Die fehlende Identifikation mit dem Ort wird aber nicht überall hingenommen. Der neue Besitzer der New Orleans Hornets kündigte jetzt an, das Team in "Pelicans" umzubenennen. Der Pelikan mag zwar kein Furcht einflößendes Tier sein, aber der Vogel taucht immerhin im Wappen des Staates Louisiana auf. Die Änderung könnte aber eine wahre Namensrochade auslösen. Denn der Hornissenname ist ein Überbleibsel des Umzuges der Charlotte Hornets nach New Orleans 2002. In Charlotte im Bundesstaat North Carolina hat sich längst ein neues NBA-Team gegründet, die Bobcats. Deren Eigentümer Michael Jordan würde die Hornets gerne zurückholen, aber natürlich nur den Namen. Die Klubgeschichte würde in New Orleans bleiben.

Noch komplizierter wird es, wenn man weiß, dass die Fans in New Orleans ihr Team am liebsten wieder Jazz nennen würden. Denn die New Orleans Jazz gab es auch einmal, bevor sie 1979 nach Salt Lake City umzogen und nun Utah Jazz heißen. Auch wenn der Bundesstaat Utah so viel mit Jazz zu tun hat wie New Orleans mit Mormonen.

Egal, ob mit Geschichte oder ohne

Es gibt aber auch positive Beispiele: Als die New Jersey Nets vor der aktuellen Saison nach Brooklyn umzogen, war es für alle Beteiligten eine Erlösung. Denn das Team hatte bis 1977 schon einmal in New York gespielt und war in 25 Jahren nie mit den Fans in New Jersey warm geworden.

In Seattle freuen sich die Fans jedenfalls schon darauf, sollten die Sonics zur nächsten Saison wieder in der NBA spielen, egal ob mit Geschichte oder ohne. Detlef Schrempf, der immer noch in der Gegend lebt, rührt als PR-Mann schon die Werbetrommel. Noch aber gibt es eine Hoffnung für die Fans in Sacramento: Die NBA muss im Februar noch zustimmen und der Bürgermeister Sacramentos will alles tun, um den Umzug zu verhindern. Sein Name ist Kevin Johnson, der frühere Spielmacher war selbst 13 Jahre in der NBA aktiv und bekannt dafür, dem Gegner in letzter Sekunde den Ball und die Hoffnung auf einen erfolgreichen Abschluss zu klauen.