Doch mittlerweile wird im Land nicht nur an Renten, Löhnen, Bildung und Kultur gespart, sondern auch am Sport, der den vielen jugendlichen Arbeitslosen zumindest ein wenig Perspektive geben könnte. Der Sportrat CSD kürzte seine Zuwendungen für das Jahr 2013 auf etwa 84 Millionen Euro. Das ist ein Drittel weniger als im Vorjahr. Fußballer, Handballer oder Basketballer werden anders als früher gar nicht mehr gefördert. Ein harter Schlag sind die Kürzungen jedoch eher für Verbände wie Leichtathletik, Schwimmen, Radsport, Hockey, Fechten, Judo und Eiskunstlauf, die sich bis zu 80 Prozent über die Zuschüsse finanzieren.

Nicht so sehr bei aktuellen Sieger wie Fernandez, sondern besonders für junge Athleten wurden daher viele Reisen und Wettbewerbe gestrichen. Wer mitfahren will, muss sie oft aus eigener Tasche zahlen. Die Kürzungen bei den potenziellen Stars von morgen könnten sich in einigen Jahren bemerkbar machen. Die breite Basis droht unter dem Spardruck wegzubrechen. Wenn lokale Sponsoren und Zuschüsse durch die Gemeinden wegfallen und auf die Teilnahme in höheren Wettbewerben verzichten wird, könnte die Weltmeisternation Spanien ein Nachwuchsproblem bekommen. Ohnehin ist Spanien außerhalb seiner großen Mannschaftssportarten keine Macht, im Medaillenspiegel in London 2012 belegte das Land den 21. Rang. 

Handball, Basketball und Fußball nehmen dabei eine Sonderrolle ein. Auch hier muss gespart werden, schlittern Klubs in die Insolvenz, weil Gönner aus Politik und Wirtschaft sparsamer werden und Steuervergünstigungen wegfallen. Doch die Spitzenvereine sind längst selbst rentable Unternehmen, spielen im Europapokal weiter um die Titel mit. Der FC Barcelona etwa unterhält in allen drei Sparten erfolgreiche Teams, die vor allem von den Einnahmen aus dem Fußball profitieren. Sie bilden ihre eigenen Spitzenspieler aus. "Die Nachwuchsabteilungen der spanischen Mannschaften werden beneidet in der Welt", schwärmte CSD-Präsident Miguel Cardenal in einem Radiointerview.

Hoffnung auf Olympia 2020

Dennoch lässt es sich Spanien trotz aller wirtschaftlichen Probleme nicht nehmen, weiter Großveranstaltungen auszutragen wie zuletzt die Handball-WM, die Schwimm-WM in diesem Jahr oder die Basketball-WM 2014. Auch wenn stets etwas Unsicherheit mitschwingt, ob die Veranstaltung wirklich stattfinden kann.

Die großen Hoffnungen ruhen aber auf Madrid 2020. Hat die Olympia-Bewerbung Erfolg, könnte ein neuer Schub durch den spanischen Sport gehen wie einst 1992. Man wolle "alles darauf setzen", die Spiele nach Spanien zu holen, sagte CSD-Präsident Cardenal El Pais. Doch schon jetzt mehren sich die Stimmen im Land, ob man das Geld in Krisenzeiten nicht anderswo dringender benötigt wird.