Afrika-CupMourinhos Praktikant mischt Afrikas Fußball auf
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Geldsammeln mit Briefmarken

Der Fußball von Kap Verde ist dabei kein sehr geheimnisvoller: Er basiert auf einer soliden Abwehr und einer Handvoll sehr schneller und flexibel agierenden Angreifern. Entscheidend aber ist wohl das Zusammengehörigkeitsgefühl der Spieler, von denen nicht einmal die Hälfte auf Kap Verde geboren wurde. "Wir Spieler kennen uns nicht sehr gut. Dennoch funktionieren wir als Mannschaft. Das ist ein Verdienst des Trainers", sagt der Mittelfeldmann Odair Fortes, der sein Geld im französischen Reims verdient.

Die Finanzen sind allerdings bei aller fußballerischen Qualität das große Problem von Kap Verde. Das kleine Land hat keine Bodenschätze, Landwirtschaft ist auf den regenarmen Inseln kaum möglich. Exportiert werden Fische und ein paar Bananen. Geld für die Fußballer ist da knapp. Gerade einmal umgerechnet 1.800 Euro pro Mann bekamen die Spieler nach der geschafften Qualifikation für die Endrunde der Afrikameisterschaft.

Um die Reise nach Südafrika überhaupt finanzieren zu können, mussten daher Sonderaktionen her. "Wir haben etwas Unterstützung von der Regierung bekommen, das reicht aber nicht, um die Endrunde finanzieren zu können", sagt der Fußballpräsident Mario Semedo. In den Wochen vor dem Turnier wurde daher eine Stiftung mit dem Namen "Operation Afrika-Cup" gegründet, in die alle Bürger der Inselgruppe einzahlen sollten.

Zusätzlich zu den Spenden der Bürger gingen die Einnahmen aus einem Benefiz-Konzert und zehn Prozent aus dem Verkauf einer Sonder-Briefmarke in diesen Fonds. Das Geld reichte am Ende, die Kapverden sind in Südafrika angekommen. Und sie können sicher sein: Es hat sich gelohnt. "Der Fußball wird unser Land einen wie noch nie etwas anderes zuvor", glaubt Staatspräsident Fonseca. José Mourinho ist schon mal dabei.
 

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Leserkommentare
  1. ...der die Kap Verden ohne Superlative beleuchtet und den Erfolg nicht nur auf das einwöchige Praktikum bei Mourinho reduziert.

  2. Mir gefällt Ihr Artikel über den Fussball in Cabo Verde.
    Nur eins noch.....Kap Verde hat mehr zu bieten als Fische und Bananen. Letztes Jahr verbrachten mehr als 500.000 Touristen ihren Urlaub dort und es gab über 3 Millionen Hotelübernachtungen.

  3. unglaublich!!!!

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