gewannen.

Das deutsche Team

Der Trainer Martin Heuberger dämpfte vor dem Turnier die Erwartungen. Er wolle nur die Vorrunde überstehen. Sich über Medaillen Gedanken zu machen, wäre "utopisch". Heuberger musste auf die Stammkräfte Holger Glandorf, Lars Kaufmann und Uwe Gensheimer verzichten und stattdessen fünf WM-Neulinge integrieren. Der einzige Star ist der Torhüter Silvio Heinevetter. Heubergers Team aber überraschte im Turnierverlauf, ist bisher noch ungeschlagen.

Spielmacher Michael Haaß sorgte mit seinen Teamkollegen für flüssige Kombinationen, mit denen sie ein ums andere Mal die Defensive der Franzosen aushebelten. In der Begegnung auf Augenhöhe wechselten eine deutsche 11:9-Führung (17.) mit einem 11:13-Rückstand (22.). Und auch ein 14:16 (28.) machte der WM-Elfte trotz fünf Toren von Rückraum-Star Nikola Karabatic bis zum 16:16 zur Pause wieder wett.

Mit drei schnellen Toren nach Wiederanpfiff setzte sich die DHB-Auswahl auf 19:16 (33.) ab. Doch reichte der Vorsprung gegen den Titelverteidiger nicht. Beim 21:21 (38.) war der Gleichstand wieder hergestellt. Als dann aber Martin Strobel zum 26:22 (45.) traf, drehte die Mannschaft das Spiel. Mit einer Umstellung in der Abwehr brachte Frankreich die Deutschen zwar kurz aus dem Konzept, konnte die Partie aber nicht mehr für sich entscheiden.

Die deutsche Mannschaft hatte sich ebenso wie Frankreich bereits zuvor für das Achtelfinale am Sonntag qualifiziert. Nächster Gegner ist entweder Island oder Mazedonien. Die Entscheidung darüber fällt nach Abschluss des Spieltages, wenn die endgültigen Platzierungen feststehen. Die DHB-Auswahl spielt im Achtelfinale in Barcelona gegen den Vierten der Gruppe B.

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Leserkommentare
  1. Weiter so!

    Allerdings hatten die Franzosen auch nicht ihren besten Tag.
    Omeyers Quote war unterirdisch.

    Also die dt. Mannschaft muss jetzt gegen Montenegro hellwach sein.

  2. Sie meinen wohl Mazedonien ;).

    Die deutschen Handballer können bei dieser WM als Außenseiter eine Überraschung schaffen.

    Die Ausgangsposition ist nun sehr gut. Das Ziel Achtelfinale ist schon erreicht und Mazedonien sollte solange es keinen krassen Leistungseinbruch gibt, auch zu knacken sein.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, nf
  • Schlagworte Bundestrainer | Frankreich | Island | Nikola Karabatic | Mazedonien | Montenegro
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