Bayer LeverkusenDer sympathische Plastikklub
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Leverkusen gewinnt die Sympathiewertung gegen Wolfsburg deutlich

Dass der Fußballverein vom Wohlwollen eines Chemiekonzerns abhängt, wirkt sich negativ auf sein Image aus. Leverkusen ist der Plastikklub, seine Spieler, Offiziellen und Fans sind die Pillendreher vom Bayer-Werk. Der missgünstige Chor "Ihr werdet nie Deutscher Meister!" ist ein Klassiker in deutschen Stadien. Es komme schon mal vor, dass man blöd angeschaut werde, wenn man sich als Leverkusen-Fan vorstelle, bloggt der Stadionsprecher. "Wir sind halt immer noch Leverkusen", sagt Jens Peters, Fußballblogger und Bayer-Fan.

Immerhin, die Sympathiewertung mit den anderen Werksvereinen, den sich zuletzt neureich gebenden Wolfsburgern und Leipzigern, gewinnt Bayer um Längen, erst recht den mit Dietmar Hopps TSG Hoffenheim, die sich mit dem Zusatz 1899 eine Scheinhistorie aneignen will. An Bayer Leverkusen hat sich der Fußballfreund gewöhnt. "Viele gönnen uns Erfolg, viele haben uns als Zweitverein", sagt Vollborn.

Die Experten übersehen Leverkusen in ihren Prognosen

Der Bayer-Jahrgang 2012/13 dürfte diesen Eindruck bekräftigen. Er besteht aus einer jungen Mannschaft, einer deutschen Mannschaft, bei keiner anderen Spitzenelf ist die Deutschquote der Einsatzzeiten und Tore so hoch wie in Leverkusen. Im Spiel gegen Dortmund am Sonntag hatten nur die beiden Außenverteidiger keinen deutschen Pass. Für Leverkusen tritt eine Art Nationalmannschaft 1b an: Lars Bender, André Schürrle, Talente wie Sidney Sam und Ömer Toprak, der von Joachim Löw geschmähte Torjäger Stefan Kießling, der erste zwanzigjährige Tormann Bernd Leno oder das Eigengewächs Stefan Reinartz, dem als defensiver Mittelfeldspieler zwei Tore gegen Dortmund gelangen.

Beim spektakulären Duell mit dem BVB, einem der Höhepunkte der Saison, setzte die Bayer-Elf vor allem in der zweiten Halbzeit dem Meister arg zu. Sie hätte den Sieg verdient gehabt. Auch der Support der Fans war so, wie es sich der Verein nur wünschen kann: neunzig Minuten laute Anfeuerung nicht nur von den Stehplätzen, selbst nach dem frühen 0:2 kein Pfiff, nach dem Spiel wurden die Verlierer gefeiert. In Leverkusen erlebte man an diesem Abend Fußballstimmung, wie sie in deutschen Stadien selten geworden ist. Offenbar hatte der Fan-Beauftragte wieder seine Arbeit getan.

Auch nach der Niederlage sollte niemand Bayer im Kampf um Platz 2 abschreiben. Der Bundesliga wurde zuletzt von vielen für die nächsten Jahre ein eintöniger Zweikampf zwischen Bayern und Dortmund vorausgesagt. Kann sein, dass die Experten in ihrer Prognose Bayer Leverkusen übersehen haben.

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Leserkommentare
    • Chen74
    • 04. Februar 2013 15:04 Uhr

    Ich bin auch Einer. Angesiedelt im Südwesten der Republik, allerdings waren die Großeltern beim Bayer-Werk angestellt. Tradition über drei Generationen!
    Was wäre der deutsche Spitzensport ohne Bayer Leverkusen?
    In fast jeder Sportart hat oder hatte Bayer 04 Bundesliga-reifen Sport zu bieten.
    Welcher Verein stellt in jeder Ballsportart bis hin zu Tennis, Leichtathletik und vielen Disziplinen mehr eine derart gute Nachwuchsarbeit auf die Beine? Keiner, und das seit vielen Jahrzehnten.

    Und Fußball-Titel werden irgendwann auch wieder kommen.

    4 Leserempfehlungen
    • lib-dem
    • 04. Februar 2013 15:14 Uhr

    ist Bayer Leverkusen das einzige Team, das Bayern in dieser Saison geschlagen hat. Das kommt auch nicht von ungefähr.

    PS: Bei mir im Freundeskreis heisst 1899 Hoffenheim nur 1766.
    Wenn schon, denn schon.

  1. Was heißt denn bitte schön, neureiche Wolfsburger? Ist Volkswagen plötzlich nach Wolfsburg gezogen oder wie meinen sie das? Oder weil Wolfsburg den Sprung in die Bundesliga alleine geschafft hat und dann irgendwann eine Volkswagentochter geworden ist? Nachdem der VfL in den UEFA Pokal eingezogen ist, unter Wolfgang Wolf? Alles was sie über Bayer und Leverkusen schreiben gilt auch für Wolfsburg, außer dass das Werk größer ist und gleichzeitig die Stadt kleiner ist als Leverkusen.

    Ansonsten kann ich nichts negatives an Bayer 04 finden. Wenn man keinen direkten Kontakt zu dem Verein hat, dann zählt ja die Interpretation vom Fußball und die ist in Leverkusen meistens kurzweilig.

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    • Marobod
    • 04. Februar 2013 19:49 Uhr

    bezieht sich auf die unglaublich hohen Gehaelter bei Wolfsburg, welche die Spieler seit kurzer Zeit beziehen. Glaube seit Magath.

