Funktionäre der australischen Football-Liga nehmen Stellung zum Doping-Bericht im Sport. © Michael Dodge/Getty Images

Der australische Sport hat ein ernsthaftes Doping-Problem: Zum einen ist Doping dort weit verbreitet, zum anderen gibt es Verbindungen von Sportlern und Funktionären in die organisierte Kriminalität, ergab eine Untersuchung der australischen Kommission zur Verbrechensbekämpfung ACC.

Laut dem Bericht ist der Sport in Australien in einem schlechten Zustand: Die Verwendung leistungssteigender Substanzen werde von Trainern und Sportwissenschaftlern "organisiert und geduldet", sie werde quer durch alle Sportarten unterstützt, so der Bericht Organised Crime and Drugs in Sport. In einigen Fällen hätten Sportmediziner Doping für ganze Mannschaften organisiert.

"Die Ergebnisse sind schockierend und werden die australischen Sportfans abstoßen", sagte Justizminister Jason Clare bei der Vorstellung der Untersuchung. Die ACC hat dem Guardian zufolge festgestellt, dass kriminelle Organisationen in die Verteilung der verbotenen Substanzen verwickelt sind, zu denen Hormone und Wachstumshormone freisetzende Substanzen wie Peptide zählten. Der australische Sport sei "sehr anfällig" für die Unterwanderung durch kriminelle Gruppen.

Neben den üblichen Doping-Mitteln nutzten Sportler dem Bericht zufolge sogar Substanzen, die nicht für den menschlichen Gebrauch zugelassen sind.

Offenbar auch Wettmanipulationen

Die Verbindungen zur organisierten Kriminalität bezeichnete Clare als besonders schwerwiegend. Neben der Verteilung verbotener Substanzen sollen auch Spiele für Wetten manipuliert worden sein.

Der Justizminister wollte keine Namen von Sportlern und Vereinen nennen, um die Strafverfolgung nicht zu gefährden. "Wenn du betrügen willst, werden wir dich kriegen. Wenn du manipulieren willst, werden wir dich kriegen", sagte Australiens Sportministerin Kate Lundy. Die australische Anti-Doping-Agentur hat bereits Ermittlungen in konkreten Verdachtsfällen aufgenommen.

Dem Guardian zufolge soll einer der bekanntesten australischen Footballclubs, Essendon, unter Dopingverdacht stehen. Der Verein soll seinen Spielern im Jahr 2012 Peptide verabreicht haben.