Messi-Gegner Schwaab"Gegen Messi muss man tief Luft holen"

Im März kassierte Daniel Schwaab mit Leverkusen fünf Tore von Lionel Messi. Heute gratuliert er zur Weltfußballer-Wahl und schwärmt von Messis Gespür für Raum und Zeit. von 

Diese Szene im März, die zum 3:0 für den FC Barcelona durch Lionel Messi (rechts) führte, blieb Daniel Schwaab (Mitte) im Gedächtnis.

Diese Szene im März, die zum 3:0 für den FC Barcelona durch Lionel Messi (rechts) führte, blieb Daniel Schwaab (Mitte) im Gedächtnis.  |  © David Ramos/Getty Images Sport

ZEIT ONLINE: Herr Schwaab, Sie sind mit BayerLeverkusen im Frühjahr gegen den FC Barcelona ausgeschieden, das Rückspiel ging 1:7 verloren (im Video hier und hier), Lionel Messi, der am Montag zum vierten Mal hintereinander zum besten Fußballer der Welt gewählt worden ist, schoss fünf Tore. Sie haben in der Abwehr gegen ihn spielen dürfen – oder soll ich sagen: spielen müssen?

Daniel Schwaab: Spielen dürfen. Er ist ein Ausnahmefußballer, er ist etwas Besonderes. Es ist eine Ehre, gegen ihn zu spielen.

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ZEIT ONLINE: Was macht ihn denn so stark?

Daniel Schwaab
Daniel Schwaab

Daniel Schwaab, 24, ist seit 2009 Profi von Bayer Leverkusen. Der linke Außen- oder Innenverteidiger wurde 2009 Europameister mit der deutschen U21.

Schwaab: Sein Gespür für die Situation und den Raum. Er ist kaum greifbar. Attackiert man ihn früh, lässt er den Ball "klatschen". Lässt man ihm Platz, nimmt er Tempo auf, dann wird’s noch schwerer für den Verteidiger. Da muss man manchmal tief Luft holen. Seine Dribblings sind unnachahmlich, er scheint mit dem Ball verwachsen. Man muss ihn immer mit drei Spielern verteidigen, Manndeckung hilft da nichts.

ZEIT ONLINE: Haben Sie bestimmte Szenen aus den beiden Duellen in Erinnerung?

Schwaab: Ja, eine: Wir hatten einmal seinen starken linken Fuß, mit dem er zuvor ein Tor gelupft hatte, zugestellt – und dann lupft er ihn mit rechts rein. Und das aus vollem Lauf. Weltklasse! Aber eigentlich haben wir es, so komisch das klingt, meist ganz gut hinbekommen, Messi zu decken. So war zumindest unser Gefühl auf dem Platz.

ZEIT ONLINE: Ihrer Mannschaft wurde damals zu große Ehrfurcht vorgeworfen.

Schwaab: Diese Kritik teile ich nicht. Respekt hat man immer, vor jedem Gegner. Aber Angst hatten wir nicht. Wir wollten gewinnen.

ZEIT ONLINE: Ist Messi wirklich der Beste?

Schwaab: Die anderen Nominierten hätten es auch verdient gehabt, Ronaldo oder Iniesta. Auch in der Bundesliga gibt es Stürmer von großer Qualität: Robert Lewandowski ist ein kompletter Stürmer, Mario Gomez ist schwer in den Griff zu kriegen. Und Bayer Leverkusen hat Stefan Kießling, der im Jahr 2012 Tore in der Liga 25 Tore geschossen hat. Aber man muss schon sagen, dass Messi zu Recht Weltfußballer ist, zum vierten und wahrscheinlich nicht letzten Mal. Ich freue mich auf das nächste Duell gegen ihn.

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Leserkommentare
    • fse69
    • 08. Januar 2013 16:36 Uhr

    "... Aber eigentlich haben wir es, so komisch das klingt, meist ganz gut hinbekommen, Messi zu decken. So war zumindest unser Gefühl auf dem Platz...."

    Recht hat er. Das klingt wirklich komisch. Ansonsten: schönes Video (auch ohne Spanischkenntnisse).

    2 Leserempfehlungen
  1. Eine Leserempfehlung
  2. 3. Genial

    Gegen Messi kann man nur blöd aussehen, das ist keine Schande. Fuß und Ball scheinen miteinander verschmolzen. Es ist wunderbar ihm zuzusehen. Noch mehr imponiert mir aber was für ein bescheidener Mensch er geblieben ist.

    3 Leserempfehlungen
  3. und wir sind Zeitzeuge des zusammen mit Pele besten Fußballers, den es jemals gegeben hat. Messi erhebt Fußball zur Kunst er steht für mich auf einer Ebene mit den Großen der Malerei oder der Musik - ein Genie.

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    • lxththf
    • 10. Januar 2013 12:17 Uhr

    das viele Kritiker, welche die Superlative nicht teilen gerne auf Barcelona verweisen und dass es einfach wäre, mit diesem Team diese Vielzahl an Toren zu erzielen. Diese Kritiker seien auf die nackte Statistik verwiesen, die belegt, dass sich z.B. ein Ibrahimovic nicht durchsetzen konnte und selbst Eto, der vielleicht beste afrikanische Spieler aller Zeiten in seiner Glanzzeit weit entfernt war, von der Leistung von Messi.
    Das eigentlich brilliante ist, dass er nicht nur Tore schießt, sondern er z.B. in der letzten Saison in der Liga die meisten Vorlagen gegeben hat. Das macht meiner Meinung nach einen wirklich kompletten Spieler aus und auch wenn ich ihn persönlich nicht mag, wegen seiner häufigen Theatralik und Elferforderns. Ein Thomas Müller hat genau diese Ansätze und gleiches gilt für Reus und Götze. Darum glaube ich auch, dass wenn der Bundestrainer weiter diesen jungen wilden vertraut, wir hier in Dtl. Zeuge einer goldenen Generation sind. Sorry für das Abdriften ins Schwärmen, aber Fußball kann so schön sein ...

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Lionel Messi | Bayer AG | Bundesliga | Fußball | Bayer 04 Leverkusen | FC Barcelona
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