Bayerns Noch-Trainer Jupp Heynckes © Andreas Gebert/picture alliance/dpa

Wer spielt wann gegen wen?

FC Schalke 04 – Hannover 96 (Freitag, 20.30 Uhr)
Bayern München – SpVgg Greuther Fürth (Samstag, 15.30 Uhr)
Bayer Leverkusen – Eintracht Frankfurt
VfL Wolfsburg – VfB Stuttgart
TSG Hoffenheim – Borussia M’gladbach
1. FSV Mainz 05 – SC Freiburg
Werder Bremen – Borussia Dortmund (Samstag, 18.30 Uhr)
1. FC Nürnberg – Hamburger SV (Sonntag, 15.30 Uhr)
Fortuna Düsseldorf – FC Augsburg (Sonntag, 17.30 Uhr)

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Alle. Die Winterpause ist schon kürzer als je zuvor und trotzdem kann man sich nach 33 bundesligalosen Tage doch ziemlich ausgehungert fühlen. Vorbei die langen Winterabende, die man mit Biathlon-Exzessen, der Dart-WM oder Berichten über Fußballstars, die ihre Frau schlagen, füllen musste. Wenn am Freitagabend, pünktlich um 20.30 Uhr, der Schalker Marica den Ball zum Anstoß ein paar Meter zu Farfan kullern wird, oder Abdellouae aus Hannover zu Diouf, dann ist sie wieder da: die Liga, die so viel Spaß machen (schöne Tore, geile Stimmung, Götze) und gleichzeitig so anekeln kann (Sponsoren-Jingles, hohle Field-Interviews, Wolfsburg). Auch wenn die Meisterschaft vielleicht schon durch ist, bleiben Dutzende Fragen: Hat Nuri Sahin noch Freunde? Kann Frankfurt Rückrunden? Wer holt Peter Neururer? Kommt Dieter Hecking mit einem VW klar? Und wann kauft Klaus Allofs Guardiola? (Fast) alle Antworten bis Mitte Mai in diesem Theater.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Alle dürfen dann doch nicht mitmachen. Aber das ist in diesem Fall gar nicht schlimm. Werder Bremen hat für das Spiel am Samstag acht rechtsextreme Fans des Gegners Borussia Dortmund ausgesperrt. Eine mit Beginn der Saison in Kraft getretene Regel in der Stadionordnung ermöglicht es, Personen, bei denen erkennbar ist, dass sie rassistische Parolen verbreiten wollen, den Zutritt zu verwehren. Die betroffenen BVB-Fans seien polizeilich bekannt und eindeutig dem rechten Spektrum zuzuordnen, hieß es. Eine wichtige, nachahmenswerte Aktion, droht sich der Rechtsextremismus seit einiger Zeit doch zur echten Plage in und um deutsche Fußballstadien zu entwickeln. In Aachen gab in der Woche sogar eine Ultragruppe auf, weil sie von Rechten gejagt und verprügelt wurden. Bleibt zu hoffen, dass auch andere Vereine mal einen prüfenden Blick auf ihre Stadionordnung werfen.

Wer steht im Blickpunkt?

Perlacher Einkaufspassagen, Pflege- und Entwicklungsplan, Produktentstehungsprozess, pädagogisches Einführungspraktikum oder Polizei-Einsatz-Patrone – das Wörtchen "Pep" war bis zum Mittwoch vor allem eine Abkürzung für deutsche Wortmonster. Selbst das vermeintlich akzeptierte "Das hat Pep" haben in Wahrheit nur Großeltern gesagt. Seitdem Josep "Pep" Guardiola beim FC Bayern unterschrieben hat, ändert sich das. Die Zeitungen sind voll davon: Pep, Pep, Pep! Nie wurde ein Trainer enthusiastischer in der Liga begrüßt. Ob zu Recht, wird sich zeigen. Es gibt ja Menschen, die behaupten, der FC Barcelona hätte damals auch mit einem Glas Wasser auf dem Trainerstuhl die Champions League gewonnen.

In dem ganzen Trubel gerät fast in Vergessenheit, dass die Bayern noch mit einem anderen Josef, dem Heynckes nämlich, Liga, Pokal und Champions League gewinnen wollen. Wie es dem geht, fragt keiner. So richtig toll würde es wohl niemand finden, wenn derjenige als Messias, Erlöser, Heiland angesehen wird, der einem nachfolgt. Die Aussagen seines Präsidenten Uli Hoeneß ("... es gab jetzt die Möglichkeit, Pep Guardiola nach seinem Jahr 'Sabbatical' in New York zu verpflichten und wer weiß, wann das wieder möglich ist.") lassen ahnen, dass Heynckes wirklich nur als Langzeit-Platzhalter vorgesehen war, bis der FC Bayern den großen Visionär gefunden hat.

