MotorsportRallye Dakar ohne Beine

Ein Team von Kriegsveteranen wollte das Ziel der Rallye Dakar erreichen. Nach einer Unfallserie ist nur noch einer von vier Wagen im Rennen.

Die Prothesen von Mark Zambon

Die Prothesen von Mark Zambon  |  © Franck Fife/AFP/Getty Images

Mark Zambon ist weitaus Schlimmeres gewohnt als ein paar Prellungen. Sein Rallye-Dakar-Debüt als Kopilot musste er nach einem Unfall, bei dem er sich am vorigen Freitag am Oberkörper verletzt hat, dennoch abbrechen. "Es war ein großer Crash mit hundert Sachen, aber uns geht es gut", sagte Zambon im Krankenhaus, in das er und sein Pilot Ben Gott zur Sicherheit eingeliefert wurden.

Schmerz, Gefahr und Tod kannte Zambon schon lange vor seinem Abenteuer in der Wüste. Im Irak und in Afghanistan entschärfte der frühere Soldat der US Marines, der amerikanischen Marine-Infanterie, Bomben, ehe ihn ein Fehltritt vor zwei Jahren beide Beine kostete. "Mir zog es die Beine in die Luft, und ich machte einen Salto vorwärts", sagt Zambon, "bevor ich wieder auf dem Boden landete." Seitdem geht er auf zwei Prothesen.

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Zwei Jahre danach startete der 27-Jährige an der Seite von weiteren Kriegsveteranen bei der lebensgefährlichen Rallye Dakar. Das Team Race2Recovery (Rennen zur Heilung) vereint frühere Soldaten, die im Einsatz schwer verwundet wurden. Während der Rallye sammeln sie Spenden für ihresgleichen. Vor allem aber setzen sie Zeichen.

"Was können wir anderes tun, als das Leben so intensiv wie möglich zu leben?", sagte Zambon vor der ersten Etappe. "Das ist das, was unsere gefallenen Kameraden von uns erwarten würden." Der Teammanager Andrew Taylor fügt an: "Wir zeigen, dass Menschen auch nach Verletzungen Außerordentliches erreichen können." Der Brite wurde 2008 in Afghanistan Opfer eines Bombenattentats, die Rückenschmerzen begleiten ihn bis heute täglich. Trotzdem ist Taylor eine treibende Kraft hinter dem Veteranen-Team.

In achtzehn Monaten formten der ehemalige Offizier Taylor und seine Mitstreiter ein wettbewerbsfähiges Team. Die Vision: als erster Rennstall mit behinderten Sportlern das Ziel der Rallye Dakar erreichen. "Es gab so manche Zeit, in der wir Tag und Nacht an den Autos gearbeitet haben, die Teammitglieder auf dem Boden der Werkstatt schliefen und nach dem Aufstehen wieder von vorn anfingen", sagt der Rennpilot Tony Harris, dem im Afghanistan-Einsatz ein Bein amputiert werden musste.

Leserkommentare
  1. Wie kommen die eigentlich durch das Kriegsgebiet von Mali durch?
    Paris-Dakar,...... das erinnert doch irgendwie an Zeiten, als die Franzosen in ihrem "Interessengebiet" (Zitat unser Verteidigungsminister) die Lage noch im Griff hatten.
    Auch dereinst in "Casablanca", da standen sich noch andere Kräfte gegenüber......
    Auch von der "persönlichen CO2-Bilanz" läßt man sich bei der Sache wohl nicht allzusehr beeindrucken.....
    Aber immerhin. Nette Geschichte.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Die Ralley heißt nur noch Dakar(R) und findet nicht mehr in Westafrika statt sondern schon seit Jahren in Südamerika.

  2. Die Ralley heißt nur noch Dakar(R) und findet nicht mehr in Westafrika statt sondern schon seit Jahren in Südamerika.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "es war einmal........"

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