Im Dezember hat die Uefa schon einmal den FC Malaga für die kommende Spielzeit aus dem Europapokal ausgeschlossen. In Malaga ist ebenfalls ein katarischer Investor aktiv, Scheich Abdullah bin Nasser al Thani, ebenso Mitglied der regierenden Familie. Der wollte Malaga zur Nummer drei im spanischen Fußball machen. 150 Millionen Euro investierte er, holte Stars wie Ruud van Nistelrooy und Javier Saviola. Doch irgendwann verlor der Scheich die Lust, der Klub geriet in Geldnot, zahlte eine Weile keine Gehälter, steht aber trotzdem im Achtelfinale der Champions League.

Keine schöne Situation für die Uefa, die aber erst richtig absurd wird, wenn in der Auslosung zum Viertelfinale der Champions League etwa Paris dem FC Malaga zugelost wird. Oder dem FC Barcelona. Die Katalanen, größter und bester Fußballklub der Welt, sind ebenfalls mit Katar verbunden. Für die "Qatar Foundation" machte Barca sogar seine heilige Brust frei. Ein Aufschrei ging durch Katalonien. Nicht nur, weil das Barcelona-Trikot das letzte Tabu im Weltfußball war (nur für Unicef wurde eine Ausnahme gemacht). Auch störten sich viele an der Stiftung selbst, die sich im Wesentlichen zwar um Bildungsprojekte im Mittleren Osten kümmert, der aber auch eine geistige Nähe zum ägyptischen Prediger Yussuf al-Qaradawi nachgesagt wird, einem Islamisten und Antisemiten.

Dass die Fußballverbände dieser Welt die Investitionen Katars mit Wohlwollen betrachten, zeigt das Beispiel der Fußball-Weltmeisterschaft. Katar hat den Zuschlag für die WM 2022 erhalten, obwohl während des Sommers am Golf Temperaturen von bis zu 50 Grad herrschen. Bis heute steht im Raum, die Kataris hätten sich die WM genauso gekauft wie ihre Fußballklubs. Mit den Unregelmäßigkeiten bei der WM-Vergabe im Dezember 2010 beschäftigen sich nun die Chefermittler der Fifa-Ethikkommission Michael Garcia und Hans Joachim Eckert. Dass Katar die WM wieder aberkannt bekommt, gilt als unwahrscheinlich. Notfalls wird im kühleren Winter gespielt, regte der Uefa-Boss Michel Platini an, der zugab, für die WM in der Wüste gestimmt zu haben.

Katar greift also nach dem Weltfußball. Nur die Kataris selbst können die Fußballbegeisterung ihres Emirs nicht teilen. Zu den meisten Ligaspielen kommen nur ein paar Hundert Zuschauer. Die Kataris sind so emotionslos, dass sich sogar der brasilianische Trainer der Nationalelf Paulo Autouri beschwerte: "Die Menschen sitzen lieber vor dem Fernseher, als ins Stadion zu kommen."