Wer spielt wann gegen wen?

FC Schalke 04 – Hannover 96 (Freitag, 20.30 Uhr)
Bayern München – SpVgg Greuther Fürth (Samstag, 15.30 Uhr)
Bayer Leverkusen – Eintracht Frankfurt
VfL Wolfsburg – VfB Stuttgart
TSG Hoffenheim – Borussia M’gladbach
1. FSV Mainz 05 – SC Freiburg
Werder Bremen – Borussia Dortmund (Samstag, 18.30 Uhr)
1. FC Nürnberg – Hamburger SV (Sonntag, 15.30 Uhr)
Fortuna Düsseldorf – FC Augsburg (Sonntag, 17.30 Uhr)

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Alle. Die Winterpause ist schon kürzer als je zuvor und trotzdem kann man sich nach 33 bundesligalosen Tage doch ziemlich ausgehungert fühlen. Vorbei die langen Winterabende, die man mit Biathlon-Exzessen, der Dart-WM oder Berichten über Fußballstars, die ihre Frau schlagen, füllen musste. Wenn am Freitagabend, pünktlich um 20.30 Uhr, der Schalker Marica den Ball zum Anstoß ein paar Meter zu Farfan kullern wird, oder Abdellouae aus Hannover zu Diouf, dann ist sie wieder da: die Liga, die so viel Spaß machen (schöne Tore, geile Stimmung, Götze) und gleichzeitig so anekeln kann (Sponsoren-Jingles, hohle Field-Interviews, Wolfsburg). Auch wenn die Meisterschaft vielleicht schon durch ist, bleiben Dutzende Fragen: Hat Nuri Sahin noch Freunde? Kann Frankfurt Rückrunden? Wer holt Peter Neururer? Kommt Dieter Hecking mit einem VW klar? Und wann kauft Klaus Allofs Guardiola? (Fast) alle Antworten bis Mitte Mai in diesem Theater.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Alle dürfen dann doch nicht mitmachen. Aber das ist in diesem Fall gar nicht schlimm. Werder Bremen hat für das Spiel am Samstag acht rechtsextreme Fans des Gegners Borussia Dortmund ausgesperrt. Eine mit Beginn der Saison in Kraft getretene Regel in der Stadionordnung ermöglicht es, Personen, bei denen erkennbar ist, dass sie rassistische Parolen verbreiten wollen, den Zutritt zu verwehren. Die betroffenen BVB-Fans seien polizeilich bekannt und eindeutig dem rechten Spektrum zuzuordnen, hieß es. Eine wichtige, nachahmenswerte Aktion, droht sich der Rechtsextremismus seit einiger Zeit doch zur echten Plage in und um deutsche Fußballstadien zu entwickeln. In Aachen gab in der Woche sogar eine Ultragruppe auf, weil sie von Rechten gejagt und verprügelt wurden. Bleibt zu hoffen, dass auch andere Vereine mal einen prüfenden Blick auf ihre Stadionordnung werfen.

Wer steht im Blickpunkt?

Perlacher Einkaufspassagen, Pflege- und Entwicklungsplan, Produktentstehungsprozess, pädagogisches Einführungspraktikum oder Polizei-Einsatz-Patrone – das Wörtchen "Pep" war bis zum Mittwoch vor allem eine Abkürzung für deutsche Wortmonster. Selbst das vermeintlich akzeptierte "Das hat Pep" haben in Wahrheit nur Großeltern gesagt. Seitdem Josep "Pep" Guardiola beim FC Bayern unterschrieben hat, ändert sich das. Die Zeitungen sind voll davon: Pep, Pep, Pep! Nie wurde ein Trainer enthusiastischer in der Liga begrüßt. Ob zu Recht, wird sich zeigen. Es gibt ja Menschen, die behaupten, der FC Barcelona hätte damals auch mit einem Glas Wasser auf dem Trainerstuhl die Champions League gewonnen.

In dem ganzen Trubel gerät fast in Vergessenheit, dass die Bayern noch mit einem anderen Josef, dem Heynckes nämlich, Liga, Pokal und Champions League gewinnen wollen. Wie es dem geht, fragt keiner. So richtig toll würde es wohl niemand finden, wenn derjenige als Messias, Erlöser, Heiland angesehen wird, der einem nachfolgt. Die Aussagen seines Präsidenten Uli Hoeneß ("... es gab jetzt die Möglichkeit, Pep Guardiola nach seinem Jahr 'Sabbatical' in New York zu verpflichten und wer weiß, wann das wieder möglich ist.") lassen ahnen, dass Heynckes wirklich nur als Langzeit-Platzhalter vorgesehen war, bis der FC Bayern den großen Visionär gefunden hat.

Heynckes hätte sicher gerne noch weitergemacht, sagte Hoeneß, und man sei froh gewesen, dass er deshalb "kein Theater" gemacht habe. Eine despektierliche Formulierung für den Gentleman, für Don Jupp, der nach der Saison fast 30 Jahre lang als Trainer gearbeitet hat, und nie souveräner wirkte als in diesen Tagen von München. Bis zum Juni wird Heynckes mit einer Art Paralleltrainer leben müssen, dann wird er Guardiola seinen Verein übergeben. Dabei wird er dem Neuen zuzwinkern wie der Vater der Braut zur Hochzeit dem künftigen Schwiegersohn: "Hier hast du sie, sie ist eine Schönheit, aber Obacht: Sie kann auch verdammt zickig sein!"