Snowboarderin Amelie Kober"Ich habe noch nie gekifft"

Die Snowboarderin Amelie Kober räumt mit dem Klischee der Party Animals auf einem Brett auf. Ihr Sport sei genauso ein Leistungssport wie Skifahren – nur schöner. von 

Amelie Kober beim Weltcup in Telluride, USA

Amelie Kober beim Weltcup in Telluride, USA  |  © Oliver Kraus/Fis

Das Snowboarden war meine erste eigene Entscheidung. Ich war zehn Jahre alt und bin vorher Skirennen gefahren. Aber ich hatte da nicht allzu viel Spaß dran, weil die anderen Eltern oft ehrgeiziger waren als die Kinder. Meine Eltern haben mich immer unterstützt. Sie haben mich überall hingefahren – und mir auch ein Snowboard gekauft.

Der Gedanke, dass Snowboarder cooler sind als Skifahrer, spielte in diesem Alter natürlich noch keine Rolle. Ich habe dann auch schnell erkannt, dass Hip-Hop, Drogen und Spaß nur Klischees sind. Das gab es vielleicht ganz am Anfang mal, vor 25 Jahren und dann auch eher in der Freestyle-Szene, in der ein Shaun White ja auch berühmt wurde. Ich habe jedenfalls noch nie gekifft.

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Amelie Kober
Amelie Kober

Amelie Kober gewann als 18-Jährige bei den Olympischen Spielen in Turin 2006 überraschen die Silbermedaille im Parallel-Riesenslalom. Sie gewann insgesamt sieben Weltcup-Rennen und sicherte sich im Jahr 2009 den Gesamtsieg im Parallel-Weltcup.

Professionelles Snowboarding ist genauso ein Leistungssport wie Skifahren. Klar, der ein oder andere hört auch Musik vor seinem Lauf, aber Party Animals gibt es bei uns nicht. Ich war wie die Skifahrer auf einem Sportgymnasium, wir hatten ähnliche Trainingspläne. Es gibt regelmäßige Dopingkontrollen. Mittlerweile müssen wir Athleten auf die Stunde genau angeben, wann wir wo für Kontrollen erreichbar sind.

Ich bin natürlich überzeugte Snowboarderin. Zwar fahre ich auch ab und zu Ski, aber an das Snowboardgefühl kommt das nicht ran. Es ist viel, viel dynamischer. Snowboarden ist ein unvergleichlich schönes Gefühl, dass man mit keinem anderen Sportgerät haben kann: Die Geschwindigkeit, das Kurvengefühl, der Schnee, die Natur, und im Wettkampf der direkte Kampf Mann gegen Mann oder Frau gegen Frau, weil wir ja parallel starten! Ich fahre auch gerne Motorrad, das ist auch schön, aber auf dem Berg habe ich irgendwie ein direkteres Gefühl.

Winterspiele

Jedes Jahr, von November bis März, gehen die Wintersportler ihrer Arbeit nach. Das Fernsehen berichtet live, viele Stunden lang und trotzdem bleiben einem die Schneesportarten manchmal fremd, vor allem den Flachlandbewohnern.

Doch was ist der große Reiz beim Skilanglauf? Wie fühlt es sich an, eine Abfahrtspiste oder Bobbahn hinunter zu rasen? Und haben Skispringer auch mal Angst?

In unser Serie erzählen erfolgreiche Wintersport-Stars wie der Springer Gregor Schlierenzauer, die Skifahrerin Viktoria Rebensburg, der Langläufer Tobias Angerer, die Snowboarderin Amelie Kober oder die Bobpilotin Cathleen Martini von der Faszination ihrer Sportart.

Snowboarden gehört für mich so sehr zum Leben, dass ich bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver sogar schwanger an den Start gegangen bin. Ich war im dritten, vierten Monat und mir war von mehreren Ärzten bestätigt worden, dass ein Start kein Risiko für das Kind ist. Ich wurde vor Ort auch sehr gut betreut und fühlte mich jederzeit gut aufgehoben. Nachdem ich dann im Viertelfinale ausgeschieden bin, habe ich allerdings auf das Platzierungsrennen verzichtet.

Mittlerweile ist der Kleine zwei und wir waren auch schon zusammen auf der Piste. Allerdings haben wir mit Skiern angefangen, da es für ihn momentan noch einfacher ist.

Aufgezeichnet von Christian Spiller

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Leserkommentare
  1. Und was gibt's sonst neues und wichtiges auf der Welt?

