ZEIT ONLINE: Sie stehen für Offensivfußball.

Veh: Ja, das ist mein Stil: schnelle Pässe in die Spitze, keine langen Bälle. Das war schon in Reutlingen, Augsburg und Stuttgart so. Es kommt immer auf die Mannschaft an, in Rostock war das nicht möglich. Meistens hab ich jedenfalls einen Spieler im Team, der in der Torjägerliste oben oder ganz oben auftaucht.

ZEIT ONLINE: Geben Sie auch zu, dass Sie Offensive besser als Defensive können?

Veh: Nein, ich lasse bloß Offensive öfter trainieren, ganz einfach, weil mit dem Ball schwerer zu spielen ist als gegen den Ball.

ZEIT ONLINE: Wenn der Eintracht Leistungsträger wie Sebastian Rode oder Sebastian Jung abhanden kommen, wird es schwierig, das Niveau zu halten. Sie fordern mehr Geld.

Veh: Diese Spieler wären schwer zu ersetzen, wenn ich Ihnen auch das Interesse der großen Vereine persönlich gönne. Man muss ihnen eine sportliche Perspektive bieten, dazu braucht der Verein auf Dauer Geld. Hier müsste mehr drin sein. In der Stadt ist ja welches vorhanden, Frankfurt ist ja nicht Freiburg. Ich fordere bloß, alle Quellen zu erschließen. Mir ist aber auch klar, der Verein hat Altlasten. Alleine an Stadionmiete fallen zwölf Millionen Euro pro Jahr an. Ich würde daher vor allem nie die Abkehr von der wirtschaftlichen Vernunft fordern.

ZEIT ONLINE:Heribert Bruchhagen ist normalerweise der Leisetreter. In jüngster Zeit ist er auffällig offensiver geworden. Haben Sie ihn zu diesem Kurswechsel gebracht?

Veh: Schön, wenn ich das könnte. Nein, das brauchte ich nicht.

ZEIT ONLINE: Was sagen Sie zu Pep Guardiola?

Veh: Schöne Sache, aber ich finde die Hymnen überzogen, das ist mir zu viel. Er ist doch nicht der Messias, sondern halt ein spanischer Trainer. Nicht vergessen: Bayern hat doch schon einen guten Trainer.

ZEIT ONLINE: Und die Eintracht hat Sie. Was ist denn drin in der Rückrunde, was ist Ihr Ziel?

Veh: Wir wären doch verrückt, wenn wir unser Ziel Klassenerhalt ändern würden …

ZEIT ONLINE … glaub ich nicht …

Veh: Das können Sie so halten. Wir wollen erstmal 40 Punkte. Aber eins kann ich garantieren: Wir werden weiter offensiv spielen, etwas riskieren, selbst wenn wir fünfmal in Serie verlieren.