Ja, mehr gehört nicht dazu.

Wir nehmen zu, indem wir nicht auf unseren Körper hören, indem wir uns über das, was er sagt, hinwegsetzen und indem wir seine Bedürfnisse ignorieren.

Vor einem Jahr wog ich 147 Kilo. Das ist ungefähr so viel, wie Gott wiegt.

Wissen Sie, wie ich so dick wurde? Ich habe nicht auf meinen Körper gehört.

Aber eines Tages ging es nicht mehr anders.

Es geschah – entschuldigen Sie meine Offenheit – auf der Toilette. Ich war so fett, dass ich mich kaum abputzen konnte. Und mir wurde klar: Wenn ich so weiter mache, kann mich irgendwann nicht einmal Siemens mehr abputzen. Was soll ich machen, ich persönlich rieche nicht gerne wie eine wandelnde Toilette.

Ich musste etwas tun.

Die Toilette, Sie ahnen es bereits, war nur eines meiner Probleme. Bei einem Gewicht von 147 Kilo waren meine Cholesterinwerte größer als die durchschnittliche Atombombe in Israel (Hallo Günter Grass, diese Zeile habe ich Ihnen zu Ehren geschrieben!). Ich bekam Diabetes. Und mein Blutdruck war hoch genug, um den schwersten Airbus damit anzuheben.

Weil ich keine andere Wahl hatte, fing ich an, auf meinen Körper zu hören: Ich aß alles, was meinen Magen dazu brachte, sich zu bedanken, und ich ging überall zu Fuß hin – kurz gesagt: ich verbrannte alle Kalorien, die ich am Tag zu mir nahm, und sogar noch mehr, und ich genoss jeden Augenblick.

Sie können das auch, wenn Sie nur wollen.

Nein, Sie müssen es nicht exakt genau so machen wie ich. Laufen Sie nicht herum und machen den Hitlergruß, es sei denn, Sie sind ein Ex-Intellektueller wie meine Wenigkeit. Wir machen manchmal verrückte Sachen, aber das ist Teil unseres Genesungsprozesses. In diesem Fall wurde ich, wenn Sie es wirklich wissen möchten, von der Polizei festgenommen – erst, weil sie mich für einen Nazi hielten, dann, weil sie mich für einen linken Unruhestifter hielten – und wurde erst wieder laufengelassen, als ich ihnen erklärte, dass ich eigentlich ein unverständlicher Intellektueller bin. Wenn Ihnen das zusagt, machen Sie es so wie ich. Wenn nicht, tun Sie es auf Ihre Weise.

Sie müssen auch keine Frikadellen und Käsekuchen essen. Wenn Sie lieber Fisch und Schwein mögen, greifen Sie dazu. Aber halten Sie die Ohren offen, denn "Vielen Dank" kommt meist sehr schnell.

Während ich dies schreibe, wiege ich 102,5 Kilo. Kein Diabetes, kein Cholesterin. Der erhöhte Blutdruck ist immer noch da – bei diesen Nazis fühle ich mich nicht besonders wohl – aber auch das wird sich bald stabilisieren. Glauben Sie an sich, haben Sie Vertrauen in sich und hören Sie auf sich selbst. Das ist das beste Fitness-Programm, das Sie je finden werden.

Und nicht vergessen: Zu zählen, wie oft ich in diesem Artikel "Jude" geschrieben habe, gilt nicht als Auf-sich-selbst-hören. Es sei denn, Sie sind ein beglaubigter Intellektueller.

Aus dem amerikanischen Englisch von Tobias Schnettler