Diese Szene im März, die zum 3:0 für den FC Barcelona durch Lionel Messi (rechts) führte, blieb Daniel Schwaab (Mitte) im Gedächtnis. © David Ramos/Getty Images Sport

ZEIT ONLINE: Herr Schwaab, Sie sind mit BayerLeverkusen im Frühjahr gegen den FC Barcelona ausgeschieden, das Rückspiel ging 1:7 verloren (im Video hier und hier), Lionel Messi, der am Montag zum vierten Mal hintereinander zum besten Fußballer der Welt gewählt worden ist, schoss fünf Tore. Sie haben in der Abwehr gegen ihn spielen dürfen – oder soll ich sagen: spielen müssen?

Daniel Schwaab: Spielen dürfen. Er ist ein Ausnahmefußballer, er ist etwas Besonderes. Es ist eine Ehre, gegen ihn zu spielen.

ZEIT ONLINE: Was macht ihn denn so stark?

Schwaab: Sein Gespür für die Situation und den Raum. Er ist kaum greifbar. Attackiert man ihn früh, lässt er den Ball "klatschen". Lässt man ihm Platz, nimmt er Tempo auf, dann wird’s noch schwerer für den Verteidiger. Da muss man manchmal tief Luft holen. Seine Dribblings sind unnachahmlich, er scheint mit dem Ball verwachsen. Man muss ihn immer mit drei Spielern verteidigen, Manndeckung hilft da nichts.

ZEIT ONLINE: Haben Sie bestimmte Szenen aus den beiden Duellen in Erinnerung?

Schwaab: Ja, eine: Wir hatten einmal seinen starken linken Fuß, mit dem er zuvor ein Tor gelupft hatte, zugestellt – und dann lupft er ihn mit rechts rein. Und das aus vollem Lauf. Weltklasse! Aber eigentlich haben wir es, so komisch das klingt, meist ganz gut hinbekommen, Messi zu decken. So war zumindest unser Gefühl auf dem Platz.

ZEIT ONLINE: Ihrer Mannschaft wurde damals zu große Ehrfurcht vorgeworfen.

Schwaab: Diese Kritik teile ich nicht. Respekt hat man immer, vor jedem Gegner. Aber Angst hatten wir nicht. Wir wollten gewinnen.

ZEIT ONLINE: Ist Messi wirklich der Beste?

Schwaab: Die anderen Nominierten hätten es auch verdient gehabt, Ronaldo oder Iniesta. Auch in der Bundesliga gibt es Stürmer von großer Qualität: Robert Lewandowski ist ein kompletter Stürmer, Mario Gomez ist schwer in den Griff zu kriegen. Und Bayer Leverkusen hat Stefan Kießling, der im Jahr 2012 Tore in der Liga 25 Tore geschossen hat. Aber man muss schon sagen, dass Messi zu Recht Weltfußballer ist, zum vierten und wahrscheinlich nicht letzten Mal. Ich freue mich auf das nächste Duell gegen ihn.