    Leverkusen geht in Ordnung,das sagt ein Bayernfan, aber in meiner Sympathienriege sind sie hinter Bremen, welche ich nach den Bayern sehr gern sehe.

    • Tornio
    • 04. Februar 2013 22:29 Uhr

    Neureich könnte zum Beispiel heißen, dass Leverkusen von jeher Tochter des Unternehmens ist. Hier hat sich keiner eingekauft, sondern der Verein ist eine Gründung von Werksmitarbeitern als Werkssportgruppe. Neureich könnte auch heißen, dass das Unternehmen im Normalfall (unrühmlihe Ausnahme Michael Ballack)außerplanmäßige Millionen bereitstellt um Wunschspieler zur verpflichten, sondern kontinuierlich einen seriösen Grundbetrag zahlt.

    Und was die Schmähung als "Nicht-Traditionsverein" angeht, so ist im Artikel schon viel dazu gesagt worden. Ergänzen könnte man vielleicht noch den Hinweis (Achtung, Ironie!), dass die ach so großen und tollen Traditionsvereine natürlich nur von ihrer Tradition und großen Fanbasis leben. Sachen wie Börsengang (BVB), Mäzene (HSV, Kühne) oder horrende Schulden (Schalke) vergisst man da schonmal gerne und macht sich stattdessen gerne über den Plastikklub lustig.

  2. ...und somit auch Effzeh-Fan, aber mir ist der Plastikclub aus Leverkusen trotzdem noch hundert mal sympathischer als die Münchner Bayern. Bei Leverkusen habe ich zumindest keine Probleme ihnen in der CL/EL die Daumen zu drücken.

    3 Leserempfehlungen
  3. Ohne Leverkusen sähe es für die "kleinen Vereiene" in der DFL düster aus.
    Denn München wird sich nicht für die "kleinen" einsetzen und das sind die Mehrheit der Vereine als alles ab HSV.

    2 Leserempfehlungen
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    • Perelly
    • 05. Februar 2013 16:06 Uhr

    Bayern kümmert sich nicht um die kleinen Vereine? So wie Aachen oder St. Pauli? Oder auch der BVB in klammen Zeiten? Leider fallen mir nicht mehr Vereine ein, das liegt aber auch daran, dass man in München kein großes Gewese darum macht, wenn man anderen hilft.

    Kleiner Tipp für Sie: Wenn man keine Ahnung hat, warum nicht einfach mal schweigen und sich Blamagen ersparen.

    Ihre Vorurteile gegenüber den Bayern sind mindest ebenso dumm wie die gegenüber den Leverkusenern, die - nebenbei bemerkt - selbst G14-Mitglied sind. Schade, dass es 2002 nichts wurde und stattdessen die Dusel-Dortmunder den Titel absahnten.

    • mcking
    • 04. Februar 2013 18:24 Uhr

    auf Leverkusen verzichten, pardon. Fand ich noch nie Sympathisch. Gleiche Riege wie Hoffenheim oder Wolfsburg. Dann lieber Essen oder Duisburg!

    5 Leserempfehlungen
  4. Als Jugendtrainer wollte ich vor Jahren meinen Kidds die Möglichkeit eröffnen ein Bundesligaspiel live zu sehen. Entsprechende Anfragen an Mainz05 und Eintracht Frankfurt wurden abschlägig oder erst gar nicht beantwortet.

    Leverkusen hingegen schickte umgehend die Info, dass wenn wir Mitglied im Hessischen Fussballverband sind, sie uns ein Kartenkontingent zu Sonderkonditionen anbieten. Bestellung per Fax auf Vereinsbriefbogen war völlig zureichend.

    Für das Team und die begleitenden Väter war es ein schönes Erlebnis. Nur das ich als SEG Fan, seit dem mit einem Sohn geschlagen bin dessen Herz für Leverkusen schlägt, war so nicht geplant.

    2 Leserempfehlungen
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    Ihre Geschichte passt sehr schön zum positiven Image, das ich von diesem insgesamt sehr syphatischen Verein habe, und das er inzwischen auch unter Fußballfans, die eine schöne und abwechslungsreiche Spielanlage lieben, meistens genießt.

    Und Fans, die ihr Hauptaugenmerk auf Tradition anstatt auf Spielkultur Wert legen, werden auch irgendwann bemerken, dass diese Tradition dort inzwischen längst besteht.

    Ach ja. Und wenn die Bayern International unter die Räder kommen, empfinde ich immer auch eine kleine Portion Schadenfreude für die Übergroßkopferten, auch wenn ich es für einzelne Spieler wie z.B. Müller schade fand, dass sie den Cup nicht geholt haben.

    Wie Bayer ähnliches 2002 passierte, musste ich zwar lachen, aber nicht aus Schadenfreude, sondern aus Mitgefühl aufgrund der Tragik.

    Überhaupt finde ich diese Traditionsdebatte mehr als Asbach, weil ich im Fußball möglichst viele schöne und abwechslungsreiche Spiele sehen will. Und da ist mir der Name des Vereins, der mein Fußballerherz höher schlagen lässt völlig egal.

    • Marobod
    • 04. Februar 2013 19:49 Uhr

    bezieht sich auf die unglaublich hohen Gehaelter bei Wolfsburg, welche die Spieler seit kurzer Zeit beziehen. Glaube seit Magath.

    Leverkusen geht in Ordnung,das sagt ein Bayernfan, aber in meiner Sympathienriege sind sie hinter Bremen, welche ich nach den Bayern sehr gern sehe.

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  • Schlagworte Bayer AG | Bayer AG | Bundesliga | Fußball | Leverkusen | Bayer 04 Leverkusen
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