Heynckes hätte sicher gerne noch weitergemacht, sagte Hoeneß, und man sei froh gewesen, dass er deshalb "kein Theater" gemacht habe. Eine despektierliche Formulierung für den Gentleman, für Don Jupp, der nach der Saison fast 30 Jahre lang als Trainer gearbeitet hat, und nie souveräner wirkte als in diesen Tagen von München. Bis zum Juni wird Heynckes mit einer Art Paralleltrainer leben müssen, dann wird er Guardiola seinen Verein übergeben. Dabei wird er dem Neuen zuzwinkern wie der Vater der Braut zur Hochzeit dem künftigen Schwiegersohn: "Hier hast du sie, sie ist eine Schönheit, aber Obacht: Sie kann auch verdammt zickig sein!"

Hoffenheim-Fans rasten aus

Worüber werden nach dem Spieltag alle reden?

Vielleicht ja über die Fans der TSG Hoffenheim, wenn sie wieder so eine crazy Aktion starten, wie zum Ende der Hinrunde. Man muss ja dazu sagen, dass es der Hoffenheim-Fan an sich nicht leicht hat. Nicht nur, weil er einem Klub huldigt, der zu jeder Jahreszeit einen neuen Trainer auf die Bank setzt und dessen Torwart das einzige Solarium des Landkreises dauerbelegt. Auch was die Street Credibility angeht, haben es die Mädchen und Jungs aus dem Kraichgau in der nationalen Fanszene nicht leicht. Haben? Nein, hatten! Denn nun muss die TSG 10.000 Euro Strafe an den DFB zahlen, weil ihre Fans im Spiel gegen Bremen im Dezember mal so richtig die Sau raus ließen. Damals musste sogar das Spiel für zwei Minuten unterbrochen werden. So etwas beeindruckt deutschlandweit selbst die hartgesottensten Fußballrüpel. Und wenn die Hoffenheimer ihre Papierschlangen-Randale auch fleißig weiter üben, werden sie ähnlich viel Renommee haben wie diese griechischen Basketball-Fans.

Was machen die Frauen?

Die gehen pleite. Der FCR Duisburg, im Jahr 2000 immerhin Deutscher Meister und seit Gründung der Frauenfußball-Bundesliga 1993 siebenmal Vize-Meister, wird einen Insolvenzantrag stellen müssen. Den Duisburgerinnen droht der Zwangsabstieg. Eine Nachricht, die man in der Woche, in der die Bundesliga einen Trainer verpflichtete, dessen Jahresgehalt wohl dem Etat aller Frauenbundesligisten entspricht, einfach mal so stehen lassen muss.

Was ist sonst noch wichtig?

Der Politiker Norbert Lammert ist ein lustiger Mann. "Noch länger als im Bundestag bin ich Mitglied beim VfL Bochum – mich erschüttert nichts", sagte er einmal. Und weil er als Bundestagspräsident zugleich zweithöchster Mann im Staate ist, hat auch Angela Merkel manchmal ein wenig Angst vor ihm. Nicht nur sie. Vor ein paar Tagen gab er der Welt ein Interview, in dem er die erstaunlichen Summen kritisierte, die die öffentlich-rechtlichen TV-Sender für Sportrechte zahlten. "Im Ergebnis trägt der Gebührenzahler zur Finanzierung von Traumgehältern bei. Das muss sich dringend ändern", sagte er. Tatsächlich sollen ARD und ZDF von der kommenden Saison an etwa 180 Millionen Euro dafür bezahlen, Bundesliga und Champions League in unsere Wohnzimmer zu liefern. Herein kommt das Geld über die neue Zwangsabgabe, landen wird es am Ende wohl vor allem auf den Girokonten der Bundesligastars. Heribert Bruchhagen, streitbarer Vorstandsvorsitzender von Eintracht Frankfurt, echauffierte sich natürlich. Die Fußballer seien Künstler und unterhalten ein Millionenpublikum. Andrea Berg oder Howard Carpendale verdienten dank ARD und ZDF ja auch nicht so schlecht. Denen das Gehalt zu kürzen, dagegen wird sicher auch niemand was haben.

Welches ist das Zitat der Woche der Woche?

@dietmarhamann if you wanna have it out publicly. Am here all day mate. Not having idiots like you talking like u actually have a clue!
(@ dietmarhamann wenn du es öffentlich austragen willst. Ich bin hier den ganzen Tag Kumpel. Idioten, die so reden wie du, haben keine Ahnung!)

Unter der Woche lieferten sich der ehemalige deutsche Nationalspieler Dietmar Hamann und der englische Profi Joey Barton eine wahre Twitterschlacht. Barton warf Hamann Drogenmissbrauch und Unprofessionalität vor. Der wehrte sich. Der Daily Telegraph hat den Streit dokumentiert. Mittlerweile hat sich Joey Barton bei Dietmar Hamann entschuldigt.