    Falls es wen interessiert: ich habe die Erfahrung gemacht, dass alle Snowboarder kiffen. Jeder einzelne.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ist ja interessant in welchen Kreisen Sie unterwegs sind.
    Und was für Pauschalisierungen und Vorurteile haben Sie sonst noch in petto. Vllt. dass alle Araber Islamisten sind, oder dass alle Ossis Nazis sind, oder vllt. dass alle US-Amis fett sind, jeder einzelne? Mannomann.

    Und ja: es gibt sicherlich Wichtigeres in der Nachrichtenwelt. Aber immer nur Zeter und Mordio und wie sch...e alles ist? Da wird man doch depressiv. Sie müssen solche Artikel ja nicht lesen. Und offensichtlich ungelesene Artikel brauchen Sie auch nicht zu kommentieren.

  2. Für mich ist Freestyle und Snowboarden untrennbar verbunden, das macht doch gerade den Reiz aus, dass es im Ursprung nicht so steif spießig wie Ski gefahren wird. Die logische Entwicklung sind dann eher Leute wie Travis Rice, die sich getränkgesponsort mit Helmkamera aus dem Hubschrauber in steilste Hänge hineinstürzen. Eine Piste im Wettkampf möglichst schnell herunterfahren interessiert mich im Vergleich dazu recht wenig.
    (Wobei ich davon ausgehe, dass die Freestyler ebenfalls zumindest nicht am Abend vorher gekifft haben, wenn sie dann ins Lawinengebiet springen.)

  3. "Mittlerweile müssen wir Athleten auf die Stunde genau angeben, wann wir wo für Kontrollen erreichbar sind."

    Muss ja auch toll sein, sich dermaßen ausliefern zu müssen. So sehr ich auch verteufle, dass ein Leistungssport vom Doping durchsetzt ist, so sehr muss man auch tadeln, dass diese Art von Kontrolle und Aufgabe der Privatsphäre (die auch Sportler haben und haben sollten) nur am Symptom herumdoktort.

  4. ist ja interessant in welchen Kreisen Sie unterwegs sind.
    Und was für Pauschalisierungen und Vorurteile haben Sie sonst noch in petto. Vllt. dass alle Araber Islamisten sind, oder dass alle Ossis Nazis sind, oder vllt. dass alle US-Amis fett sind, jeder einzelne? Mannomann.

    Und ja: es gibt sicherlich Wichtigeres in der Nachrichtenwelt. Aber immer nur Zeter und Mordio und wie sch...e alles ist? Da wird man doch depressiv. Sie müssen solche Artikel ja nicht lesen. Und offensichtlich ungelesene Artikel brauchen Sie auch nicht zu kommentieren.

    3 Leserempfehlungen
  5. nicht warum man das so betonen muß... Diese Information ist für mich genauso unerheblich wie wenn sie gemeint hätte "ich habe noch nie im Leben Alkohol getrunken..." Wird jemand, der mal Gras geraucht hat in der Gesellschaft als so asozial betrachtet? Leider ja - und darauf ein Prost...!

    5 Leserempfehlungen
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    ... lieber Herr Münchinger! Wer Gras raucht, gilt nicht als asozial, sondern eher als cooler Checker mit politisch korrekter "Ich-bin-ja-so-unangepasst-Haltung". Häufig unter Zeitlesern anzutreffende Spezies. ;-)

  6. Bitte nachholen. Diese Erfahrung sollte man vor dem Sterbebett oder dem Lawinentod doch wenigstens einmal gemacht haben.

    4 Leserempfehlungen
  7. Race-Boarding hat mit Freestyle und Freeriden so viel zu tun wie Fußball mit Football. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass die Athleten dort wie bei jedem anderen Spitzensport hart trainieren und relativ abstinent leben.

    Allerdings ist dies auch immer häufiger bei den Freestylern in Park & Pipe der Fall - schließlich sind diverse Disziplinen inzwischen olympisch. Wobei dort Gras wiederrum das ideale Doping ist. Für manche Sprünge wäre man ohne ein paar tokes wohl nicht "ballsy enough".

    Leute wie Shaun White sind über diesen Status des hart trainierenden dann insofern schon hinausgewachsen, als sie auch über den Sport hinaus so berühmt sind, dass sie sich auf Feiern komplett besaufen und alles kurz und klein schlagen. Rockstarattitüde.

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  8. Mein Beileid.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Musik | Alter | Arzt | Berg | Droge | Eltern
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