RadsportFränk Schleck wegen Dopings verurteilt

Radprofi Fränk Schleck ist wegen des positiven Dopingbefunds bei der Tour de France 2012 schuldig gesprochen worden. Er bestreitet den Vorwurf. Die Strafe fällt mild aus.

Fränk Schleck ist nach seinem positiven Dopingbefund bei der Tour de France 2012 schuldig gesprochen worden. Die luxemburgische Anti-Doping-Agentur ALAD sperrte den 32 Jahre alten Radprofi für zwölf Monate. Da der Beginn der Sperre rückwirkend auf den 14. Juli 2012 angesetzt wurde, darf der Fahrer des Rennstalls RadioShack von Juli an wieder Rennen bestreiten. Den Saisonhöhepunkt wird der Tour-Dritte von 2011 aber verpassen.

Schleck bestreitet die Doping-Vorwürfe und hatte in der Vergangenheit von einer Verschwörung gesprochen. Nach dem Urteil sagte er erneut, er habe sich nichts vorzuwerfen und nie betrogen. "Natürlich bin ich enttäuscht", sagte Schleck. "Ich halte das Urteil für zu streng, wenn man bedenkt, dass die Kommission anerkannt hatte, dass ich unabsichtlich ein verunreinigtes Produkt konsumiert habe."

Die Disziplinarkommission des ALAD begründete die Halbierung der möglichen Sperre von zwei Jahren damit, dass Schleck zuvor nie wegen Dopings gesperrt oder positiv getestet worden war. Es ist aber nicht das erste Mal, dass er mit Doping in Verbindung gebracht wird: 2008 musste er nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zugeben, dem spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes Geld überwiesen zu haben. Damals sah die ALAD nach Ermittlungen aber von einer Strafe ab.

Anzeige

Schleck prüft weitere Schritte

Schleck oder die ebenfalls in das jetzige Verfahren involvierte Welt-Anti-Doping-Agentur WADA sowie der Radsport-Weltverband UCI können binnen 21 Tagen Berufung beim Internationalen Sportgericht CAS einlegen. "Wir werden nun die Entscheidung analysieren und weitere Schritte abwägen", sagte Schleck. "Wie auch immer, der positive Aspekt des Urteils ist: Die Richter haben anerkannt, dass ich kein Betrüger bin", sagte er.

Dem Radprofi war während der Tour in einem Urintest am 14. Juli 2012 das Diuretikum Xipamid nachgewiesen worden, das auch zur Verschleierung von Dopingmitteln eingesetzt werden kann. Der Tour-Dritte von 2011 bestritt von Beginn an Manipulationen und hatte sogar geäußert, ihm sei die verbotene Substanz untergeschoben worden.

Neben der Sperre verfügte die ALAD eine Streichung aller Resultate Schlecks aus dem Vorjahr. Um eine Geldstrafe kommt der Profi herum, muss aber die Gerichtskosten tragen. Das Team RadioShack, für das auch die deutschen Radprofis Jens Voigt und Andreas Klöden fahren, zeigte sich erleichtert über das Ende des Verfahrens. Weitere Schritte würden nun geprüft.

Zur Startseite
 
Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

    • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, nf
    • Schlagworte Radsport | Andreas Klöden | Doping | Ermittlung | Eufemiano Fuentes | Geldstrafe
    Service